Nikolaus Voegeli und Thomas Bürgisser

Die Schweiz und Jugoslawien im 20. Jahrhundert: Die Beziehungen waren enger als man meinen könnte. Nikolaus Voegeli, im Belgrad der 1930er Jahre aufgewachsen, und Thomas Bürgisser, der ein Standardwerk zu den bilateralen Beziehungen geschrieben hat, sind Gäste von Marc Lehmann im «Tagesgespräch».Er war der Enkel des Balkankönigs: Der heute 90-jährige Nikolaus Voegeli hat seine Jugend im Belgrad der Vorkriegszeit verbracht. Sein Grossvater Henri war ein bedeutender und höchst angesehener Geschäftsmann in der jugoslawischen Hauptstadt und legte die Grundlage zu vielfältigen schweizerisch-jugoslawischen Handelsbeziehungen. Im neuen Buch «Der Balkankönig und seine Familie» zeichnet Nikolaus Voegeli die unglaubliche Geschichte seines Grossvaters nach. «Balkankönig, der Name, kam von seinen Freunden, er war respektiert und auch sehr geheimnisvoll, da er fast nichts gesprochen hat.»Die vielfältigen wirtschaftlichen, aber später auch politischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Jugoslawien hat der Historiker Thomas Bürgisser ist seiner 600 Seiten starken Dissertation untersucht und kommt zum Schluss: Jugoslawien hatte im Kalten Krieg ein sehr gutes Image in der Schweiz. «Einzelne Schweizer Familien waren in Belgrad sehr bedeutend, zum Beispiel die Familie Voegeli, die eine typische Form von internationalen Beziehungen der Schweiz lebte, die in privaten Händen waren.»Das «Tagesgespräch» mit Voegeli und Bürgisser zu einem überraschenden Stück Schweizer Geschichte.

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