Abraham Melzer: Israel-Kritik ist nicht antisemitisch

«Wer die Politik Israels kritisiert, wird schnell als Antisemit gebrandmarkt», sagt der deutsch-jüdische Publizist Abraham Melzer. Die Meinungsfreiheit werde von Politik und Israel-Lobby unterdrückt, kritisiert er in seinem neuen Buch – und im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann.Melzer bezeichnet sich als Freund Israels. Aber mit dessen Machtpolitik kann er nichts anfangen. Doch wer das Gebaren der Regierenden im jüdischen Staat kritisiere, werde in Deutschland sofort in die antisemitische Ecke gestellt. Das ärgert den 72jährigen, der seine Kindheit in den 40er- und 50er Jahren in Israel verbracht und im israelischen Militär gedient hat. «Ich hasse dieses Land nicht», sagt er, «aber ich verachte die Politik.» Antisemitismus, der Rassenhass, sei eine ganz andere Kategorie und werde verharmlost, wenn man ihn mit berechtigter Polit-Kritik vermenge.Seinen Ärger drückt der bekannte und umstrittene deutsch-jüdische Autor und Verleger in seinem Buch «Die Antisemitenmacher» aus. Das Buch wird nächste Woche in Frankfurt vorgestellt. Zuvor ist Abi Melzer Gast im «Tagesgespräch».

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