Archiv für Juni 24th, 2017

Juni 24th, 2017

Neuer Bundesrat, neue Europapolitik

Wer wird neuer Aussenminister? Wie verändert sich die Europapolitik? Nach dem überraschenden Rücktritt von Bundesrat Didier Burkhalter stellen sich viele Fragen. Burkhalters Parteikollegin, die St. Galler Ständerätin Karin Keller-Sutter, gilt als profilierte Aussenpolitikerin.Der freisinnige Didier Burkhalter galt vielen Parteikollegen als eine Spur zu links und zu EU-freundlich. Die SVP sah in ihm einen EU-Turbo, der die Eigenständigkeit der Schweiz aufs Spiel setzte. Wer könnte ihm nun folgen, kommt es im Bundesrat – ohne dass sich an der Parteienstärke etwas ändert – nun zur «bürgerlichen Wende»?Nur zwei Tage nach Burkhalters angekündigtem Rücktritt traf sich der Bundesrat, um über seine künftige Europapolitik und das Verhältnis zur EU zu diskutieren. Wie beurteilt die einflussreiche FDP-Aussenpolitikerin diese Entscheide, wie geht es weiter mit Burkhalters Rahmenabkommen, welches mit dem Zusatz «fremde Richter» oft kritisiert wurde? Und warum will sich Keller-Sutter nicht selber um einen Sitz bewerben, klagt doch die Ostschweiz immer wieder darüber, dass sie schon lange nicht mehr im Bundesrat vertreten ist?Karin Keller Sutter ist Gast in der «Samstagsrundschau» bei Hans-Peter Künzi.

Share
Juni 24th, 2017

Die Schweiz vor dem Migrations-Rekordsommer?

Immer mehr Migranten brechen auf übers Mittelmeer nach Italien und weiter Richtung Norden. Die Schweiz ist zu einem Transitland geworden. Bundesrätin Sommaruga sucht den Schulterschluss mit Italien und Deutschland, um die Migration zu drosseln.Die Situation scheint auf den ersten Blick «bequem» für die Schweiz: Die meisten Migrantinnen und Migranten wollen die Schweiz nur durchqueren von Süden Richtung Norden. Italien nimmt aufgegriffene Migranten wieder zurück. Wer es dennoch in die Schweiz schafft, zieht meist innert kurzer Zeit weiter nach Deutschland. In der «Samstagsrundschau» nimmt Justizministerin Simonetta Sommaruga Stellung zur aktuellen Lage – und zu den diplomatischen Folgen: Deutschland nämlich macht Druck auf die Schweiz, die Weiterwanderung zu stoppen. Italien umgekehrt trägt immer grössere Lasten und braucht Hilfe. Was unternimmt die Bundesrätin?Seit Frühling arbeitet die Schweiz mit in einer internationalen Kontaktgruppe, welche die gefährliche Migration von Libyen übers Mittelmeer stoppen will. Doch wie soll dies möglich sein angesichts der wirtschaftlichen und politischen Probleme in den Herkunftsländern der Migranten? Und wie weit soll Europa gehen? Braucht es europäische Grenzwächter an Libyens Grenze?Auch die schweizerische Asylpolitik ist Thema in der «Samstagsrundschau»: Die Kantone verlangen deutlich mehr Geld für die Integration gerade von minderjährigen Asylsuchenden. Wie stark kann der Bundesrat dazu Hand bieten. Und: Wie steht es um die grosse Asylreform? Der Bau von bis zu 19 Bundeszentren nämlich stockt.

Share
Juni 24th, 2017

Von Luftverteidigung und politischen Luftballons

Claude Meier, der Chef des Armeestabs, hat mit einer Expertengruppe ein Verbalgefecht entfacht: Er hat im Auftrag des Bundesrats eine Auslegeordnung zum Kauf neuer Kampfflugzeuge gemacht. Eine sehr breite – mit Kosten von fünf bis 18 Milliarden Franken. Das bietet entsprechend Angriffsfläche.Dass sich Politiker streiten, gehört zum Alltag. Geht es um den Kauf von Kampfjets, streiten noch einige mehr mit. Die «Stahlhelmfraktion», die Armeefreunde von gestern mit den Armeefreunden von heute, Armeegegner mit Befürwortern, militärische Einheiten verbal mit andern. Es geht um Ideologien, um Macht, um Geld, viel Geld. In dieses Gemenge ist Claude Meier geraten. Seit 2015 ist er Chef des Armeestabs und damit verantwortlich dafür, dass umgesetzt wird, was politisch beschlossen ist. Tut er nur das – oder steckt schon einiges an Ideologie oder auch Politik in der Auslegeordnung? Ist die Variante mit 70 neuen Flugzeugen nur ein Luftballon, den die Politik platzen lassen kann – zugunsten des gutschweizerischen Kompromisses? Ein Gespräch über den Wert der Sicherheit.

Share
Juni 24th, 2017

Philipp Scholkmann über die Lage in Mossul

Die Rückeroberung Mossuls geht voran: Die zweitgrösste irakische Stadt wird von der Armee aus dem Würgegriff der Terrormiliz IS befreit. SRF-Nahostkorrespondent Philipp Scholkmann schildert die Eindrücke seiner Reise ins Krisengebiet im Tagesgespräch bei Marc Lehmann.«Irak ist am Nullpunkt- und muss sich neu erfinden»Mossul: Die Metropole im Norden Iraks ist zum Inbegriff des IS-Terrors geworden. Vor drei Jahren wurde die Stadt, in der auch eine beträchtliche christliche Minderheit lebte, von den sunnitischen Fanatikern regelrecht überrannt. Der so genannte Islamische Staat rief dort ein Kalifat aus. Nun werden die Terroristen zurückgedrängt. Aber was kommt dann? Rache, Vergeltung? Politische Prozesse oder Stabilisierungskonzepte sind jedenfalls fast nirgendwo sichtbar.Philipp Scholkmann hat den Norden Iraks in den letzten Wochen bereist. Er hat mit den Menschen in den Flüchtlingslagern, mit Militärs und Zivilisten gesprochen – und sich Gedanken darüber gemacht, wie es in diesem versehrten Land weitergehen könnte.

Share
Juni 24th, 2017

Chefarzt Roger von Moos: Was, wenn Methadon Krebs heilen könnte?

Die Beobachtung einer deutschen Chemikerin, dass Methadon bei Chemo-Patienten Tumore «frisst», hat Hoffnungen geweckt. Falsche? Roger von Moos ist Chefarzt Onkologie am Kantonsspital Graubünden und Gast von Susanne Brunner.«Es gibt in der Medizin unerklärbare Erfolge»Vor einiger Zeit berichteten Krebspatientinnen und –patienten in einem ARD-Fernsehbeitrag von Tumoren und Metastasen, die plötzlich weg waren. Dabei hatten ihnen ihre Ärzte hatten ihnen nur noch wenige Monate Überlebenschance vorausgesagt. Grund für dieser Hoffnungsschimmer für unheilbar Kranke war die Entdeckung einer deutschen Chemikerin. Sie beobachtete, dass Methadon, allgemein aus der Therapie von Heroinsüchtigen bekannt, in Kombination mit Chemotherapie, Krebszellen zum Verschwinden bringen konnte. Der grosse Teil der Fachwelt reagierte ablehnend, warnte vor Nebenwirkungen von Methadon. Die Chemikerin fordert die Durchführung einer klinischen Studie. Nur: wer finanziert diese? Redet die Pharmaindustrie mit? Wer bestimmt, wann eine Studie gemacht wird, und wer finanziert sie? Roger von Moos ist Präsident der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung SAKK. Diese bestimmt massgeblich mit, was in der Krebsforschung gemacht wird und was nicht.

Share
Juni 24th, 2017

Cordula Seger und Alex Willener

Der Alpentourismus schwächelt, Tourismusregionen stehen unter Druck. Die bekannten Entwicklungs- und Wachstumsmodelle wirken überholt. Was ist zu tun? Cordula Seger und Alex Willener diskutieren touristische Zukunftsfragen an einer Tagung in Pontresina – und im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann.Der Klimawandel, der starke Franken, globale Konkurrenz und Einschränkungen wie die Plafonierung von Zweitwohnungen machen den alpinen Regionen zu schaffen. Viele sind zu einseitig auf Tourismus ausgerichtet, können sich aber nicht permanent neue Infrastrukturen leisten, um den Trends Rechnung zu tragen. Was gibt es also für Alternativen, um die Gäste trotzdem in die Alpen zu locken? Wie kann ökonomisch und ökologisch nachhaltiger Tourismus besser entwickelt und wie können die Einheimischen besser in den Veränderungsprozess einbezogen werden?Eine Tagung der «Interakademischen Kommission Alpenforschung Schweiz», die heute Freitag und morgen Samstag in Pontresina stattfindet, sucht nach Lösungsansätzen. Die Engadiner Kulturwissenschaftlerin Cordula Seger und Alex Willener, Regionalentwickler an der Hochschule Luzern, diskutieren mit.

Share
Juni 24th, 2017

Andreas Gross: Demokratie in Europa ein Jahr nach Brexit-Ja

Juni 2016: JA zu Brexit, eine starke Marine Le Pen in Frankreich, die AfD in Deutschland. Juni 2017: Brexit, ja aber, Emmanuel Macron in Frankreich – alles anders? Demokratie-Experte Andreas Gross ist Gast von Susanne Brunner.Wer hätte vor einem Jahr vorausgesagt, dass Emmanuel Macron Präsident Frankreichs und mit seiner neugegründeten Bewegung die absolute Mehrheit in der französischen Nationalversammlung erringen würde? Wer, dass die britische Premierministerin so kurz nach dem JA zum Brexit Neuwahlen ausrufen und dabei eine Schlappe erleiden würde? Auf den ersten Blick sieht Europa anders aus als vor einem Jahr. Stimmt das? «Nein, der Protest ist derselbe geblieben. Viele fühlen sich vergessen, stimmten für Brexit, jetzt für Jeremy Corbyn, Macron konnte innert eines Jahres von null auf hundert punkten …», sagt Andreas Gross. «Heute ist der Markt grösser als der Staat, der Staat kann den Markt nicht mehr lenken, das ist eine Begrenzung der nationalen Demokratie.» Gross war in Frankreich, den Niederlanden und im Vereinigten Königreich als Wahlbeobachter im Einsatz, er hat viel gesehen und gehört. «Macron will Europa umbauen und nicht auflösen, dieser Ansatz ist sehr anspruchsvoll.» Der Politikwissenschaftler politisierte von 1991 bis 2015 für die SP im Nationalrat, er war als erster Schweizer Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten in der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Strassburg, und er ist Autor des Buches «Die unvollendete Direkte Demokratie.»

Share
Juni 24th, 2017

Andrea Weidemann und Kilian Elsasser über das neue Finanzmuseum

Historische Wertpapiere, frühe Bancomat-Karten und ein Börsenspiel: In Zürich bekommt der Finanzplatz Schweiz ein Museum. Direktorin Andrea Weidemann und Kurator Kilian Elsasser erklären im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann, wie man Finanzen ausstellt.Jedes Wertpapier erzählt seine eigene Geschichte – und zeugt gleichzeitig von der Vergänglichkeit des Gewinnstrebens. Die stolzen und lukrativen Firmen aus der Zeit der Industrialisierung – Ölkonzerne, Eisenbahngesellschaften, Handelsriesen –, sie existieren heute nicht mehr. Aber die kunstvoll illustrierten Aktien und Obligationen erinnern an Konjunkturen und Krisen, Haussen und Baissen, Skandale und Bankrotte.Der Schweizer Börsenbetreiber SIX hat an seinem neuen Hauptsitz in Zürich-West das erste Finanzmuseum der Schweiz eingerichtet. Anhand von alten Wertpapieren und interaktiven Multimedia-Installationen wird die Geschichte der Finanzwirtschaft seit dem 16. Jahrhundert dargestellt. Warum ist im Bankenland Schweiz nicht früher jemand auf diese Idee gekommen?

Share
Juni 24th, 2017

Alain Arnaud, Jura-Korrespondent des Westschweizer Radios

Moutier hat entschieden: Die bern-jurassische Kleinstadt wechselt zum Kanton Jura. Ist mit dem Verdikt die Jura-Frage nun wirklich beendet? Marc Lehmann diskutiert im «Tagesgespräch» mit Alain Arnaud, Jura-Korrespondent des Westschweizer Radios und intimer Kenner des Jura-Konflikts.137 Stimmen haben den Ausschlag gegeben: Moutier will den Kantonswechsel. Der Trennungsentscheid soll den Schlusspunkt eines langwierigen Verfahrens markieren, das von demokratischer Reife zeugt. Mit einer Kaskade von Volksabstimmungen wurde der Jura-Konflikt nach einem gewalttätigen Beginn nach und nach entschärft. «Ich habe in den letzten Tagen das Vertrauen für die Pro-Berner-Fraktion schwinden sehen. Die Pro-Jurassische Kampagne war sehr wirkungsvoll. Der wichtigste Faktor war wohl die Sprache und die familiären Traditionen», sagt Arnaud. Für die Berner ist mit dem Abschied Moutiers das Thema nun abgeschlossen. Doch sehen das auch die jurassischen Separatisten so? «10’000 Leute sangen die jurassische Hymne auf der Strasse, da war schon sehr viel Patriotismus. Die Separatisten sagen zwar, sie wollten den sogenannten Südjura nicht vergessen, also den Berner Jura, aber ich glaube, im Moment wird Ruhe sein, denn gestern feierten alle gemeinsam», so Arnaud.Der zweisprachige Bieler Journalist Alain Arnaud berichtet für das Westschweizer Radio RTS über Bern und den Jura. Er verfolgt den Jura-Konflikt seit Jahren – seine Beobachtungen und Erkenntnisse im «Tagesgespräch».

Share
Juni 24th, 2017

FDP-Präsidentin Petra Gössi zum Rücktritt von Didier Burkhalter

Didier Burkhalter will nicht mehr Bundesrat sein. Er tritt auf Ende Oktober zurück. Das heisst jetzt Arbeit fürs Parteipräsidium. Petra Gössi, Präsidentin der FDP. Die Liberalen und Nationalrätin aus dem Kanton Schwyz ist Gast von Susanne Brunner.Mit dem Zeitpunkt seiner Rücktrittsankündigung hat Bundesrat Didier Burkhalter alle überrascht. Auch die Parteileitung: «Zuerst fiel uns die Kinnlade herunter», sagt FDP-Präsidentin Petra Gössi, «da wussten wir kurz nicht, was sagen.» So ein Rücktritt sei immer ein grosser Einschnitt. Spekulationen über seine Nachfolge möchte Petra Gössi nicht befeuern. Sie sagt aber, was für einen Bundesrat ihre Partei mit dem Neuenburger verliert: «Er ist in grosser Staatsmann und hat sich den Entscheid des Rücktritts nicht leicht gemacht.» Petra Gössi erklärt aber auch, wie Didier Burkhalter in seinem Bestreben, mit der EU ein institutionelles Rahmenabkommen auszuhandeln, immer mehr auch den Rückhalt in seiner eigenen Partei verlor. In seinem glanzvollsten Jahr, 2014, als Didier Burkhalter nicht nur Bundespräsident, sondern auch Vorsitzender der OSZE war, wurde er gleich mehrfach gefordert. Kaum hatte das Jahr begonnen, nahm das Schweizer Stimmvolk die Masseneinwanderungsinitiative der SVP an und versetzte den helvetisch-europäischen Beziehungen einen Dämpfer. Da habe Didier Burkhalter oft als Schild hinstehen müssen. Dabei habe klar die Führung des Gesamtbundesrats gefehlt, so Petra Gössi. Ebenfalls im Jahr 2014 kam es zum Krieg in der Ukraine, wo Burkhalter deeskalierend habe einwirken können.

Share
Juni 24th, 2017

Maximilian Reimann + Thomas Hardegger über Checks für Autofahrer

Bis wann sind Autofahrerinnen und -fahrer fit zum Fahren? Können sie das entscheiden? Sollen sie mit 70 dazu verpflichtet werden? Die Nationalräte Maximilian Reimann, SVP, und Thomas Hardegger, SP, stritten darüber in der Verkehrskommission im Nationalrat und bei Ivana Pribakovic im «Tagesgespräch».«Ältere Autofahrer können selbst entscheiden, ob sie noch fit fürs Autofahren sind, da braucht es den Staat nicht, der das vorschreibt», findet der 75jährige Nationalrat Maximilian Reimann. Es genüge vollkommen, wenn Autolenker ab 75 erstmals ärztlich abgeklärt werden, ob sie fahrtauglich sind. «70 ist der späteste Zeitpunkt für die Kontrolle, ältere Menschen überschätzen oft ihre Fähigkeiten», findet dagegen Thomas Hardegger.Die verkehrsmedizinischen Untersuchungen sollen nach dem Willen des Nationalrats auf 75 Jahre heraufgesetzt werden. Das hat das Nationalrat klar beschlossen mit 143 zu 15 Stimmen.

Share
Juni 24th, 2017

Kunstsammler und Unternehmer Uli Sigg an der ART Basel

Für ihn sind es grossartige Tage: was Rang und Namen hat in der Kunstszene, stellt an der ART Basel aus. Warum ihn die chinesische Kunst am stärksten interessiert, erzählt Uli Sigg bei Ivana Pribakovic.Er sammelt chinesische Kunst seit dem Massaker vom Tienanmen-Platz. «Die Gegenwartskunst will Provokation», sagt Sigg. Das fasziniert ihn. Gleichzeitig hat der Kunstsammler, ehemalige Manager und ehemalige Botschafter in Peking gute Beziehungen zur chinesischen Regierung; so konnte er sich für die Freilassung des regimekritischen Künstlers Ai Weiwei einsetzen. Obwohl er ungefähr 2300 Werke gesammelt hat, sieht er sich «nicht als Sammler, sondern eher als Forscher», verrät Uli Sigg. So schenkt er denn auch Werke im Wert von 150 bis 162 Millionen an ein ein Museum in Hongkong. Er hofft, das Museum werde zum Museum of Modern Art (MoMA) in Asien, und er meint, die Chancen dafür stünden gut.

Share
Juni 24th, 2017

Martin Alioth: Fiasko für UK-Premierministerin Theresa May

Theresa May wollte mit vorgezogenen Neuwahlen ein klares Mandat für den harten Brexit erzwingen. Das Gegenteil ist passiert. Was heisst das nun? SRF UK-Korrespondent Martin Alioth ist Gast von Susanne Brunner.In weniger als zwei Wochen sollten die Brexit-Verhandlungen mit der EU beginnen. Für diese Verhandlungen wollte Premierministerin ein starkes Mandat. Doch sie hat zu hoch gepokert. Ihre Konservativen haben die absolute Mehrheit im Unterhaus verloren, die Labour-Partei verzeichnet den grössten Wähler-Zuwachs seit 1945. Und auch sonst ist bei diesen vorgezogenen Neuwahlen einiges durcheinander geraten. War es Ärger über den dritten Urnengang in drei Jahren? Spielten die Terroranschläge in London und Manchester eine Rolle? Erwachten die Jungen aus ihrem Brexit-Schock? Eine Analyse.

Share
Juni 24th, 2017

Sigrid Lüber zum Tag der Meere

Der Ozean, das grösste Ökosystem der Erde – es ist in akuter Gefahr. Klimawandel, Überfischung und Vermüllung bedrohen diesen riesigen Lebensraum. Die Zürcher Umweltschützerin Sigrid Lüber nimmt derzeit an der Uno-Meereskonferenz in New York teil und ist Gast von Marc Lehmann im «Tagesgespräch».Delphine, Wale und Schildkröten ersticken am Zivilisationsmüll, giftige Mikroplastikpartikel gelangen in die Organe von Fischen und damit in die Nahrungskette, zu viel CO2 lässt die Ozeane versauern und Korallen absterben – und darüber hinaus herrscht unter Wasser wegen Ölbohrungen und des Schiffsverkehrs ein ohrenbetäubender Lärm. «Es braucht Ruhezonen und ein Verzeichnis der Lärmemissionen, daran wird nun gearbeitet», sagt Lüber.Dem Ozean geht es nicht gut, das hat auch die Uno gemerkt, die gegenwärtig in New York den ersten Meeresgipfel mit Regierungsvertretern und Umweltschützern aus über 150 Ländern durchführt. «Es gibt bereits 400 tote Zonen im Meer, wo nichts mehr lebt», so Lüber. «Das Problem ist, dass Abkommen keine Sanktionen beinhalten, dies muss jetzt eingeführt werden.» Für die Schweiz mit dabei: Sigrid Lüber, Gründerin der Zürcher Meeresschutz-Organisation OceanCare. Zum heutigen Tag der Meere ist sie Gast im «Tagesgespräch».

Share
Juni 24th, 2017

Mark Farha zur Isolation Katars

Abbruch der diplomatischen Beziehungen, Schliessung der Grenze. So geht man gewöhnlich gegen Erzfeinde vor. Die arabischen Nachbarn setzen diese Mittel aber gegen den Freund Katar ein. Was die Strafaktion bringt, erklärt der in Doha tätige Schweizer Politologie-Professor Mark Farha im Tagesgespräch.Wirtschaftlich sei die Isolation stark spürbar, sagt Farha. Viele Güter des täglichen Gebrauchs werden teurer, auch wenn die Türkei bei landwirtschaftlichen Gütern ein Stück weit in die Bresche gesprungen ist. Nun drohe, dass Katar erst recht in die Arme des Irans getrieben werde. Allerdings seien die Bande nicht so eng, wie es scheint: So stehen die beiden in der Türkei auf verschiedenen Seiten. Während die Iraner den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad stützen, unterstützt Katar Rebellengruppen, die in stürzen wollenl. Unklar sei die Rolle der USA. Dort müsse man abwarten, wer sich durchsetze. US-Aussenminister Rex Tillerson gelte als Freund Katars, hatte er doch als Exxon-CEO Katar ein Stück mit aufgebaut. Präsident Trump hingegen stellte sich zurerst auf die Seite von Saudi-Arabien. Mark Fahra ist der Meinung, die USA und Russland müssten bezüglich Katar rasch eine gemeinsame Linie finden, sonst könne es gefährlich werden. Ein Krieg sei zwar unwahrscheinlich, aber nicht gänzlich ausgeschlossen.

Share
Juni 24th, 2017

Ulrich Meyer: «Mit einer Parkbusse bis vor Bundesgericht…»

Heute Vormittag hat der Ständerat den Geschäftsbericht des Bundesgerichts genehmigt. Nicht immer läuft es zwischen Politikern und Richtern so rund. Bundesgerichtspräsident Ulrich Meyer ist Gast von Susanne Brunner.Rund 8000 Fälle sind 2016 beim Bundesgericht eingegangen. Für 38 Richterinnen und Richter eine enorme Arbeitslast, auch wenn sie auf die Hilfe von Gerichtsschreibern und nebenamtlichen Richtern zählen können. «Das Bundesgericht sollte sich wieder auf die wichtigen Fälle konzentrieren können, auf grundsätzliche Fälle», sagt Bundesgerichtspräsident Ulrich Meyer im «Tagesgespräch» bei Susanne Brunner.SP-Mitglied Meyer erklärt, was er unter relevanten Fällen versteht und warum Bundesrichter vermehrt politischer Kritik ausgesetzt sind. Welche Rolle die Gerichtsschreiber am Bundesgericht spielen. Und warum die Prozessfreudigkeit heute so gross ist.

Share
Juni 24th, 2017

Velopionier Bendicht Luginbühl

200 Jahre nach seiner Einführung ist das Velo heute ein Lifestyle-Objekt. Und ein zunehmend unverzichtbares Vehikel, wenn es darum geht, den Verkehrskollaps zu vermeiden – sagt Velopionier Bendicht Luginbühl im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann.Das Fahrrad hat den Verkehr demokratisiert. Es sorgt dafür, dass breite Bevölkerungskreise mobil sind. Velofahrerinnen und –fahrer sparen Platz und Energie, tun etwas für die Umwelt und ihre Gesundheit. Sind es die besseren Menschen? Jedenfalls steht der Zweiradverkehr weit oben in der Förderungsgunst der Politik – vor allem die unter ständigem Mehrverkehr ächzenden Städte unterstützen das Velo mit viel Geld.Bendicht Luginbühl gilt als einer der Pioniere der Schweizer Mountainbike-Bewegung und als Begründer des professionellen Fahrrad-Journalismus. Der Mitbegründer und spätere Programmleiter von Radio DRS 3 führt heute ein Beratungsunternehmen – er verfolgt die Entwicklungen im Velo-Bereich seit 30 Jahren.

Share
Juni 24th, 2017

Noah Veraguth: «Als Goalie habe ich gelernt, Frontmann zu sein»

Temperamentvoller Halbbrasilianer mit wilder Mähne. Schüchterner Perfektionist. Je nachdem, aus welcher Perspektive man auf Noah Veraguth blickt, ergibt sich ein anderes Bild. Kurz vor Erscheinen des neuen Albums seiner Band Pegasus gibt es in «Focus» den Musiker in der Totalen.Seine Lehre im Reisebüro hat er abgebrochen, seither lebt Noah Veraguth für und seit einigen Jahren auch von der Musik. Aufgewachsen in Biel, wirkt er als Musiker heute in Berlin, London, Zürich.Seit dem letzten Album ist seine Band «Pegasus» vom Quartett zum Trio geschrumpft. In «Focus» erzählt Veraguth von der Trennung von einem alten Freund und wie er es heute besser schafft im Jetzt zu leben.

Share
Juni 24th, 2017

Simon de Pury, Kunstauktionator: «Ich bin extrem abergläubisch»

Er ist der Mann mit dem goldenen Hammer. Simon de Pury versteigert mit einem Schlag Kunstwerke in Millionenhöhe.Seine Mutter war eine Ikebana-Künstlerin, sein Vater – ein Baron – war der Bildhauerei verfallen. Simon de Pury ist prima vista ein distinguierter Herr im Massanzug. In seinen legendären Kunstauktionen jedoch, gibt er den Glamrocker of Art. In «Focus» spricht Simon de Pury über die Kunst und was man daraus machen kann, seinen Aberglauben und seine DJ-Skills.

Share
Juni 24th, 2017

Musiker Kurt Uenala: «In New York spart niemand sein Geld»

Von «Mostindien» in den Big Apple: Kurt Uenala verliess vor vielen Jahren den Thurgau und landete via Boston in New York. Nach einigen Jahren im Untergrund hat er sich als Produzent und Songwriter durchgesetzt und komponiert heute Lieder mit Depeche Mode oder produziert Alben mit Moby.Als Kind spielte er Cello. Als Teenie liebte er Depeche Mode und Metallica. In Boston studierte er am Berklee College Musik und siedelte 1998 nach New York um. Dort traf er Depeche Mode Sänger Dave Gahan. Es klickte auf Anhieb und die beiden entschieden, gemeinsam Songs zu schreiben. Wenn am nächsten Sonntag Depeche Mode im Zürcher Letzigrund Stadion spielen, ist Uenala mit seiner Mutter im Publikum. Er erzählt seine musikalische Lebensgeschichte im Gespräch mit Dominic Dillier.

Share