Weltenbummler Gunther Holtorf – 03.11.2014

„Einmal zum Mond und zurück plus Mehrwertsteuer“, so beschreibt Gunther Holtorf die Strecke, die er mit seinem hellblauen Geländewagen „Otto“ zurückgelegt hat: rund 900.000 Kilometer durch 215 autonome Gebiete und Regionen dieser Erde. Auch Krisengebiete wie Afghanistan, Syrien, der Irak und Diktaturen wie Nordkorea gehörten zur Reiseroute. Gunther Holtorf begegnete vielen wilden Tieren, zum Beispiel einer Hyäne, die ihn in Afrika aus dem Schlaf riss, oder zwei Elefanten, die es auf seine Apfelsinen abgesehen hatten, und dabei fast sein Auto auseinandernahmen, während er sich darin versuchte, in Sicherheit zu bringen. Wirklich brenzlige Situationen gab es aber zum Glück nie. Begleitet wurde der gebürtige Göttinger bei den meisten seiner Touren von seiner großen Liebe Christine. 22 Jahre waren sie zusammen unterwegs, bis sie im Sommer 2010 an Krebs verstarb. „Es war ihr Wunsch, dass ich die Tour zu Ende bringe und sie scherzte, dass sie das von einer Wolke im Himmel beobachten werde.“ Zusammen mit ihrem Sohn Martin ging es weiter. Doch nun, nach insgesamt 26 Jahren, ist Schluss. Anfang Oktober 2014 kam Gunther Holtorf von seiner letzten Reise mit Otto zurück. Sein treuer Begleiter steht nun im Daimler-Museum in Stuttgart, der Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde läuft und der 77-Jährige möchte sich nun all seinen Leidenschaften widmen, für die er als Weltreisender keine Zeit hatte, zum Beispiel der Restauration seiner beiden Oldtimer. Außerdem träumt er von einem Faltboot, um damit über den Chiemsee zu schippern.

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