Fritz Pawelzik, Zeitzeuge – 26.04.2012

Fritz Pawelzik wurde 1927 geboren. Er war sechs Jahre alt, als Adolf Hitler an die Macht kam. Pawelzik begriff damals nicht, was um ihn herum wirklich passierte: Er wollte mitmarschieren, Lieder singen und in den Krieg ziehen. Über die Musik sei das Nazi-Denken in den jungen Köpfen verankert worden, sagt Pawelzik heute. Auch als sein Vater in ein Konzentrationslager kam, verstand er nicht. Mit 16 wurde er dann Soldat und kämpfte an der Russischen Grenze. „Ich bekam Panik und schrie nach meiner Mutter“, erinnert sich Pawelzik an die Schrecken des Krieges. Erst in einem Straflager bei Leningrad wurde ihm klar, „was wir Deutsche der Welt angetan haben“. Endlich begriff er den Irrsinn und beschloss, sein Leben zu ändern. Heute bereut er seine Vergangenheit zutiefst. Der Zeitzeuge hält deshalb regelmäßig Vorträge in Schulen und gibt seine Erfahrungen an die Kinder weiter – als Warnung, damit so etwas nie wieder passiert. Pawelzik zog nach dem Krieg zusammen mit seiner Frau als Sozialarbeiter und Missionar nach Ghana und Tansania. Dort wurde er zum Häuptling der Ashanti gemacht. „Nana Kofi Marfo II“ lebt heute als Rentner im Ruhrgebiet, ist Autor mehrerer Bücher und erzählt von seinem außergewöhnlichen Leben.

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