Archiv für ‘Samstagsrundschau’

19. September 2017

Das Tabu Rückzug aus den Bergen

Mario Cavigelli ist im Dauereinsatz. Der Bergsturz am Piz Cengalo fordert den Regierungsrat des Kantons Graubünden. Es geht um nichts weniger als die Sicherheit der Bevölkerung. Gleichzeitig weibelt Cavigelli in Bern, dort fordert er: Die Beibehaltung der aktuellen Wasserzinsen.Die Bilder des Bergsturzes von Bondo und den darauffolgenden Schlammlawinen gingen um die Welt. Das Unglück forderte 8 Todesopfer. Die Aufräumarbeiten laufen. Doch am Berg ist die Gefahr noch nicht gebannt. Was tut der Kanton – und tut er das Richtige? Warum ist der Rückzug aus solchen Regionen ein Tabu? Mit solchen Fragen ist Mario Cavigelli als Vorsteher des Bau- und Verkehrsdepartements konfrontiert.Er hat aber noch weitere Probleme: Der Bundesrat will die Wasserzinsen senken. Diese Zinsen erhalten die Berggemeinden für die Nutzung des Wassers. Die Bergkantone lobbyieren, protestieren – und drohen.Mario Cavigelli ist Gast in der «Samstagsrundschau» bei Géraldine Eicher.

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12. September 2017

SBB kämpft um ihr Monopol

SBB-Chef Andreas Meyer stellt die Ampeln auf Rot: Auf keinen Fall will er Fernverkehrs-Strecken abtreten an das Berner Bahnunternehmen BLS. Doch wäre nicht genau das im Sinne der Kundinnen und Kunden?Monatelang hat die SBB versucht, die BLS von ihren Fernverkehrs-Plänen abzubringen. Vergeblich: Die Berner Bahn will künftig fünf Fernverkehrs-Linien anbieten, zum Beispiel vom Wallis nach Basel. Gestern hat die BLS entsprechende Konzessions-Gesuche beim Bund eingereicht. Den Passagieren verspricht die BLS einen besseren Service als ihn die SBB bietet. Reagieren die Bundesbahnen deshalb so feindselig auf die Konkurrenz? SBB-Chef Meyer nimmt Stellung in der «Samstagsrundschau».Es sind ohnehin keine einfachen Zeiten für Andreas Meyer: Der Streckenunterbruch im deutschen Rastatt versursacht ein Chaos im internationalen Güterverkehr und vermutlich ein tiefes Millionenloch bei der SBB-Gütersparte. Diese kämpfte bereits vor Rastatt mit grossen Problemen: Kann SBB Cargo die zusätzliche Krise verkraften – oder droht der Kollaps?

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5. September 2017

Rösti zur Bundesratswahl und zum Formtief seiner SVP

Als stärkste Partei im Bundeshaus hat die SVP Gewicht bei der Bundesratswahl. In der Samstagsrundschau nimmt SVP-Präsident Albert Rösti Stellung zum freisinnigen Kandidaten-Ticket – und erklärt, warum seine eigene Partei so weit weg ist von der Bestform.Die Sympathien innerhalb der SVP scheinen klar: Der Tessiner FDP-Mann Ignazio Cassis ist hoch im Kurs als Bundesratskandidat. Wird ihm die SVP zur Wahl verhelfen? Nach dem Wechsel im Bundesrat aber wird Albert Rösti und seiner SVP ein politischer Sündenbock fehlen: Der abtretende FDP-Magistrat Didier Burkhalter habe im Bundesrat eine «echte» rechte Mehrheit verhindert. Was verspricht sich Rösti für die Zeit nach Burkhalter? Und: Wie bereitet er seine Partei auf den Abgang von SVP-Bundesrat Ueli Maurer vor?Albert Rösti steht seit über einem Jahr an der Spitze der SVP. Für die Partei war es eine Zeit der Misserfolge: Abstimmungen selbst zu Ausländer-Themen gingen verloren – ebenso Sitze in kantonalen Parlamenten. Seine eigenen Leute seien zu faul geworden, sagt Rösti. Nur: Liegt das Problem vielleicht auch bei ihm? Bietet die SVP über die «typischen rechten Themen» Europa und Zuwanderung hinaus tatsächlich Antworten auf die Probleme der Menschen?

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29. August 2017

Der Flughafen Zürich soll sicherer werden – und lärmiger

Der Flughafen Zürich soll sicherer und auch pünktlicher werden. Der Bundesrat hat diese Woche neue Leitlinien für den Betrieb erlassen. Nun muss der Flughafen aufzeigen, wie er diese Leitlinien umsetzt. Gefordert ist Flughafenchef Stephan Widrig.2012 kam ein Bericht von verschiedenen Fachleuten zu einem wenig schmeichelhaften Befund. Die Sicherheit am Flughafen Zürich müsse verbessert werden. Nun hat der Bundesrat festgelegt in welche Richtung diese Massnahmen gehen sollen: Starts Richtung Süden über die Stadt Zürich und andere dichtbesiedelte Gebiete und längere Pisten. Diese Massnahmen stossen rund um den Flughafen auf Ablehnung, führen sie doch zu mehr Lärm. Die Stadt Zürich und andere Gemeinden haben bereits Widerstand angekündigt. Wie will Widrig also diese umstrittenen Massnahmen umsetzen? Wie sicher ist der Flughafen Zürich überhaupt? Erträgt der Befund der Fachleute überhaupt einen weiteren Befund?Widrig möchte zudem, dass der Flughafen mehr wachsen kann. Dies ist mit den Vorgaben des Bundes jedoch nur beschränkt möglich. Wie sieht Widrig die Zukunft des Flughafens? Ist es überhaupt wünschbar, dass die Luftfahrt, welche die Umwelt stark belastet, weiterhin wächst? Stephan Widrig nimmt Stellung in der «Samstagsrundschau» bei Hans-Peter Künzi.

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22. August 2017

Appetitliches und Unappetitliches aus dem Tierreich

Nicht alles, was im Stall steht, möchten die Menschen einmal auf dem Teller haben. Und längst nicht alles, was im Stall geht, ist im Sinne der Tiere. Beides beschäftigt Hans Wyss, Direktor des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen.Ausgemergelte Pferde, verletzte Rinder, verdreckte Ställe: Tierquälerei sorgt stets für Polemik. Aktuell macht ein besonders gravierender Fall von Vernachlässigung Schlagzeilen. Braucht es mehr und strengere Regeln im Tierschutz? Weniger Föderalismus? Und was nützt eine strenge Gesetzgebung, wenn es am Vollzug hapert?Hans Wyss, früher selber Tierarzt, kennt die Tücken und Lücken im Vollzug. Und als Zuständiger für die Lebensmittelsicherheit weiss er auch, dass auf dem Weg vom Stall auf den Teller auch sonst so einiges schiefgehen kann. Von den Problemen zeugen Listerien in Schinkenwürfeln, Salmonellen im Käse oder verseuchte Eier aus Holland.Hans Wyss ist Gast von Gérladine Eicher in der «Samstagsrundschau».

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15. August 2017

Drei sind zwei zuviel

Die Kantonalparteien haben ihre Favoriten gekürt, nun muss FDP-Präsidentin Petra Gössi ihre Taktik festlegen. Und da ist sie im Dilemma: Mit Ignazio Cassis hätte das Tessin seinen langersehnten Bundesrat. Mit Isabelle Moret wären die Frauen gestärkt. Doch was nützt der FDP mehr?Am 1. September entscheidet die FDP-Fraktion, wie das Bundesratsticket aussehen soll. Bis dahin kann Petra Gössi noch Strippen ziehen. Ihr Anliegen muss es sein, am Schluss eine Idealbesetzung im Bundesrat zu haben. Was heisst für sie Idealbesetzung? Welches Ticket bringt sie am ehesten ans Ziel? Warum ist für sie der Lateiner-Anspruch gegeben und ist die Frauenfrage sekundär? Und wieviel ändert die Vorankündigung des Abschieds von CVP-Bundesrätin Doris Leuthard an Gössis Strategie? Über den Sommer hat sie nicht konkret Stellung bezogen – nun geht sie in die Offensive.

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8. August 2017

Bleibt die Schweiz in der Diesel-Affäre untätig?

Zu viel Abgas, zu viele Tricksereien, zu viel Vertrauen verloren: Der Diesel-Skandal weitet sich aus. In der Schweiz aber bleibt das Bundesamt für Strassen Astra untätig. Weshalb? Direktor Jürg Röthlisberger nimmt Stellung.In Deutschland hat die Regierung die Autobauer immerhin zu ersten Massnahmen verpflichten können – Österreich strebt eine ähnliche Lösung an. Und was tut die Schweiz? In der Samstagsrundschau erläutert Astra-Direktor Röthlisberger seine Pläne und er verspricht Lösungen für Schweizer Diesel-Kunden. Von einschneidenden Massnahmen wie Importverbote für besonders schädliche Motoren will er aber nichts wissen.Im zweiten Teil der Sendung skizziert Röthlisberger seine Vision für den Strassenverkehr der Zukunft – wir fragen: Tut die Schweiz genug, um dem Elektroauto den Weg zu ebnen? Und: Welche Rezepte hat der Astra-Direktor gegen den drohenden Verkehrsinfarkt?

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1. August 2017

Wolf im Schafspelz?

Reinhard Schnidrig musste sich als oberster Wildhüter schon einiges anhören. Wegen seines Einsatzes für den Schutz des Wolfes seien Mensch und Nutztiere im Berggebiet gefährdet, die alpine Kultur sei in Gefahr. Mit der anstehenden Revision des Jagdgesetzes wird Schnidrig erneut zur Zielscheibe.Der Luchs hat sich schon vor Jahren wieder angesiedelt. Mittlerweile leben wieder Wolfsrudel in der Schweiz und einzelne Bären streifen gelegentlich durch die Alpen. Das führt zu Konflikten mit Schäfern, Touristen, Jägern. Kritiker fragen sich deshalb: Warum sollen in unseren immer kleineren Lebensräumen für Wild- und Nutztiere auch noch Grossraubtiere leben?Wie kann sich ausgerechnet ein Walliser, ein Jäger wie Reinhard Schnidrig, für die Ansiedlung von Wölfen und Bären einsetzen? Ist er ein Wolf im Schafspelz, ein als Beamter getarnter Tierschützer? Wie weit kommt der Bund in der Revision des Jagdgesetzes den Kritikern entgegen? Wieviel Biodiversität braucht es in den Alpen – und zu welchem Preis?

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25. Juli 2017

Folgt auf den Hotel-Boom bald das Hotel-Sterben?

Auf dem Bürgenstock und in Zürich werden neue Hotels eröffnet. Dabei ist die Zahl der Hotelübernachtungen eher rückläufig. Hat die Schweiz bald zu viele Hotels? Der oberste Hotelier Andreas Züllig nimmt Stellung.Hotelleriesuisse-Präsident Andreas Züllig ist im Clinch: Einerseits dürfte er sich über die Hoteleröffnungen an verschiedenen Orten freuen, weil das neue Verbandsmitglieder gibt. Andererseits warnen Experten vor Überkapazitäten. Sprich: Nicht alle Hotels werden überleben.Was tut der Verbands-Präsident, dass auf den Hotel-Boom nicht schon bald das grosse Hotel-Sterben folgt? Züllig kämpft schon mal für bessere Rahmenbedingungen: So kämpft er beispielsweise gegen die Hochpreisinsel Schweiz und gegen den Fachkräftemangel. Aber was tut er, wenn zu viele Hotels auf den Schweizer Markt drängen und sich seine Verbandsmitglieder so gegenseitig selber das Leben schwermachen?Der Hotelleriesuisse-Präsident Andreas Züllig nimmt Stellung in der «Samstagsrundschau».

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22. Juli 2017

Gibt es bald mehr Lohn?

Ab nächstem Jahr sollen die Angestellten in der Schweiz mehr Lohn erhalten. Die Gewerkschaften forderten diese Woche Lohnerhöhungen bis zu zwei Prozent. Valentin Vogt, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbands drückt schon mal auf die Bremse. In der «Samstagsrundschau» erklärt er weshalb.Die Wirtschaft in der Schweiz läuft gut, die meisten Firmen blicken optimistisch in die Zukunft. Wäre das nicht ein guter Moment, um auch die Angestellten am Erfolg teilhaben zu lassen? Wann, wenn nicht jetzt, sollen die Löhne steigen? Valentin Vogt und die Arbeitgeber sehen das anders. Sie wollen noch zuwarten und noch keine Versprechen abgeben.Dazu bleibt die Umsetzung der Zuwanderungsinitiative auch bei den Arbeitgebern ein Thema. Vor wenigen Wochen hat der Bundesrat erläutert, wie der sogenannte Inländervorrang light umgesetzt werden soll. Sobald in einer bestimmten Branche die Arbeitslosenquote fünf Prozent übersteigt, müssen die Unternehmen freie Stellen den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren melden. Das sei ein zu tiefer Wert, für die Unternehmen bedeute das zu viel Bürokratie, heisst es bei der Wirtschaft. Wirtschaftsvertreter müssen sich deshalb die Frage gefallen lassen, ob bei einem höheren Wert die Umsetzung des Volkswillens nicht vollends missachtet würde.Valentin Vogt ist Gast in der «Samstagsrundschau» bei Hans-Peter Künzi.

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18. Juli 2017

Gibt’s bald mehr Lohn?

Ab nächstem Jahr sollen die Angestellten in der Schweiz mehr Lohn erhalten. Die Gewerkschaften forderten diese Woche Lohnerhöhungen bis zu zwei Prozent. Valentin Vogt, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbands drückt schon mal auf die Bremse. In der «Samstagsrundschau» erklärt er weshalb.Die Wirtschaft in der Schweiz läuft gut, die meisten Firmen blicken optimistisch in die Zukunft. Wäre das nicht ein guter Moment, um auch die Angestellten am Erfolg teilhaben zu lassen? Wann, wenn nicht jetzt, sollen die Löhne steigen? Valentin Vogt und die Arbeitgeber sehen das anders. Sie wollen noch zuwarten und noch keine Versprechen abgeben.Dazu bleibt die Umsetzung der Zuwanderungsinitiative auch bei den Arbeitgebern ein Thema. Vor wenigen Wochen hat der Bundesrat erläutert, wie der sogenannte Inländervorrang light umgesetzt werden soll. Sobald in einer bestimmten Branche die Arbeitslosenquote fünf Prozent übersteigt, müssen die Unternehmen freie Stellen den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren melden. Das sei ein zu tiefer Wert, für die Unternehmen bedeute das zu viel Bürokratie, heisst es bei der Wirtschaft. Wirtschaftsvertreter müssen sich deshalb die Frage gefallen lassen, ob bei einem höheren Wert die Umsetzung des Volkswillens nicht vollends missachtet würde.Valentin Vogt ist Gast in der «Samstagsrundschau» bei Hans-Peter Künzi.

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11. Juli 2017

Oberster EU-Aussenparlamentarier auf hartem Kurs

Der deutsch-britische EU-Parlamentarier David McAllister ist einer der wichtigsten aussenpolitischen Stimmen der EU. In der Samstagsrundschau spricht er über den Streit um das Rahmenabkommen zwischen Brüssel und Bern – und über die Folgen des Brexits.Auch ein Jahr nach der britischen Abstimmung ist der Brexit für David McAllister eine «katastrophale Fehlentscheidung», wie er sagt. In der «Samstagsrundschau» verteidigt der Präsident des auswärtigen Ausschusses des EU-Parlaments Brüssels harten Kurs bei den laufenden Austrittsverhandlungen – es gehe darum, die Interessen der EU-Bürger und -Mitgliedstaaten zu verteidigen.Ähnlich kompromisslos vertritt der deutsche EU-Abgeordnete mit britischem und deutschem Pass die Haltung der EU-Kommission gegenüber der Schweiz. Ohne das umstrittene Rahmenabkommen werde es nicht gehen, sagt der Aussenparlamentarier.In der «Samstagsrundschau» äussert sich David McAllister auch zur Migrationskrise. Die Migration übers Mittelmeer müsse ganz aufhören, sagt der CDU-Politiker. Er verteidigt die umstrittene Zusammenarbeit der EU mit der libyschen Einheitsregierung in Tripolis und vergleicht diese Kooperation mit dem Pakt, den die EU vor rund zwei Jahren mit der Türkei abgeschlossen hat. David McAllister ist Gast bei Dominik Meier.

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4. Juli 2017

Profitieren Gesunde auf Kosten der Kranken?

Verena Nold, Direktorin des Krankenkassenverbands santésuisse, ist empört. Grund ihrer Empörung: Der Bundesrat senkt den Prämienrabatt für hohe Franchisen. Der Entscheid treffe ausgerechnet jene, die Eigenverantwortung wahrnehmen würden, kritisiert Nold.Es ist nicht das einzige, das sie an der bundesrätlichen Gesundheitspolitik empört.Über Franchisen tragen Versicherte einen Teil ihrer Gesundheitskosten selber. Dadurch verhalten sie sich kostenbewusster. Versicherte mit hohen Gesundheitsrisiken wählen eher tiefere Franchisen, Gesunde mit guter Ausbildung und gutem Einkommen entscheiden sich tendenziell für hohe Franchisen. Sie sind vom bundesrätlichen Entscheid am stärksten tangiert. Der Bundesrat sieht dies als Teil der Solidarität im Gesundheitssystem.Das ist nur ein Streitpunkt mit den Krankenversicherern. Gestritten wird in Bälde wohl auch über die Prämienregionen. Der Bund erwägt, die Prämienunterschiede in den Kantonen zu verkleinern. Beides sehen Kritiker wie die Krankenkassen als Zwischenschritt auf dem Weg zur Einheitskasse.Verena Nold ist Gast in der «Samstagsrundschau» bei Géraldine Eicher.

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27. Juni 2017

Dreht sich FINMA-Direktor Mark Branson im Kreis?

Schon wieder haben sich Leute nicht an die Spielregeln gehalten: Insiderhandel, Marktmanipulation – die Vorwürfe der FINMA in den neusten Fällen wiegen schwer. Verhallen die Warnungen von FINMA-Direktor Mark Branson ungehört?Ein bekannter Mehrfach-Verwaltungsrat und Firmensanierer hat sein breites Firmenwissen missbraucht, um mit Finanzgeschäften Profit zu schlagen. Nun greift die Finanzmarktaufsicht FINMA durch und zieht unrechtmässig erworbene Gewinne ein.Einerseits dürfte FINMA-Direktor Mark Branson froh sein, die Tricksereien aufgedeckt zu haben. Andererseits drängt sich die Frage auf, ob all seine Warnungen und Mahnungen in den letzten Monaten und Jahren einfach ungehört verhallen.Wie will Mark Branson Banken, Händler, Investoren und andere mehr dazu bringen, sich künftig an die Spielregeln zu halten? Mit mehr Regulierung – obwohl die Kritiker der FINMA schon jetzt über deren Regulierungswut stöhnen?Der Finma-Direktor nimmt Stellung in der «Samstagsrundschau» bei Eveline Kobler.

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24. Juni 2017

Die Schweiz vor dem Migrations-Rekordsommer?

Immer mehr Migranten brechen auf übers Mittelmeer nach Italien und weiter Richtung Norden. Die Schweiz ist zu einem Transitland geworden. Bundesrätin Sommaruga sucht den Schulterschluss mit Italien und Deutschland, um die Migration zu drosseln.Die Situation scheint auf den ersten Blick «bequem» für die Schweiz: Die meisten Migrantinnen und Migranten wollen die Schweiz nur durchqueren von Süden Richtung Norden. Italien nimmt aufgegriffene Migranten wieder zurück. Wer es dennoch in die Schweiz schafft, zieht meist innert kurzer Zeit weiter nach Deutschland. In der «Samstagsrundschau» nimmt Justizministerin Simonetta Sommaruga Stellung zur aktuellen Lage – und zu den diplomatischen Folgen: Deutschland nämlich macht Druck auf die Schweiz, die Weiterwanderung zu stoppen. Italien umgekehrt trägt immer grössere Lasten und braucht Hilfe. Was unternimmt die Bundesrätin?Seit Frühling arbeitet die Schweiz mit in einer internationalen Kontaktgruppe, welche die gefährliche Migration von Libyen übers Mittelmeer stoppen will. Doch wie soll dies möglich sein angesichts der wirtschaftlichen und politischen Probleme in den Herkunftsländern der Migranten? Und wie weit soll Europa gehen? Braucht es europäische Grenzwächter an Libyens Grenze?Auch die schweizerische Asylpolitik ist Thema in der «Samstagsrundschau»: Die Kantone verlangen deutlich mehr Geld für die Integration gerade von minderjährigen Asylsuchenden. Wie stark kann der Bundesrat dazu Hand bieten. Und: Wie steht es um die grosse Asylreform? Der Bau von bis zu 19 Bundeszentren nämlich stockt.

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24. Juni 2017

Neuer Bundesrat, neue Europapolitik

Wer wird neuer Aussenminister? Wie verändert sich die Europapolitik? Nach dem überraschenden Rücktritt von Bundesrat Didier Burkhalter stellen sich viele Fragen. Burkhalters Parteikollegin, die St. Galler Ständerätin Karin Keller-Sutter, gilt als profilierte Aussenpolitikerin.Der freisinnige Didier Burkhalter galt vielen Parteikollegen als eine Spur zu links und zu EU-freundlich. Die SVP sah in ihm einen EU-Turbo, der die Eigenständigkeit der Schweiz aufs Spiel setzte. Wer könnte ihm nun folgen, kommt es im Bundesrat – ohne dass sich an der Parteienstärke etwas ändert – nun zur «bürgerlichen Wende»?Nur zwei Tage nach Burkhalters angekündigtem Rücktritt traf sich der Bundesrat, um über seine künftige Europapolitik und das Verhältnis zur EU zu diskutieren. Wie beurteilt die einflussreiche FDP-Aussenpolitikerin diese Entscheide, wie geht es weiter mit Burkhalters Rahmenabkommen, welches mit dem Zusatz «fremde Richter» oft kritisiert wurde? Und warum will sich Keller-Sutter nicht selber um einen Sitz bewerben, klagt doch die Ostschweiz immer wieder darüber, dass sie schon lange nicht mehr im Bundesrat vertreten ist?Karin Keller Sutter ist Gast in der «Samstagsrundschau» bei Hans-Peter Künzi.

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24. Juni 2017

Von Luftverteidigung und politischen Luftballons

Claude Meier, der Chef des Armeestabs, hat mit einer Expertengruppe ein Verbalgefecht entfacht: Er hat im Auftrag des Bundesrats eine Auslegeordnung zum Kauf neuer Kampfflugzeuge gemacht. Eine sehr breite – mit Kosten von fünf bis 18 Milliarden Franken. Das bietet entsprechend Angriffsfläche.Dass sich Politiker streiten, gehört zum Alltag. Geht es um den Kauf von Kampfjets, streiten noch einige mehr mit. Die «Stahlhelmfraktion», die Armeefreunde von gestern mit den Armeefreunden von heute, Armeegegner mit Befürwortern, militärische Einheiten verbal mit andern. Es geht um Ideologien, um Macht, um Geld, viel Geld. In dieses Gemenge ist Claude Meier geraten. Seit 2015 ist er Chef des Armeestabs und damit verantwortlich dafür, dass umgesetzt wird, was politisch beschlossen ist. Tut er nur das – oder steckt schon einiges an Ideologie oder auch Politik in der Auslegeordnung? Ist die Variante mit 70 neuen Flugzeugen nur ein Luftballon, den die Politik platzen lassen kann – zugunsten des gutschweizerischen Kompromisses? Ein Gespräch über den Wert der Sicherheit.

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30. Mai 2017

Schweizer Muslim-Vertreter zu Radikalisierung

Am Montag erschütterte der Terroranschlag in Manchester die Welt. Was löst der neueste islamistische Massenmord in der muslimischen Gemeinschaft aus? Tun die Verantwortlichen genug gegen radikales Gedankengut in der Schweiz? Montassar BenMrad ist Präsident des islamischen Dachverbands Fids.Es ist zu einer traurigen Routine geworden: Nach jedem neuen Terror-Anschlag veröffentlicht die Föderation islamischer Dachorganisationen Fids eine Medienmitteilung. Darin verurteilt sie die Attacke aufs Schärfste. Welche Debatten lösen die Massenmorde im Namen des Islams bei Schweizer Muslimen aus? Darüber spricht Fids-Präsident BenMrad in der «Samstagsrundschau» – und er nimmt Stellung zur Radikalisierung junger Muslime auch in der Schweiz: Tun die Moschee-Verantwortlichen wirklich genug? Wie sind Fälle von Radikalisierungen zum Beispiel in einer Genfer Moschee überhaupt möglich – trotz aller Beteuerungen? Weshalb unternimmt die Fids nicht mehr, um gefährliche Radikalisierung früh zu erkennen?Die Schweizer Muslime sprechen nicht mit einer Stimme: Die muslimische Gemeinschaft ist zersplittert und streitet sich um den Anspruch, die Muslime zu vertreten. Die Rolle der Fids ist umstritten: Ein wichtiger albanisch-islamischer Verband ist aus der Fids ausgetreten – er wirft ihr Tatenlosigkeit vor. Die albanische Glaubensgemeinschaft gibt den Takt vor mit einer eigenen Charta. Darin bekennt sie sich zum Schweizer Rechtsstaat und zur Gleichberechtigung von Mann und Frau und ruft zum aktiven Kampf gegen Extremismus auf. Weshalb spielt die Fids keine ähnlich aktive Rolle?Montassar BenMrad ist Gast in der «Samstagsrundschau» bei Dominik Meier.

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23. Mai 2017

Jugendliche Asylbewerber stellen Kantone vor Herausforderungen

Die Asylzahlen gehen in der Schweiz seit anderthalb Jahren zurück. Es kommen jedoch immer mehr minderjährige Asylsuchende in die Schweiz und der Anteil jener, die alleine ohne Eltern kommen, steigt. Peter Gomm präsidiert noch bis am 31. Juli die Konferenz der kantonalen Sozialhilfedirektoren.Die Konferenz der kantonalen Sozialhilfedirektoren forderte mehr Geld vom Bund. Wie reagiert der Bund auf diese Forderungen? Wie wollen die Kantone das Geld einsetzen und wie wollen sie dafür sorgen, dass diese jungen Asylbewerber am Schluss nicht in der Sozialhilfe landen?Ausserhalb der Asylpolitik hat sich Gomm auch für die Umsetzung der neuen Ansätze für die Sozialhilfe eingesetzt. Diese brachten für viele Bezügerinnen und Bezüger tiefere Beiträge. Wie hat sich das ausgewirkt, wie reagiert der SP-Politiker auf Kritik von links und von Hilfswerken, dass damit auf dem Buckel der Ärmsten gespart worden sei? Peter Gomm nimmt Stellung in der «Samstagsrundschau».

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16. Mai 2017

Suva-Präsident Markus Dürr im Endspurt

Man ist froh, dass es sie gibt, aber brauchen möchte sie niemand: die Unfallversicherung Suva. Sie hat zwar den Ruf, effizient zu arbeiten. Präsident Markus Dürr ist dennoch gefordert, etwa im Kampf gegen Missbräuche oder beim Halten von ganzen Kundengruppen.Im Zeitalter von Uber und anderen Internet-Dienstleistungen muss die Unfallversicherung nun plötzlich um ganze Kundengruppen bangen, weil sich die traditionellen Arbeitsverhältnisse immer mehr auflösen. Das zieht versicherungstechnische Fragen auch bei Unfällen nach sich.Kommt hinzu, dass auch beim Kampf gegen Missbräuche nicht alles wie gewünscht läuft. Etwa das Observieren von Verdächtigen wurde gerichtlich eingeschränkt.Welche Auswege sucht Markus Dürr? Der Suva-Präsident, der überraschend nur noch bis Ende Jahr im Amt bleiben darf, nimmt Stellung in der «Samstagsrundschau».

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