Zu Gast: Stefan Moster, Autor

Es ist eine einzige Einstellung in einem Film, die ihn aufrüttelt: eine kurze Szene am Mont-Saint-Michel. Der Mann, den dieses Bild an eine längst vergessen geglaubte Postkarte erinnert, ist ein Deutscher, der in London lebt, er ist soeben fünfzig geworden und voller Zweifel an seinem Lebensentwurf. So scheint es kein Zufall, dass gerade jetzt die Erinnerungen an seinen Großvater Jakob Flieder – den damaligen Absender der Karte vom Mont-Saint-Michel – wach werden, der als einfacher Pflasterer ein die Jahrzehnte überdauerndes Werk geschaffen und eine Familie ernährt hatte. Getrieben von einer unbestimmten Sehnsucht begibt sich der Mann auf die Spuren seiner Familie – und muss sich fragen, wie zuverlässig die Geschichten sind, die man sich über sich selbst erzählt. Stefan Moster verknüpft diese Sinnsuche virtuos mit deutschen Schicksalen des frühen 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Im hr2- Kulturcafé wird er davon erzählen, wie sein Roman „Neringa“ entstand und was er ihm bedeutet.

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