Reiner Klingholz zur Bevölkerungsentwicklung Ostdeutschlands

Die Ereignisse rund um ein Tötungsdelikt in Chemnitz im August und die darauffolgenden Aufmärsche von Rechten werfen auch ein Schlaglicht auf die gesellschaftlichen Entwicklungen in Ostdeutschland. Der Bevölkerungsforscher Reiner Klingholz zeichnet im «Tagesgespräch» ein differenziertes Bild.

Ab Ende August stand die ostdeutsche Stadt Chemnitz in den Schlagzeilen. Bei einer Messerattacke starb ein Mann aus Chemnitz – mutmasslich durch Asylbewerber verübt, die Hintergründe werden noch immer ermittelt. Es folgten Aufmärsche von Pegida, rechtsradikalen Bürgerinitiativen und der AfD. Seitdem kommt Chemnitz nicht zur Ruhe. Erstmals seit den Ereignissen besucht heute die deutsche Kanzlerin Angela Merkel die Stadt in Sachsen. Der Besuch kommt zu spät, sagte die Chemnitzer Oberbürgermeisterin im Vorfeld.

Die Ereignisse in Chemnitz werfen auch ein Schlaglicht auf die politischen, die gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklungen in Ostdeutschland seit dem Mauerfall. Auf eine Bevölkerung, die den sozialen Abstieg erlebt und das Vertrauen in die Politik verloren hat. Vieles von dem, was heute in Ostdeutschland passiert, hängt mit den demographischen Entwicklungen seit dem Mauerfall zusammen, sagt der Bevölkerungsforscher Reiner Klingholz. Der Direktor des Berlin-Institutes für Bevölkerung und Entwicklung ist Gast von Barbara Peter.

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