Loan Ngo Thuy Bich , Münchner Gastwirtin aus Vietnam – 24.02.2014

Ihre Eltern haben sie im Alter von acht Jahren in ein Boot gesetzt, in der Hoffnung, dass sie in ein besseres Leben fährt. Loan überlebt die Flucht, wird von der „Cap Anamur“ aus dem Chinesischen Meer gerettet und kommt über die Philippinen und Frankfurt zu einer Pflegefamilie nach Oberbayern. Sie lernt schnell deutsch, fühlt sich in Bayern heimisch und wird sogar Mitglied im Trachtenverein. Nach einigen Jahren schafft auch ihre vietnamesische Familie den Sprung nach Deutschland und sie muss gegen ihren Willen nach Ostfriesland ziehen. Dort wird die Identitätssuche erdrückend – zwischen zwei Familien und zwischen zwei Ländern, die ihre Heimat sind. Mit 18 Jahren kehrt sie nach Bayern zurück, findet aber nicht mehr in ihr altes Leben zurück. Sie ist ganz auf sich gestellt und schlägt sich in München durch. Zu einer Vietnam-Reise kann sie sich erst sehr spät überwinden. Erst als sie mit über 30 ihren ganz eigenen Weg geht, und in München ein kleines vietnamesisches Restaurant eröffnet, bekommt sie wieder richtig Boden unter den Füßen. Sie liebt die Rezepte aus ihrer alten Heimat, die Gewürze, die Farben und die frischen Zutaten – und kocht vor allem nach Rezepten ihrer vietnamesischen Verwandten.

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