Jana Koch-Krawczak, Autorin – 30.10.2013

Sie wurde misshandelt, verraten und verstoßen. Janas Eltern – beide Alkoholiker – hatten für ihre Tochter nichts übrig als Beschimpfungen und Schläge. Sie diente ihnen einzig und allein als Einnahmequelle. Das Mädchen schloss sich einer kriminellen Jugendbande an und lieferte das erbeutete Diebesgut regelmäßig bei ihrer Mutter ab. In ihrem Kampf um Anerkennung, versuchte sich Jana mit nur 12 Jahren, das Leben zu nehmen. Die Reaktion ihrer Mutter: „Du verreckst schon nicht.“ In solchen Momenten flüchtete sie sich in Erinnerungen an die einzig glücklichen Tage ihrer Kindheit – als ihre geliebte Großmutter noch lebte. Bei ihr fand sie Trost und Geborgenheit. Doch nach ihrem Tod hatte Jana niemanden mehr, der sie beschützte. Aus Sehnsucht nach Liebe begann sie ein Verhältnis mit einem Mann, der ihr Vertrauen missbrauchte und sie an einen Bordellbesitzer vermittelte. Den Großteil ihrer Einnahmen gab sie wieder bei der Mutter ab, die ihr mit der Polizei drohte, sollte das Geld ausbleiben. Als Jana ihr Leben nur noch im Alkohol- und Drogenrausch ertragen konnte, entschloss sie sich für einen Neuanfang. Damals war sie gerade mal 16 Jahre alt. Mit einer „Kollegin“ floh sie von Polen nach Deutschland. „Ich wollte mein Leben und meine Seele retten.“ Doch auch hier musste sie sich prostituieren. Erst mit Hilfe ihres „Schutzengels“ gelang ihr der Ausstieg. Heute ist Jana Koch-Krawczak in zweiter Ehe glücklich verheiratet und stolze Mutter einer 17-jährigen Tochter. Sie steht fest im Leben und kümmert sich um Menschen mit Behinderung, um ein bisschen Wärme und Freude in deren Leben zu bringen. Sie weiß: „Das wichtigste ist, niemals die Hoffnung zu verlieren. Es gibt immer ein Morgen danach!“

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