Samuel Schlaefli – Burmas Demokratie und die Kehrseite

Der freie Journalist Samuel Schlaefli aus Basel hat durch seine Arbeit auf der Redaktion der englischsprachigen «Myanmar Times» viel über den Alltag in Burma erfahren – und dabei auch die andere Seite der burmesischen Erfolgsstory kennengelernt. Er ist Gast von Marc Lehmann.Burma gilt als Paradebeispiel eines Transformationslandes: Nach 50 Jahren finsterer Diktatur hat sich das Land durch freie Wahlen zu einer offenen Demokratie gewandelt. Eine weltweit respektierte Menschenrechtlerin steht an der Staatsspitze, die politischen Freiräume werden grösser, die Wirtschaft wächst und die Lebensqualität steigt. Gewiss ändern sich nach Jahrzehnten der Gewalt und Korruption die Dinge nicht von heute auf morgen – und die Erwartungen an die Hoffnungsträgerin Aung San Suu Kyi sind möglicherweise überrissen. Etwa, wenn es um die Rohingya geht, sagt Samuel Schlaefli. Die muslimische Minderheit wird seit Jahrzehnten unterdrückt, und für Aung San Suu Kyi sei es heikel, sich zu sehr für die Minderheit einzusetzen, weil die Mehrheit ihrer eigenen Volksgruppe die Unterdrückung unterstütze. Auch der wirtschaftliche Aufschwung sei noch längst nicht bei allen angekommen, es gebe noch immer sehr viele sehr arme Menschen.

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