Archiv für ‘DRS Tagesgespräch’

November 6th, 2018

Mehr Selbstbestimmung oder mehr Isolation?

Die Schweizer Verfassung soll Vorrang haben vor völkerrechtlichen Bestimmungen. Das verlangt die Selbstbestimmungsinitiative der SVP. Damit will die Partei dem Volk die politische Mitsprache sichern. Die Gegner befürchten hingegen, die Initiative führe die Schweiz international in die Isolation.

Die SVP hat die Selbstbestimmungsinitiative im Alleingang lanciert. Die anderen grossen Parteien lehnen sie ab. Auch der Bundesrat empfiehlt ein Nein. Am 25. November kommt die Initiative zur Abstimmung. In der Abstimmungskontroverse zur Selbstbestimmungsinitiative diskutieren als Befürworter der Zürcher SVP-Nationalrat Hans-Ueli Vogt und als Initiativgegner der Freiburger CVP-Ständerat Beat Vonlanthen. Das Gespräch leitet Inlandredaktor Rafael von Matt.

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November 3rd, 2018

Hans-Joachim Eckert über Ethik im Sport

Er hat bei der Fifa aufgeräumt, grosse Namen wie Ex-Präsident Blatter gesperrt und sich so viele Feinde geschaffen. Dann wurde der Unbequeme schnöd abgesetzt. Jetzt spricht Hans-Joachim Eckert im «Tagesgespräch» über seine Zeit als Ethik-Verantwortlicher – und über Geld, Macht, Korruption im Sport.

Vor seinen Ermittlungen war niemand sicher: Blatter nicht, der Sonnenkönig des Fussballs, Michel Platini nicht, der Uefa-Präsident, auch nicht Funktionärsgrössen wie Jérôme Valcke oder die Legende Franz Beckenbauer – für sie alle erwirkte Hans-Joachim Eckert Sperren oder Bussen. Als Vorsitzender der Fifa-Ethikkommission hatte er den Auftrag, den von Korruption und Vetternwirtschaft verseuchten Fussball-Weltverband zu säubern.
Doch dem neuen Fifa-Präsidenten Gianni Infantino, der notabene als Erneuerer angetreten ist, wurde der gewissenhafte deutsche Jurist zu gefährlich. Plötzlich hatten die Fifa-Oberen keine Lust mehr auf Transparenz und Reformen und setzten ihn vor anderthalb Jahren vor die Türe.
Nun spricht Eckert, der als Richter in München gegen manch dicken Fisch aus der Unterwelt vorgegangen ist, im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann Klartext über seine Zeit bei der Fifa.

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November 3rd, 2018

Tagesgespräch: Pro und Contra die Hornkuh-Initiative

Sollen Bauern vom Bund Geld erhalten, wenn sie ihren Kühen die Hörner lassen?Diese Frage steht im Zentrum der Hornkuh-Initiative, über die wir am 25. November abstimmen.

Ja natürlich, findet Armin Capaul. Der Bergbauer aus dem Berner Jura ist sozusagen der Vater der Initiative. Es gehe um die Würde der Nutztiere, sagt er. Mit etwas Hilfe des Staates würden wieder mehr Bauern ihren Tieren die Hörner lassen.

Nein, sagen dagegen Bundesrat und Parlament. Über die Hörner ihrer Tiere sollen alleine die Bauern entscheiden, oder der Markt – sicher aber nicht der Staat.
Dieser Meinung ist auch Walter Müller. Der gelernte Landwirt vertritt die FDP St.Gallen im Nationalrat.

Armin Capaul und Walter Müller sind jetzt zu Gast im «Tagesgespräch»

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November 1st, 2018

Sven Giegold über den Rechtsstaat in Malta

Hoher Besuch heute vom Mittelmeer: Marie-Louise Coleiro Preca, die Staatspräsidentin von Malta, beehrt die Schweiz. In Malta wurde vor einem Jahr eine Journalistin ermordet. Die Aufklärung des Verbrechens komme nicht wie gewünscht voran, beklagt der EU-Parlamentarier Sven Giegold im «Tagesgespräch».

Die investigative Journalistin Daphne Caruana Galizia wurde zum Schweigen gebracht – der Autobombenanschlag auf sie hat weltweit für Empörung gesorgt. Sie hatte zu korrupten Machenschaften im Mittelmeer-Staat recherchiert und die politische Elite dadurch in Verlegenheit gebracht. Die Regierung versprach dennoch, alles dafür zu tun, um das Verbrechen aufzuklären. Doch ein Jahr danach ist noch immer fast nichts klar.

Funktioniert der Rechtsstaat in Malta, dem kleinsten Mitglied der EU? Der deutsche Europa-Abgeordnete Sven Giegold, wirtschafts- und finanzpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im EU-Parlament, hat Malta kürzlich mit einer Delegation besucht, mit dem Auftrag, das Funktionieren der Justiz unter die Lupe zu nehmen. Seine Erkenntnisse sind ernüchternd, wie er im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann erklärt.

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November 1st, 2018

Sebastian Moos und die schöne wilde Schweiz

Dank unserer hochalpinen Topographie hat die Schweiz noch 17 Prozent Wildnis bewahrt. Doch wie lange noch bleiben die Gebiete unberührt? Für Wildnis setzt sich Sebastian Moos ein – warum erzählt er bei Ivana Pribakovic.

Die kleine, dicht besiedelte Schweiz: da hat die Wildnis, da hat die unberührte Natur einen schweren Stand. Die stressgeplagten Städter eilen am Wochenende in die Berge, suchen Erholung in der unberührten Natur auf dem E-Bike, mit dem Gleitschirm und stossen so in Scharen auch in Gebiete vor, die bisher menschenleer waren. Die Gletscher schmelzen und bringen Tourismus-Fachleute auf neue Ideen. Die Organisation Mountain Wilderness studiert die Entwicklung der Wildnis in der Schweiz und setzt sich für deren Schutz ein. Warum wir Wildnis brauchen, welche Rolle die Schweiz diesbezüglich in ganz Europa spielen kann und warum es auch Wildnis in Stadtnähe braucht, weiss Sebastian Moos, Projektleiter bei Mountain Wilderness Schweiz. Er hat Vertreter von Bund, Kantonen und Gemeinden ebenso zusammengeführt wie Forscher, Naturschützer und Raumplaner. Wo sich deren Vorstellungen einer wilden Schweiz treffen, erzählt er im Tagesgespräch.

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Oktober 30th, 2018

Demagogen an der Macht- ist das das Ende der Demokratie?

Mit Jair Bolsonaro ist ein Populist, ein Demagoge neuer Präsident Brasiliens geworden. Ein weiteres demokratisches Land hat einen gewählt, der keine Meinungsvielfalt will. Wohin steuert die Welt? Das fragt Ivana Pribakovic den Philosophen Georg Kohler.

Brasiliens Bundespolizei ermittelt gegen das Umfeld des neuen Präsidenten. Der Verdacht ist im Raum, Bolsonaro habe seinen Wahlsieg dank Falschmeldungen über WhatsApp errungen. Mit Hetze, Verunglimpfung und Beleidigung Andersdenkender setzte sich Bolsonaro durch wie vor ihm Trump, Erdogan, Duterte; von rechts und links wird polemisiert und mit niederen Gefühlen gespielt. Verlieren wir unsere Ordnung, die seit dem Zweiten Weltkrieg für Frieden und Prosperität sorgte? Verabschieden wir uns von der liberalen Demokratie? Antworten hat Georg Kohler, der emeritierte Professor für politische Philosophie der Universität Zürich.

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Oktober 27th, 2018

Nicole Burth über die digitalisierte Arbeitswelt

Die Digitalisierung führt zu tiefgreifenden Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt. Am Digitaltag spricht die Chefin von Adecco Schweiz, Nicole Burth, im «Tagesgespräch» über die Berufsbilder der Zukunft.

Der heutige Digitaltag will die Digitalisierung greifbar machen. Gegen 70 Unternehmen, Städte, Kantone und Institutionen zeigen, was die fortschreitende Digitalisierung für die Schweiz bedeutet. Auch Schweizer Radio SRF widmet dem Thema diverse Sendungen und ist am HB Zürich präsent.

Im «Tagesgespräch» wollen wir die Berufsbilder in der digitalisierten Arbeitswelt unter die Lupe nehmen. Was bedeutet diese tiefgreifende Veränderung für Arbeitnehmer? Welche Berufe, welche Fertigkeiten werden künftig gefragt sein? Welche Rolle wird der Mensch in der digitalen Arbeitswelt spielen? Die Chefin von Adecco Schweiz, Nicole Burth, ist am Puls der Unternehmen und weiss, wohin sich der Arbeitsmarkt bewegt. Sie ist nun Gast von Barbara Peter – live vom HB Zürich.

Wir entschuldigen uns für die schlechte Tonqualität.

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Oktober 27th, 2018

Michel Pernet: Wie kreativ ist die Schweiz?

Kreativität sei wichtig für die Stimmung in einem Land – sie sei der Schlüssel zu Wertschöpfung und Innovation. Sagen die Kreativen. Doch wer sind überhaupt die «Kreativen» und was leisten sie? Michel Pernet, der oberste Kreative der Schweiz, erklärts im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann.

Die Kreativ-Industrie in der Schweiz ist zu einem heimlichen Champion geworden. Fast eine halbe Million Menschen sind in kreativen Berufen tätig, fast so viele wie in der Finanzindustrie und viermal mehr als in der Landwirtschaft. Und doch weiss man hierzulande wenig über das kreative Business und dessen Potential und Bedürfnisse.

Die Kreativindustrie hat deshalb eine Bestandesaufnahme gemacht und kommt zum Schluss: Die Branche muss sich mehr Gehör verschaffen! Michel Pernet, Präsident des Verbandes Kreativwirtschaft Schweiz und Chef einer Kommunikationsagentur, stellt den fast 200-seitigen Bericht heute an der Werkschau grafikSCHWEIZ in Zürich vor. Zuerst ist er aber Gast im «Tagesgespräch».

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Oktober 25th, 2018

Sebastian Sons: «Saudi-Arabien bleibt problematischer Partner»

Saudi-Arabien gerät nach dem Tod von Jamal Kashoggi unter Druck. Bei einer Investorenkonferenz derzeit in Riad wurden trotzdem Geschäfte in Milliardenhöhe abgeschlossen. Im «Tagesgespräch» ordnet der deutsche Saudi-Arabien-Experte Sebastian Sons die Folgen des Falls für das Königreich ein.

Es sei nicht hinnehmbar, dass ein Journalist durch Gewalt zum Schweigen gebracht werde: Mit diesen Worten haben die USA Sanktionen gegen Saudi-Arabien eingeleitet. Allerdings nicht gegen das Land selbst, sondern gegen die Tatverdächtigen im Mordfall Kashoggi. Die strategische Partnerschaft mit Saudi-Arabien bleibe intakt, sagte US-Aussenminister Pompeo. Seit dem Tod des Journalisten Jamal Kashoggi steigt zwar der internationale Druck auf Saudi Arabien. Doch als strategischer und wirtschaftlicher Partner bleibt das arabische Land für den Westen zentral. Das zeigt sich auch an der Investorenkonferenz, die derzeit in Riad stattfindet. Trotz der Kritik konnte Saudi-Arabien sich Investitionen in Milliardenhöhe sichern. Welche Auswirkungen hat der Fall Kashoggi also für Saudi-Arabien tatsächlich? Und wie wird der Fall im Land selbst wahrgenommen? Wir fragen Sebastian Sons, Islamwissenschaftler und Saudi-Arabien-Experte der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Sein zuletzt erschienenes Buch trägt den Titel: «Auf Sand gebaut – Saudi-Arabien – Ein problematischer Verbündeter.» Er ist derzeit in Riad, dort hat Barbara Peter ihn auf einer etwas wackligen Telefonleitung erreicht.

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Oktober 25th, 2018

Die Schweiz im Geschäft mit China

China auf der Überholspur, und alle wollen davon profitieren – auch die Schweiz, deren drittwichtigster Handelspartner China ist. Worauf gründet Chinas Erfolg und wie soll unsere Wirtschaft damit umgehen? Marc Lehmann diskutiert im «Tagesgespräch» mit den China-Kennern Franc Kaiser und Markus Braun.

Das Reich der Mitte boomt und ist auf dem Weg zur ökonomischen Weltmacht. Müssen wir uns im Westen davor fürchten, wenn unsere Unternehmen nach den Vorgaben Chinas aufgekauft werden? Braucht es staatliche Vorschriften zur Einschränkung oder geht das Geschäft vor? Welche Werte haben westliche Unternehmen zu beachten, wenn sie mit China ins Geschäft kommen wollen, was macht eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit aus? Und wie können die kulturellen Differenzen überwunden werden?

Die Fragen gehen an den Schweizer Unternehmensberater Franc Kaiser, der seit 16 Jahren in Schanghai lebt und Schweizer Firmen hilft, im Riesenreich Fuss zu fassen; sowie an Markus Braun, der als Finanz- und Management-Dozent an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften seinen Blick nach China richtet. Die ZHAW organisiert heute in Zürich eine Konferenz zum Thema «schweizerisch-chinesische Firmenzusammenschlüsse».

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Oktober 23rd, 2018

Mark Eisenegger zur Qualität der Informationsmedien

Seit neun Jahren veröffentlicht das Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft der Uni Zürich jährlich eine Studie zur «Qualität der Medien» in der Schweiz. Die Folgen der Medienkonzentration bereiten Institutsleiter Mark Eisenegger zunehmend Sorgen, wie er im «Tagesgespräch» erläutert.

Wie steht es um die Qualität der Medien in der Schweiz, speziell um den Informationsjournalismus? Die Antwort fällt wohl unterschiedlich aus, je nachdem wen man fragt. Eine wissenschaftliche Antwort liefert das Jahrbuch «Qualität der Medien», das seit 2009 vom Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft Fög der Universität Zürich herausgegeben wird. Die diesjährige Ausgabe wurde am Montag vorgestellt. Es sind zwei Hauptbefunde, die auffallen. Die zunehmende Konzentration auf dem Medienmarkt hat einen deutlichen Einfluss auf die Meinungsvielfalt in der Berichterstattung. Die Studie stellt eine zunehmend gleichförmige Berichterstattung fest. Ausserdem hat die Zahl der Mediennutzer, die sich eigentlich nicht für Informationsjournalismus interessieren und keine Nachrichten zu Politik und Weltgeschehen konsumieren, nochmals deutlich zugenommen. Wo führt das hin? Und wie sollen Medien mit diesen Entwicklungen umgehen? Wir vertiefen das im Gespräch mit Mark Eisenegger. Der Zürcher Publizistik-Wissenschafter ist seit 2015 Präsident des Forschungsinstituts Öffentlichkeit und Gesellschaft und ist jetzt Gast von Barbara Peter.

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Oktober 20th, 2018

Benno Bühlmann: Sirenenalarm auch auf dem Handy

Krisenalarm per Pushmeldung: Der Schweizer Bevölkerungsschutz will der Bevölkerung künftig mit der App «Alertswiss» Warnhinweise aufs Handy zustellen. Im «Tagesgespräch» spricht der oberste Bevölkerungsschützer Benno Bühlmann über Chancen und Risiken der mobilen Krisenkommunikation.

Der Sirenenalarm macht den Sprung ins 21. Jahrhundert. Künftig setzt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz auch auf die App «Alertswiss», um die Bevölkerung im Krisenfall zu warnen und alarmieren. Bisher waren Sirenen und Informationen aus dem Radio die einzigen Mittel, um die Bevölkerung bei akuter Gefahr zu warnen. Neu gilt, wer die App «Alertswiss» auf seinem Handy installiert hat, erhält im Krisenfall eine Pushmeldung als Alarm und zugleich Informationen zum weiteren Verhalten.

Was erhofft man sich beim Bevölkerungsschutz von diesem Schritt? Und wie sicher und zuverlässig ist dieser neue Informationskanal? Wir fragen nach bei Benno Bühlmann. Der studierte Chemie-Ingenieur und Naturwissenschaftler ist seit 2014 Direktor des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz. Benno Bühlmann ist nun Gast von Barbara Peter.

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Oktober 20th, 2018

«Tagesgespräch»: Peter Regli zur Sicherheitslage der Schweiz

Der Nachrichtendienst zieht heute Bilanz: Dessen neuer Chef ist seit 100 Tagen im Amt, das neue Nachrichtendienstgesetz etwa ein Jahr in Kraft – wie steht es also um die Sicherheit der Schweiz? Die Analyse von ex-Nachrichtendienstchef Peter Regli im «Tagesgespräch» mit Marc Lehmann.

Islamistischer Terror, russische Spionage, chinesische Cyberattacken: Wir leben in unsicheren Zeiten, und die Bedrohungen sind vielfältig. Die Schweiz davor zu schützen, ist die Aufgabe des Nachrichtendienstes des Bundes NDB. Seit 100 Tagen steht der Waadtländer Jean-Philippe Gaudin der Behörde vor – heute hat er eine erste Bilanz seines Wirkens gezogen und dabei festgestellt, dass die Gefahren für unser Land künftig noch zunehmen würden und der Nachrichtendienst mehr Kapazitäten brauche, um seinen Aufgaben gerecht zu werden.
Wie sicher ist die Schweiz? Und welche Mittel sind nötig, um ihre Sicherheit zu gewährleisten? Die Frage kann Peter Regli beantworten, der von 1991 bis 1999 selber Chef des Nachrichtendienstes war und die Diskussion um die Sicherheit weiterhin eng verfolgt und begleitet.

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Oktober 18th, 2018

Gibt es in Zukunft genug Wasser für alle im Engadin?

Der Hitzesommer 2018 hat dem Alpenraum und insbesondere dem Engadin zugesetzt. Im Engadin macht man sich zunehmend Gedanken, wie die Ressource Wasser künftig gerecht verteilt werden soll. Im «Tagesgespräch» diskutieren der Bündner Ökonom Philipp Gunzinger und der Walliser Klimaexperte David Volken.

Die Schweiz gilt eigentlich als «Wasserschloss» Europas. Doch dieses Bild hat Risse bekommen. Denn die Klimaerwärmung setzt der Schweiz und vor allem dem Alpenraum zu. Die Gletscher schmelzen schneller als erwartet, im Winter fällt weniger Schnee, im Sommer gibt es immer weniger Regen. Die Ressource Wasser wird knapp. Gleichzeitig steigt der Wasserbedarf gerade im Alpenraum. Die Landwirte, die Bergbahnbetreiber, die Elektrizitätswerke – sie alle sind dringend auf Wasser angewiesen.

Wer soll in Zukunft wie viel Wasser erhalten? Und wie kann ein nachhaltiger Wasserverbrauch aussehen? Über solche Fragen denkt man im Engadin schon länger nach. An einer Tagung in Chur wird das Thema Wassermanagement heute Abend breit besprochen. Und bereits jetzt diskutieren wir darüber im «Tagesgespräch»: Der ehemalige Bündner FDP-Grossrat Philipp Gunzinger begleitet bei der Stiftung Pro Terra Engiadina ein Pilotprojekt zum Thema Wassermanagement. Und der Walliser CVP-Grossrat David Volken hat als Klima- und Gletscherforscher im Blick, was durch die Klimaerwärmung auf den Schweizer Alpenraum zukommt. Die beiden sind jetzt Gäste von Barbara Peter.

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Oktober 18th, 2018

Christine Kaufmann: Wie Multis verantwortungsvoll handeln

Sie sorgt dafür, dass in der globalisierten Wirtschaft die Menschenrechte nicht auf der Strecke bleiben und macht nun international Karriere: Die Zürcher Rechtsprofessorin Christine Kaufmann ist von der OECD auf einen Spitzenposten befördert worden und ist Gast von Marc Lehmann im Tagesgespräch.

Die Leitsätze der OECD, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, sind ein Verhaltenskodex für weltweit verantwortliches Handeln von multinationalen Firmen. Sie geben Empfehlungen ab bezüglich Arbeitsbedingungen, Umweltschutz und Korruption und halten die Unternehmen an, nach ethischen Prinzipien zu wirtschaften. Christine Kaufmann ist Professorin für Staats-, Verwaltungs- und Völkerrecht an der Universität Zürich und übernimmt nun einen international hochdotierten Posten als neue Vorsitzende des Ausschusses für verantwortungsvolle Unternehmensführung der OECD. In dieser Funktion wird sie die Leitsätze umsetzen und weiterentwickeln.

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Oktober 16th, 2018

Peter Voegeli: Deutschland am Tag nach der Bayern-Wahl

Die Menschen in Bayern haben gewählt und der CSU einen Denkzettel verpasst. Doch die deutschen Medien sind sich weitgehend einig: Die Bayern-Wahl ist auch für die Grosse Koalition ein Debakel. Deutschland-Korrespondent Peter Voegeli ordnet im «Tagesgespräch» die Wahl und ihre Folgen ein.

Die CSU verliert ihre Mehrheit, kann aber weiterregieren. Die SPD sinkt auf einen historischen Tiefpunkt. Die Grünen freuen sich über einen grossen Erfolg und die AfD zieht erstmals in den bayrischen Landtag ein. Soweit die knappe Zusammenfassung der gestrigen Landtagswahl in Bayern. Doch wenn Bayern wählt, schaut auch Berlin ganz genau hin. Das Ergebnis der Landtagswahlen in Bayern wird in den Parteien Erschütterungen auslösen. Mit dieser Prognose hat der deutsche Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble wohl Recht behalten. Bereits spekulieren deutsche Medien über einen Rücktritt von CSU-Mann Horst Seehofer als deutscher Innenminister und über das Fortbestehen der Grossen Koalition in Berlin. Zu Recht? Wir analysieren die Bayernwahl und ihre Auswirkungen mit unserem Deutschland-Korrespondenten Peter Voegeli in Berlin. Er ist jetzt Gast von Barbara Peter.

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Oktober 13th, 2018

Thomas Bernauer: Steht die nächste Finanzkrise vor der Tür?

Die Verschuldung der Staaten weltweit ist besorgniserregend. Der Internationale Währungsfonds schlägt Alarm. Zu Recht? Oder ist das nur Politik? Bei Ivana Pribakovic analysiert der Politologe und Professor für internationale Politik an der ETH Zürich.

Drei Aspekte sorgen für Stirnrunzeln beim IWF. Erstens: die enorme Verschuldung der Staaten. 250 Billionen Schulden ermöglichen erst das Wirtschaftswachstum. Zweitens: die wichtige Wirtschaftsbranche der Zukunft, die Digitalisierung, liegt in Händen einer Handvoll global tätiger Wirtschaftskonzerne. Drittens: die Tendenz zu nationalen Wirtschaftslösungen, die den freien Markt bedrohen. Wie bedrohlich ist die Situation wirklich? Malt der IWF schwarz? Und hat er als globale Feuerwehr im Krisenfall genug finanzielle Mittel, um den Brand zu löschen und Kredite zu sprechen? Thomas Bernauer beschäftigt sich intensiv mit Handelsfragen und hat als Politologe zur ökonomischen auch eine politische Sicht der Dinge.

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Oktober 13th, 2018

Sabine Dörlemann: «Verlage und Autoren brauchen Literaturpreise»

In diesen Tagen hätte die Schwedische Akademie eigentlich den Literaturnobelpreis 2018 bekanntgegeben. Doch der Preis ist ausgesetzt, die Akademie steckt in der Krise. Wie weiter? Sabine Dörlemann vom Dörlemann Verlag spricht im «Tagesgespräch» über Sinn und Unsinn von Literaturpreisen.

Der Literaturnobelpreis 2018 geht an: Niemanden. Die Schwedische Akademie, die den Preis seit 1901 vergibt, wurde im vergangenen Jahr von einem Belästigungs- und Korruptionsskandal erschüttert und hat die Verleihung für dieses Jahr ausgesetzt. Allerdings gibt es einen Ersatz: Heute wurde in Stockholm der Preisträger des ersten Alternativen Literaturnobelpreises bekanntgegeben. Doch dieser neue Preis einer anderen Jury und mit anderem Auswahlverfahren soll eine einmalige Ausnahme bleiben.

Vielleicht tut diese Denkpause dem Literaturnobelpreis ja ganz gut? Schon länger war der Preis in der Kritik. Zu männlich, zu weiss, zu europäisch sei der Blickwinkel auf die Weltliteratur. Wie soll es für die Auszeichnung weitergehen? Braucht es den Literaturnobelpreis überhaupt noch? Was bedeutet der Nobelpreis für den Literaturbetrieb, für die Autoren und die Verlage? Fragen, die wir mit Sabine Dörlemann vom Zürcher Dörlemann Verlag besprechen wollen. Sie hat bereits einmal hautnahe Erfahrungen mit dem Literaturnobelpreis gemacht und ist derzeit in Frankfurt an der Buchmesse. Von dort ist sie nun zugeschaltet – Sabine Dörlemann ist Gast von Barbara Peter.

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Oktober 11th, 2018

Zu wenig Tierärzte in Schweizer Berggebieten

Kleintierärzte gibt es in der Schweiz genug. Tierärzte, die Nutztiere behandeln, gibt es dagegen zu wenig, vor allem in Randregionen. Warum das so ist, analysieren der Tierarzt Urs Iselin und die Tierärztin Patricia Andina im «Tagesgespräch» bei Ivana Pribakovic.

Tierarzt ist ein Traumberuf: Katzen impfen, Hunde behandeln, einen Hamster sterilisieren. Die Arbeit ist angenehm, angesehen und gut entlöhnt. Anders sieht es bei den Nutztieren aus. Die Arbeit ist körperlich anstrengender, schlechter bezahlt und bringt auch sehr unregelmässige Arbeitszeiten mit, besonders in Berggebieten. Wenn die Kuh mitten in der Nacht kalbt und ein Problem bekommt, muss der Tierarzt im Nu da sein – die Fahrt kann je nachdem 30 Minuten betragen. Die Folge: Die Nutztierärzte, die jetzt und in den kommenden Jahren in Pension gehen, finden kaum Nachwuchs. Wo liegt das Problem? Was, wenn es nicht innert nützlicher Frist gelöst werden kann?

Der Tierarzt Urs Iselin hat eine Praxis für Nutztiere und Kleintiere in Chur und kennt die Probleme der Bündner Talschaften. Patricia Andina hat als Fachtierärztin für Nutztiere in einen Job gewechselt mit geregelten Arbeitszeiten.

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Oktober 11th, 2018

Thomas Stadelmann über die prekäre Lage der Justiz in der Türkei

Was passiert in einem Land, wenn unabhängige Richter fehlen? Der Schweizer Bundesrichter Thomas Stadelmann verfolgt die Vorgänge in der Türkei mit grosser Besorgnis und prangert in einem neuen Buch die bedrohte Unabhängigkeit der Justiz an. Im «Tagesgespräch» spricht er über sein Engagement.

Seit dem Putschversuch in der Türkei vor zwei Jahren sind Tausende Richter, Justizbeamte und Staatsanwälte aus ihrem Amt entlassen worden. Viele von ihnen sitzen seither in Haft wegen angeblicher Verbindungen zu den Putschisten. Kritiker werfen dem türkischen Präsidenten Erdogan vor, eine «Säuberung» des türkischen Justizsystems vorzunehmen. Auch dem Schweizer Bundesrichter Thomas Stadelmann bereitet die Lage der Justiz in der Türkei grosse Sorgen. Heute erscheint sein Buch, das er zusammen mit der Europäischen Richtervereinigung herausgibt. Es prangert die bedrohte Unabhängigkeit der Justiz in der Türkei an. Thomas Stadelmann wurde 2009 zum Schweizer Bundesrichter gewählt. Der Jurist ist CVP-Mitglied und bei der Europäischen Richtervereinigung für die Türkei zuständig. Im «Tagesgespräch» spricht der Luzerner über das Schicksal von inhaftierten türkischen Richter-Kollegen und über sein öffentliches Engagement. Thomas Stadelmann ist Gast von Barbara Peter.

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