Archiv für September, 2017

30. September 2017

Abraham Melzer: Israel-Kritik ist nicht antisemitisch

«Wer die Politik Israels kritisiert, wird schnell als Antisemit gebrandmarkt», sagt der deutsch-jüdische Publizist Abraham Melzer. Die Meinungsfreiheit werde von Politik und Israel-Lobby unterdrückt, kritisiert er in seinem neuen Buch – und im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann.Melzer bezeichnet sich als Freund Israels. Aber mit dessen Machtpolitik kann er nichts anfangen. Doch wer das Gebaren der Regierenden im jüdischen Staat kritisiere, werde in Deutschland sofort in die antisemitische Ecke gestellt. Das ärgert den 72jährigen, der seine Kindheit in den 40er- und 50er Jahren in Israel verbracht und im israelischen Militär gedient hat. «Ich hasse dieses Land nicht», sagt er, «aber ich verachte die Politik.» Antisemitismus, der Rassenhass, sei eine ganz andere Kategorie und werde verharmlost, wenn man ihn mit berechtigter Polit-Kritik vermenge.Seinen Ärger drückt der bekannte und umstrittene deutsch-jüdische Autor und Verleger in seinem Buch «Die Antisemitenmacher» aus. Das Buch wird nächste Woche in Frankfurt vorgestellt. Zuvor ist Abi Melzer Gast im «Tagesgespräch».

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30. September 2017

Philipp Felsch über Pragmatismus und Demokratie

Was ist für die Demokratie gefährlicher: Der Populismus eines Donald Trump oder der Pragmatismus einer Angela Merkel? Kulturwissenschaftler und Historiker Philipp Felsch hat darüber nachgedacht und ist Gast von Susanne Brunner im «Tagesgespräch».Wenn es den Politikern in den USA nicht gelinge, den Wählern Hoffnung auf eine gemeinsame, bessere Zukunft zurückgeben, dann werde sich die amerikanische Arbeiterschaft einem „starken Mann zuwenden: Diese Vorhersage machte ein US-Philosoph lange bevor Donald Trump Präsident wurde. Sie wurde bekanntlich wahr. Damit beginnt Philipp Felsch von der Humboldt-Universität in Berlin einen Artikel im aktuellen Philosophie-Magazin, das sich dem Thema „Pragmatismus widmet. Nur: Warum setzt sich in den USA Donald Trump bei den Wählern und Wählerinnen durch, während in Deutschland Angela Merkel Kanzlerin bleibt? Ängste, Frustrationen, Wut und Hoffnungslosigkeit gibt es in beiden Ländern, doch während die einen auf einen unberechenbaren Geschäftsmann und Selbstdarsteller setzen, setzen die anderen auf eine Frau, die sagt: «Sie kennen mich.» Eine pragmatische Wahl in Deutschland, und auch in Frankreich? Ist solcher Pragmatismus denn auch gut? Gut für die Demokratie? Für die Politik?

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30. September 2017

Wie die Terrorangst uns verändert – Peter Schaar

Angst verändert Menschen, aber auch Demokratien. Der frühere Bundesbeauftragte für Datenschutz, Peter Schaar, bezweifelt, dass immer neue Gesetze und mehr Überwachung wirklich für mehr Sicherheit sorgen.

Gast: Peter Schaar, der frühere Bundesbeauftragte für Datenschutz; Moderation: Achim Schmitz-Forte

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30. September 2017

Schulsport revolutionieren – Henning Harnisch

Von Mitte der achtziger bis Ende der neunziger Jahre zählte Henning Harnisch zu den besten deutschen Basketballern. Weil der 2,02-Meter-Mann so hoch springen konnte, lautet sein Spitzname Flying Henning. Heute will er den Schulsport revolutionieren und berichtet darüber in der Redezeit.

Gast: Henning Harnisch, Ex-Basketballer-Nationalspieler; Moderation: Ralph Erdenberger

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30. September 2017

SWR2 Zeitgenossen: Elisabeth Schweeger, Intendantin

Elisabeth Schweeger bringt den deutschen Schauspielnachwuchs nach vorne. Denn sie leitet die Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg in Ludwigsburg. In Ludwigsburg will sie die Studierenden ermutigen, junges progressives Theater zu machen. Die gebürtige Wienerin arbeitete zuvor als Theaterintendantin, Dramaturgin, Journalistin, Dozentin und Kuratorin – unter anderen bei der Documenta und der Biennale in Venedig. Damit ist sie in der Kunst- und Theaterwelt bestens vernetzt. Für 2018 kuratiert sie in Linz die DonauArt 2018. Eines ist ihr bei ihrer Arbeit immer wichtig: Sie will einen gesellschaftlichen Dialog anstoßen.

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30. September 2017

David McAllister (CDU, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Europaparlaments) zu den Brexit-Verhandlungen

Interview mit Pascal Fournier | Im SWR2-Tagesgespräch mit Pascal Fournier kritisiert CDU-Europapolitiker David McAllister die britische Verhandlungsführung bei den Brexit-Gesprächen. In den entscheidenden Fragen – Londons finanzielle Verpflichtungen, irisch-nordirische Grenze, Rechte der EU-Bürger in Großbritannien – gebe es weiter keine Klarheit. Dies sei aber Bedingung für den Beginn der Verhandlungen über die künftigen Wirtschaftsbeziehungen. Dabei werde die Zeit immer knapper, im März 2019 müsse das Vereinigte Königreich die EU „leider“ verlassen.

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30. September 2017

Barbara Lochbihler (Grüne) zur EU-Migrationspolitik

Interview mit Pascal Fournier | Im SWR2-Tagesgespräch mit Pascal Fournier kritisiert die menschenrechtspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im EU-Parlament die jüngsten Vorschläge der EU-Kommission zur Flüchtlingspolitik als ungenügend. Europas Umgang mit dem Flüchtlingsproblem bleibe „beschämend“. Die EU betreibe letztlich eine Auslagerung der Abschottung. Das bedeute zwar weniger sichtbares Elend und weniger innenpolitischen Druck in den Mitgliedsstaaten, werde aber der Dimension des Problems nicht gerecht

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30. September 2017

Alexander Gorkow Journalist und Schriftsteller

Seit fast 25 Jahren arbeitet er bei der Süddeutschen Zeitung in München. Seit fast fast zehn Jahren ist er der verantwortliche Redakteur für die legendäre Seite drei: Alexander Gorkow hat auch in anderer Hinsicht einen Beruf, um den ihn viele beneiden. Er interviewte Lou Reed und Mick Jagger, Phil Collins und Udo Jürgens, Sylvester Stallone und Bruce Willis. Und Alexander Gorkow schreibt Bücher. Aktuell „Hotel Laguna“ – ein Text über die Insel Mallorca, über Kindheits- und Urlaubserinnerungen, über die eigene Familie und das eigene Leben.

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30. September 2017

Dr. Karsten Brensing, Wal-Forscher und Meeresbiologe

„Tiere haben menschliche Eigenschaften – und deshalb sollten wir uns ihnen gegenüber auch nicht verhalten wie die Tiere!“, sagt Verhaltensforscher und Meeresbiologe Karsten Brensing. „Wenn uns einige hochentwickelte Tiere in den Charakteristika einer Person in nichts nachstehen, müssen ihnen konsequenterweise auch gleiche Rechte zugestanden werden“, folgert Karsten Brensing. Als Kind von „Flipper“ infiziert, wurde er Meeresbiologe, Forschungstaucher und Verhaltensforscher. In Florida und Israel erforschte er die Delfintherapie und stellte fest, dass Delfine gar nicht gerne mit uns kuscheln und nicht gerne in unserer „Obhut“ leben. So wurde er vom Delfinforscher zum Delfinschützer, arbeitete 10 Jahre als Wissenschaftlicher Leiter des Deutschlandbüros der internationalen Wal- und Delfinschutzorganisation WDC.

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30. September 2017

Timo Bracht, Triathlet und Ironman-Sieger

„Auf den 226 km werde ich alles geben“, sagte Timo Bracht aus Eberbach schon im Vorfeld und auch, dass es schmerzhaft wird. Denn der Ironman am Wochenende in der italienischen Provinz Emilia-Romagna war sein letzter Triathlon als Profi. Mit 42 Jahren ist Timo Bracht noch auf den Punkt top fit. Als er beim Powerman Holland seine Sattelstütze mit Sattel daheim vergessen hatte und es in einem Radladen in Holland nur noch einen „Holland“ Sattel zu kaufen gab, auf dem er dann immerhin die drittschnellste Radzeit fuhr, bezeichnet er als sein peinlichstes Erlebnis. Das Schönste war für ihn der Platz 1 des Ironman France 2003.

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30. September 2017

Treptow

Idyllische Schrebergärten, ein verwaister Freizeitpark und das imposante sowjetische Ehrenmal: Wer nicht gerade in Treptow-Köpenick aufgewachsen ist, wird mit dem Berliner Stadtteil nicht viel mehr verbinden können. Doch drei Musiker sind dabei, diese Liste zu ergänzen. Kantiger Liedermacher-Rock unter rauer Oberfläche, mit Sehnsucht im Kern, vorgetragen von drei schlagfertigen Kindsköpfen – dafür steht die Band Treptow.

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30. September 2017

Judith Holofernes

Sie ist das Chaos. Zumindest wenn man dem Titel wie Inhalt ihres zweiten Solo-Albums glaubt. Judith Holofernes besingt das Wirrwarr des Lebens, das Unperfekte. Trotz dieser Makel ist sie überlebensfähig, damit sogar ziemlich erfolgreich.
Unser Musikprofessor Hartmut Fladt bescheinigte ihrer Musik: Kreatives Chaos sei dort durchaus zu finden. Wir freuen uns, dass sie am Samstag bei der radioeins-Geburtstagsparty im Tempodrom auftritt und heute in der radioeins Dachlounge war.

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30. September 2017

Gitte Haenning im Gespräch

Gitte Haenning war in ihrer dänischen Heimat ein Kinderstar. In Deutschland wurde sie in den 60er Jahren mit Schlagern bekannt. Bis heute steht sie auf der Bühne.

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30. September 2017

Gerhard Bereswill – Frankfurter Polizeipräsident

Drogenhandel, Kriminalität, Lärm, Prostitution und Elend – seit rund zwei Jahren gilt Frankfurts Bahnhofsviertel als Problembezirk. Eine Herausforderung vor allem für die Polizei: mit mehr Personal, mehr Kontrollen, mehr Razzien und einer neuen Dienststelle vor Ort versucht der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill das Viertel wieder sicherer zu machen. Oliver Günther und Frank Angermund.haben ihn zum Interview getroffen.

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30. September 2017

Am Tisch mit Günter Wallraff, "Undercover-Mann"

Eigentlich habe er sich für experimentelle Lyrik interessiert. Das Sehen und Hören aber sei ihm bei der Bundeswehr erst richtig aufgegangen, erinnert sich Günter Wallraff, als er wider Willen zum Dienst an der Waffe eingezogen wurde.

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30. September 2017

Am Tisch mit Franco Ambrosetti, "Trompeten-Ökonom"

Der schweizer Trompeter und Flügelhornist Franco Ambrosetti kommt aus einer Industriellenfamilie. Die ist zugleich so etwas wie eine kleine Jazz-Dynastie.

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30. September 2017

Zu Gast: Julia Fleißig, Leiterin von "Lucas", dem ältesten deutschen Filmfestival für Kinder und Jugendliche

Zum vierzigsten Mal gibt es in Frankfurt den „Lucas“, das bedeutendste internationale Kinderfilmfestival Deutschlands. Über 70 internationale Filmproduktionen aus 35 Ländern werden präsentiert, für alle Altersstufen von vier Jahren bis 18+. Venezuela, Norwegen oder Japan werden vertreten sein mit Einblicken in die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen dort.
Julia Fleißig ist seit diesem Jahr für das kuratierte Filmprogramm verantwortlich, sie sprach mit Catherine Mundt über den Kinderfilm als solchen und natürlich über das diesjährige Programm.

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30. September 2017

Zu Gast: Thrillerautor Sebastian Fitzek

Er ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seit der Journalist Sebastian Fitzek vor rund 10 Jahren das Genre wechselte, brechen seine Geschichten alle Rekorde, sind in 24 Sprachen übersetzt und in Adaptionen auch an Theatern oder im Kino zu sehen. Im Gespräch ist Sebastian Fitzek liebenswert und charmant, warum denkt sich dieser Mann solche gruseligen Geschichten aus? Vielleicht, weil sie durchaus vor unserer Haustür passieren könnten und weil vielleicht in jedem von uns ein kleiner Mörder steckt? Fitzek liebt es, mit unserer Angst zu spielen. Warum ihm das Spaß macht und ob es ihm als Leser auf der Couch auch so geht, verriet Sebastian Fitzek im hr2-Kulturcafe Moderatorin Daniella Baumeister.

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30. September 2017

Zu Gast: Isabel Bogdan über Übersetzung und den Internationalen Übersetzertag

Echtzeit- Übersetzungen und Zeitraffer-Übersetzungen, Filmtiteler und Translations-Slamer – all das gibt’s zu erleben rund um den Internationalen Übersetzertag am Samstag, den 30. September 2017. In rund 40 Veranstaltungen mit noch mehr Übersetzern wird die Kunst des Übersetzens gefeiert, in Frankfurt beteiligen sich z.B. das Filmmuseum und der Mousonturm. In Marburg liest die Hamburger Übersetzerin und Autorin Isabel Bogdan schon vorab aus der von ihr übertragenen Jane Gardam Trilogie: „Ein untadeliger Mann“, „Eine treue Frau“ und „Letzte Freunde“. Im Kulturcafé sprach Isabel Bogdan mit Daniella Baumeister über ihren Job, über die Freude an der Sprache und was gutes Übersetzen ausmacht.

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30. September 2017

Zu Gast: Ulrich Khuon, Präsident des Deutschen Bühnenvereins

Am Freitag besetzte ein Kollektiv aus rund 150 Aktivisten die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin. Der Grund: Sie wollen den Rücktritt des neuen Intendanten Chris Dercon. Dieses Kollektiv versteht seine Aktion als Kunstperformance und kritisiert von daher außerdem noch die Stadtentwicklungspolitik, steigende Mieten und Verdrängung. Die Offiziellen reagieren gelassen und stellen den Aktivisten erst einmal zwei Räume für ihren Protest zur Verfügung. Aber wie soll es jetzt weitergehen? Darüber sprach Moderator Alf Haubitz mit Ulrich Khuon, dem Präsident des Deutschen Bühnenvereins.

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