Archiv für September 14th, 2017

14. September 2017

Die Bergeller Gemeindepräsidentin Anna Giacometti

Ein Grollen am Berg schreckte die Gemeindepräsidentin von Bregaglia vor drei Wochen aus ihrem Büro. Was der Bergsturz in Bondo angerichtet hat, fordert seither das ganze Tal. Anna Giacometti ist Gast von Susanne Brunner.Anna Giacometti war in einer Sitzung, als sie und andere im Gemeindehaus das Grollen am Berg hörten. Sie rannten ins Freie, sahen Wasser und Schlamm, warnten die Menschen in Bondo, damit diese ihre Häuser verliessen. Die Dossiers, die Anna Giacometti an diesem 23. August bearbeiten sollte, liegen noch immer auf ihrem Pult. Seither ist aus dem Gemeindehaus in Promontogno eine Kommandozentrale geworden, von wo aus unter anderem die Aufräumarbeiten koordiniert werden. Diese belaufen sich auf bis zu 100‘000 Franken pro Tag. Noch ist die Gefahr am Berg nicht gebannt, noch werden acht Personen vermisst, noch können Evakuierte nicht zurück in ihre Häuser. Und dass das ganze Bergell, nicht nur die direkt betroffenen Dörfer, als Katastrophengebiet wahrgenommen wird, schadet dem Gewerbe im Tal. Nicht nur die Gemeindepräsidentin ist gefordert.

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14. September 2017

Nikolaus Voegeli und Thomas Bürgisser

Die Schweiz und Jugoslawien im 20. Jahrhundert: Die Beziehungen waren enger als man meinen könnte. Nikolaus Voegeli, im Belgrad der 1930er Jahre aufgewachsen, und Thomas Bürgisser, der ein Standardwerk zu den bilateralen Beziehungen geschrieben hat, sind Gäste von Marc Lehmann im «Tagesgespräch».Er war der Enkel des Balkankönigs: Der heute 90-jährige Nikolaus Voegeli hat seine Jugend im Belgrad der Vorkriegszeit verbracht. Sein Grossvater Henri war ein bedeutender und höchst angesehener Geschäftsmann in der jugoslawischen Hauptstadt und legte die Grundlage zu vielfältigen schweizerisch-jugoslawischen Handelsbeziehungen. Im neuen Buch «Der Balkankönig und seine Familie» zeichnet Nikolaus Voegeli die unglaubliche Geschichte seines Grossvaters nach. «Balkankönig, der Name, kam von seinen Freunden, er war respektiert und auch sehr geheimnisvoll, da er fast nichts gesprochen hat.»Die vielfältigen wirtschaftlichen, aber später auch politischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Jugoslawien hat der Historiker Thomas Bürgisser ist seiner 600 Seiten starken Dissertation untersucht und kommt zum Schluss: Jugoslawien hatte im Kalten Krieg ein sehr gutes Image in der Schweiz. «Einzelne Schweizer Familien waren in Belgrad sehr bedeutend, zum Beispiel die Familie Voegeli, die eine typische Form von internationalen Beziehungen der Schweiz lebte, die in privaten Händen waren.»Das «Tagesgespräch» mit Voegeli und Bürgisser zu einem überraschenden Stück Schweizer Geschichte.

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14. September 2017

Tischgespräch mit Heiner Geißler (2009)

Er galt als moderner Konservativer und Querdenker, Streitstifter und Streitschlichter. Am Dienstag (12.09.2017) starb im Alter von 87 Jahren der langjährige CDU-Generalsekretär Heiner Geißler. Das Tischgespräch im Jahr 2009 mit ihm führte Kirsten Pape.

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14. September 2017

Mythos RAF – Petra Terhoeven

Der Mythos RAF existiert nicht mehr, meint unser Redezeit-Gast Petra Terhoeven. Die Historikerin der Uni Göttingen hat gerade ein Buch geschrieben, das mit der Selbststilisierung der Täter zu antifaschistischen Widerstandskämpfern aufräumt.

Gast: Petra Terhoeven, Historikerin, Moderation: Achim Schmitz-Forte

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14. September 2017

Indigenes Volk im Einklang mit der Natur – Reimar Schefold

Anfang 1967 reist der Anthropologe Reimar Schefold zu den Mentawai-Inseln westlich von Sumatra. Anhand seiner Aufzeichnungen und Tagebücher berichtet Schefold Jahrzehnte später von seinen Jahren bei dem Volk der Sakuddei in Indonesien.

Gast: Prof. Dr. Reimar Schefold, Anthropologe; Moderation: Ralph Erdenberger

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14. September 2017

Der Europaabgeordnete Sven Giegold von den Grünen

im Interview mit Florian Rudolph | Im SWR-Tagesgespräch hat Giegold die Grundsatzrede Junckers als
letzte Chance bezeichnet. Juncker müsse die wirtschaftliche Spaltung Europas überwinden und Autorität zurückgewinnen, damit europäisches Recht in den Mitgliedsstaaten durchgesetzt wird.

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14. September 2017

SWR-Tagesgespräch mit Ulrich Schneider

Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands im Interview mit Florian Rudolph | Laut einer Umfrage von Verdi und dem Paritätischen Gesamtverband ist eine überwältigende Mehrheit dafür, Vermögende stärker zur Kasse zu bitten. So soll mehr Geld für Öffentliche Ausgaben bereitstehen.

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14. September 2017

Albrecht von Lucke, Politologe und Publizist

Der Fisch ist geputzt, Angela Merkel ist und bleibt Bundeskanzlerin. So die weit verbreitete Meinung und so die Prognosen nach dem TV-Duell und kurz vor der Bundestagswahl. Aber ist tatsächlich schon alles gelaufen oder hat CSU-Chef Horst Seehofer Recht, wenn er vor Übermut und verfrühter Siegesgewissheit warnt? Was kann SPD-Herausforderer Martin Schulz jetzt noch reißen, wer regiert künftig mit wem und wohin steuert die Republik? Die Antworten auf diese Fragen kommen in „SWR1 Leute“ von Albrecht von Lucke. Er ist Politologe und Publizist und hat den Wahlkampf in den letzten Wochen genau mitverfolgt.

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14. September 2017

Jan Kalbitzer, Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie

„Das Internet ist da und geht auch nicht mehr weg. Also lasst uns überlegen, wie wir das Beste daraus machen.“ Dieser pragmatischen Erkenntnis geht der Psychotherapeut Jan Kalbitzer nach. Er selbst war zwischen die Fronten der Netzenthusiasten und Bedenkenträger geraten. Vor ein paar Jahren hatte er einen wissenschaftlichen Text über einen Patienten mit Wahnvorstellungen – verursacht durch excessive Twitter-Nutzung – veröffentlicht. Ergebnis: ein veritabler Shitstorm. Der Psychiater schaltete seinen Router aus, um der Diskussion über sich im Netz zu entfliehen. Aber das Thema hatte ihn gepackt: er gründete das Zentrum für „Internet und seelische Gesundheit“ an der Berliner Charité mit Standorten in Münster und Tübingen.

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14. September 2017

Adrienne Friedlaender – Journalistin

Adrienne Friedlaender, Journalistin und alleinerziehende Mutter von vier Jungs, nimmt im November 2015 spontan einen jungen syrischen Flüchtling bei sich auf. Der 22jährige Moaaz lebt sieben Monate bei der Familie, eine Erfahrung, die beide Seiten nachhaltig verändert. In ihrem Buch „Willkommen bei den Friedlaenders“ erzählt die Hamburger Journalistin, wie Integration im Familienalltag funktionieren kann. Mariela Milkowa hat mir ihr gesprochen.

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14. September 2017

Am Tisch mit Benno Ure, "Vielseitiger"

Mehr geht kaum noch: Prof. Benno Ure leitet die Kinderchirurgischen Kliniken der Medizinischen Hochschule Hannover und des Kinderkrankenhauses auf der Bult. Er ist Mitglied in zahlreichen internationalen Organisationen seines Fachs, betreut Forschungsprojekte und schreibt wissenschaftliche Artikel.

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14. September 2017

Am Tisch mit Dieter Kosslick, "Berlinale Goldbär"

Seit 16 Jahren leitet Dieter Kosslick die Internationalen Filmfestspiele Berlin – die „Berlinale“. 2019 wird er die Leitung abgeben.

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14. September 2017

Zu Gast war der Städel-Kurator Daniel Zamani

„Es lebe die Malerei!“ Das Frankfurter Städelmuseum Arbeiten zeigt Werke von Henri Matisse und Pierre Bonnard. Die beiden Künstler waren befreundet und fast gleich alt, doch wird Bonnard dem Impressionismus zugerechnet und Matisse den „Wilden“, den „Fauves“, die stark flächig und mit kräftiger Farbgebung arbeiteten. Matisse gilt als wichtiger Wegbereiter der Kunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, doch auch Bonnards Werke sind nicht minder radikal, wenn man sie genau betrachtet. Im Vergleich präsentiert das Frankfurter Städelmuseum jetzt beide Künstler mit vielen Werken aus internationalen Sammlung. Über die Ausstellung, die Matisse und Bonnard auch auf Fotografien von Henri Cartier-Bresson zeigt, sprach Christian Sprenger im hr2-Kulturcafé mit dem Kurator Daniel Zamani.

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14. September 2017

Zu Gast war Uwe Eric Laufenberg, Intendant des Staatstheaters Wiesbaden

Michel Houellebecqs Roman „Die Unterwerfung“ spielt in Frankreich im Jahr 2022: Das Land hat sich dem Islam ergeben, denn um Marie Le Pen zu verhindern verbündete sich die sozialistische Partei mit der „Bruderschaft der Muslime“. In hr2-kultur sprechen wir mit Uwe Erik Laufenberg über seine Inszenierung der „Unterwerfung“ und die Bezüge zu unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit. Houellebecqs Protagonist, der Universitätsdozent François, arrangiert sich mit der Allianz von Staat und Religion und hofft, so auch wieder eine oder mehrere Frauen zu finden. Nicht in Frankreich, sondern in Deutschland ist Houellebecqs Dystopie zum beliebten Theaterstoff geworden. Uwe Erik Laufenberg, Intendant am Staatstheater Wiesbaden, inszeniert das Stück nun in seinem Haus. Tom Gerber hat die Theaterfassung geschrieben und spielt in dem Ein-Mann-Stück François, der widerspruchslos sein Fähnchen in den Wind hängt.
Moderation: Rosemarie Tuchelt

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14. September 2017

Gregor Gysi über Heiner Geißler – "Der spätere Geißler war mir viel lieber als der frühere"

Der PDS-Politiker Gregor Gysi (r.), Spitzenkandidat seiner Partei für den vorgezogenen Bundestagswahlkampf, unterhält sich am 03.06.2005 am Rande der mdr-Talksendung "Riverboat" in Leipzig mit dem langjährigen früheren CDU-Generalsekretär Heiner Geißler (l.), der als streitbarer, integrer Meinungsmacher über die Parteigrenzen hinweg geschätzt ist. (dpa / picture alliance /Thomas Schulze)Zehn Jahre saßen Heiner Geißler und Gregor Gysi zusammen im Bundestag. Nach seinem Tod würdigt Gregor Gysi den langjährigen politischen Weggefährten aus der CDU und erzählt, was er an ihm über die Parteigrenzen hinweg schätzte.

Gregor Gysi im Gespräch mit Vladimir Balzer und Axel Rahmlow
www.deutschlandfunkkultur.de, Interview
Hören bis: 21.03.2018 17:10
Direkter Link zur Audiodatei

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14. September 2017

"Die Angstmacher" – Die Neue Rechte und ihre Nähe zu den 68ern

Der Autor Thomas Wagner © Milena Schlösser (© Milena Schlösser)Das Jahr 1968 war nicht nur der Ursprung eines linksliberalen Gesellschaftsmodells, sagt der Autor Thomas Wagner. Er zeigt in seinem neuen Buch „Die Angstmacher“, dass damals auch die politische Rechte ihren Anfang nahm. Sie übernahm auch viele Aktionsformen.

Thomas Wagner im Gespräch mit Christine Watty
www.deutschlandfunkkultur.de, Interview
Hören bis: 21.03.2018 07:20
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14. September 2017

Thesen über öffentlich-rechtliche Medien – Ein Plädoyer für Qualität und Reichweite

Stefan Raue, Intendant des Deutschlandradios. (dpa-Bildfunk / Marius Becker)Der Intendant des Deutschlandradios, Stefan Raue, hat sich dafür ausgesprochen, eine Debatte über die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu führen. Dabei sollten Quote und Qualität nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Stefan Raue im Gespräch mit Christine Watty
www.deutschlandfunkkultur.de, Interview
Hören bis: 21.03.2018 06:40
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14. September 2017

Interview Gerald Hensel – wie gefährlich sind rechte Bots im Wahlkampf?

Rechte Bots haben sich offenbar in den Bundestagswahlkampf eingeschaltet. Darauf weist der Verein „Fearless Democracy“ hin, der sich gegen Angriffe auf die Zivilgesellschaft im Internet einsetzt. Dessen Vorsitzender Gerald Hensel erklärt, wie die Bots agieren und was ihr Ziel ist.

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14. September 2017

Rolf Beyer (Geschäftsführer von Brose Bamberg)

Rolf Beyer war jahrelang Controller des Automobilzulieferers Brose. Vor drei Jahren wurde der gebürtige Allgäuer mehr oder weniger über Nacht zum Geschäftsführer von Deutschlands erfolgreichstem Basketballverein der vergangenen zehn Jahre: Brose Bamberg (damals noch Brose Baskets)! Seinem Engagement ist es mit zu verdanken, dass aus einem guten nationalen Verein, ein mittlerweile in Europa hochangesehener Club wurde. Eigentlich wollte Rolf Beyer Geografie oder Sprachen studieren. Weil ihm das aber zu brotlos erschien, entschied er sich für BWL. „Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass ich mal ins Sportmanagement gehen würde, hätte ich gesagt: Du spinnst!“ Heute arbeitet der 45-Jährige fast rund um die Uhr, um mit seinem Verein möglichst bald den nächsten großen Schritt zu gehen: Er will die erfolgreichste Sportart der fränkischen Metropolregion auf ein neues Niveau heben und den Bamberger Basketball an der europäischen Spitze etablieren. Privat wünscht sich der zweifache Vater mehr Zeit für seine Familie. Außerdem träumt er davon, irgendwann einmal einen Sommer auf einer Allgäuer Alpe zu verbringen.

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14. September 2017

Wdh. zum Tod von Heiner Geißler

Heiner Geißler war ein CDU-Urgestein. Er galt als unbequem und als kritischer Querdenker. Er war Bundesminister fu?r Soziales, Jugend, Gesundheit und Sport. Auf vielen Gebieten sorgte Geißler für Erneuerungen. Unter ihm entstand zum Beispiel das erste Kindergartengesetz. Er reformierte die Krankenhäuser, gründete Sozial-Stationen und war mitverantwortlich für das erste Sportförderungsgesetz in Deutschland. Als einer der ersten konservativen Politiker thematisierte er die Armut in der Gesellschaft. Mit seinen sozialpolitischen Reformen machte er sich bundesweit einen Namen. Er galt als langjähriger Verbündeter von Altkanzler Helmut Kohl, der ihn 1982 zum Bundesfamilienminister und später zum CDU-Generalsekretär machte. Sieben Jahre später zerbrach die Freundschaft aber. Privat verbrachte Heiner Geißler seine Freizeit gerne in der Pfalz, wo er einen eigenen Weinberg besaß. Er ging leidenschaftlich gerne Wandern, Klettern und Gleitschirmfliegen. Er war verheiratet und hatte drei Kinder. Nun ist er im Alter von 87 Jahren verstorben. Bei „Mensch, Otto!“ wiederholen wir ein Gespräch mit ihm aus dem Jahr 2010.

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