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Walter Landshuter, Wirt und Scharfrichterhaus-Chef – 30.07.2014
31. Juli 2014 Mensch Otto! Mensch Thiele!

„Er ist ein widerspenstiger Niederbayer, ein Provokateur…einer, der unbequem ist und sagt, was er denkt.“ Das schreiben Zeitungen über Walter Landshuter, den Chef der renommierten Passauer Kleinkunstbühne „Das Scharfrichterhaus“. Bis zu seinem sechsten Lebensjahr wuchs er in Leopoldsreut bei seinen Großeltern auf – eine schöne und unbeschwerte Zeit. Danach folgte eine lange Phase der Gewalt. „Mein Vater war mit dem Austeilen von Ohrfeigen sehr freigiebig.“ Auch in der Schule stand die Prügelstrafe auf der Tagesordnung. Erst als junger Mann, nachdem er das Gymnasium vor dem Abitur verließ und eine Ausbildung zum Industriekaufmann machte, konnte er sich „befreien“. Zwölf Jahre lange arbeitete Walter Landshuter für einen großen Hemdenhersteller in Passau. Doch diese Tätigkeit füllte ihn nicht aus. Schon damals hatte er den Traum, vom eigenen Theater. Mit seinem Mentor und Freund Edgar Liegl gründete er 1977 „Das Scharfrichterhaus“, wo zum Beispiel Bruno Jonas, Ottfried Fischer und Sigi Zimmerschied ihre kabarettistischen Laufbahnen begannen. Seine Kleinkunstbühne brachte Walter Landshuter aber nicht nur Erfolg. Er litt auch unter hohen Schulden, Existenzängsten und Depressionen. Immer wieder hatte er mit Rückschlägen zu kämpfen. So war das Scharfrichterhaus 2002 und 2013 vom Hochwasser in Passau betroffen. „Ich dachte mein Lebenstraum schwimmt davon.“ Seit 2005 hat der mittlerweile 69-Jährige einen neuen Geschäftspartner, der irgendwann sein Nachfolger werden soll. An Ruhestand ist für Walter Landshuter aber noch lange nicht zu denken.

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