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Patricia Litten, Schauspielerin – 15.01.2014
16. Januar 2014 Mensch Otto! Mensch Thiele!

Als Schauspielerin Patricia Litten mit 18 Jahren zufällig ein Buch im Regal ihres Vaters fand, traute sie ihren Augen nicht. Darin beschrieben:Ihre eigene tragische Familiengeschichte. Verfasst von ihrer Großmutter Irmgard Litten. „Als ich das Buch meiner Oma entdeckte, das war so schmerzhaft. Bis heute könnte ich weinen, wenn ich daran denke.“ Wie eine Löwin kämpfte Irmgard Litten während der Nazizeit um ihren Sohn Hans, der Strafverteidiger der Sozialisten und Kommunisten in Berlin war. Mutig hatte er sich den Nationalsozialisten entgegen gestellt und Adolf Hitler im Zeugenstand vorgeführt. So wurde er zu dessen persönlichem Feindbild. Fünf Jahre lang wurde Hans Litten in verschiedenen Konzentrationslagern gefoltert und gedemütigt. Bis er sich schließlich 1938 in Dachau das Leben nahm. Seine Mutter Irmgard, die bis zuletzt um die Freilassung ihres Sohnes gekämpft hatte, schrieb ihre leidvollen Erfahrungen in einem Buch nieder, das 1940 im Ausland erschien. 32 Jahre später entdeckte ihre Enkelin Patricia dieses Buch im Regal ihres Vaters. Zuvor hatte sie nichts vom Schicksal ihres Onkels gewusst. Heute kämpft Patricia Litten gegen das Vergessen. Die Schauspielerin, die lange Jahre festes Ensemblemitglied am Theater Nürnberg war und mit dem Bayerischen Theaterpreis ausgezeichnet wurde, hat die bewegenden Zeilen ihrer Großmutter deshalb als Hörbuch aufgenommen.

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