WDR 3 Samstagsgespräch: Theater- und Filmregisseur Milo Rau im Samstagsgespräch mit Raoul Mörchen (22.03.2014) [WDR 3]

In seinem Film, der auf einer theatralen Inszenierung in Moskau basiert, rollt Rau drei russische Gerichtsverhandlungen wegen Blasphemie wieder auf, darunter auch den Fall des Anti-Putin-Auftritts von Pussy Riot. Im Re-Enactment, im Nachstellen tatsächlicher Vorgänge, sieht der Schweizer Theatermacher mit Wohnsitz in Köln seine Ausdrucksform. Sein dokumentarisches Theater versteht er dezidiert politisch.

In einem Manifest im letzten Jahr, das provokanterweise wie Lenins Pamphlet „Was tun?“ betitelt war und sich als „Kritik der postmodernen Vernunft“ präsentierte, fand Rau viele vergnügliche Formulierungen, wieso Linkssein abgewirtschaftet habe. Wir sprechen mit ihm über sein Europa-Bild, über russische Rechtsstaatlichkeit, aber auch darüber, warum gesellschaftliche Kontroversen in der Bundesrepublik schwerer zu finden sind als in der Schweiz oder in Russland.

Buchhinweis:
Milo Rau: Die Zürcher Prozesse/Die Moskauer Prozesse
Verbrecher Verlag, 18,– Euro (erscheint am 10. April 2014) © WDR 2014

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