Agronom Stefan Flückiger will die «Agrarwende»

Gestern Abend in Basel: die letzte Generalversammlung der Syngenta, bevor der Agrochemie-Konzern in chinesische Hände übergeht. Was hat dieser Wechsel für Auswirkungen auf unsere Ernährung? Der Agronom Stefan Flückiger macht sich im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann Gedanken.Immer weniger Konzerne dominieren die weltweite Agrar- und Lebensmittelindustrie und bestimmen, was auf unsere Teller kommt. Das birgt Gefahren, denn Grösse und Macht der Agrar-Multis wachsen bedrohlich, und nationale Wettbewerbsbehörden können gegen diese Giganten wenig ausrichten.Wer entscheidet, was wir essen? Und wie können bald neun Milliarden Menschen ernährt werden? Der promovierte ETH-Agronom Stefan Flückiger ist Dozent für Agrarwirtschaft und Nachhaltigkeit an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften. «Der Konsument hat immer noch die Wahlmöglichkeit, er muss aber seine Verantwortung wahrnehmen.»Als ehemaliger Leiter Nachhaltigkeit und Qualitätsmanagement bei der Migros sowie Geschäftsführer von Bio-Suisse kennt Flückiger auch die kommerzielle Seite der Ernährungsbranche. «Agrar-Multis nutzen das Abhängigkeitsverhältnis der Bauern aus.» Er plädiert für eine «Agrarwende». «Es braucht mehr nationale Regeln und Leitplanken.»

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