Ärzte ohne Grenzen zu Lesbos: „Nicht länger auf europäische Lösung warten“

Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ fordert von der Politik, bei Flüchtlingscamps wie auf Lesbos nicht länger auf eine „europäische Lösung“ zu warten. Im SWR Tagesgespräch sagte der Geschäftsführer der Organisation, Florian Westphal, die Situation sei „erbärmlich“ und „katastrophal“. Kinder sagten, sie wollten „lieber sterben als zurück ins Camp“. Die Politik trage hier die Verantwortung, die Bedingungen zu ändern. Es dauere zu lange, weiter auf die „vielbeschworenen europäischen Lösungen“ zu warten. Es gebe vereinzelte Bemühungen, z.B. geflüchtete Kinder nach Deutschland zu holen. Das aber reiche nicht aus. Im SWR sagte Westphal, er hoffe, dass auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Laschet dafür eintrete, endlich die „gewaltigen Mittel, die Europa zur Verfügung hat, dafür einzusetzen, dass Menschen nicht mehr in dieser humanitären Krisensituation leben müssen“. Und er ergänzt: „Das ist Europas unwürdig, was sich da abspielt!“ Der Kandidat für den CDU-Parteivorsitz, Laschet, war ins Flüchtlingslager auf Lesbos gereist, um sich selbst ein Bild der Lage zu verschaffen.

Share

Kommentar hinzufügen