Archiv für ‘DRS Tagesgespräch’

22. April 2017

Guillaume Paoli zu den Frankreichwahlen

«Egal, wen die Französen wählen als Staatsoberhaupt: Drei Viertel werden unzufrieden sein», sagt Guillaume Paoli im Tagesgespräch bei Ivana Pribakovic. Der französische Philosoph lebt in Berlin und wird am Sonntag auch wählen.Viele in Frankreich sind desorientiert, wen sie wählen sollen. Daher sei es schwierig zu sagen, wer es in den zweiten Wahlgang schaffen werde. «Evident ist aber, dass wir in Frankreich das Ende der politischen Parteien beobachten können», so Paoli. Der Schriftsteller ist besorgt, weil das Misstrauen in der Bevölkerung gegenüber den Politikern wächst. «90 Prozent der Jungen denken, die Politik sei korrupt». Welche Folgen hat das für die Demokratie? Und wie wird sich Frankreich entscheiden: weiterhin für die EU – oder eher für den nationalen Alleingang? Der ehemalige Haus-Philosoph des Leipziger Centraltheaters und Schriftsteller hat Antworten.

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22. April 2017

Nikos Dimou: «Man lernte, mit der Diktatur zu leben»

Vor 50 Jahren putschten sich in Griechenland die Obristen an die Macht. An die Militärdiktatur, die sieben Jahre dauerte, erinnert sich der griechische Schriftsteller Nikos Dimou, der damals 31 Jahre alt war. Er ist Gast von Susanne Brunner.Es ging ganz schnell damals, am 21. April 1967 in Griechenland. Nach wochenlangem politischem Seilziehen und täglichen Demonstrationen putschte sich eine Gruppe von Offizieren an die Macht. In einer Nacht- und Nebelaktion liessen sie einige Tausend Politiker, Intellektuelle und Linke verhaften und stiessen beim Volk zunächst kaum auf Widerstand. Es gab zwar internationale Proteste gegen die furchtbaren Haftbedingungen, die die Militär-Junta dann etwas verbesserte, aber trotz Berichten über grausamste Folter handelten auch viele europäische Staaten weiterhin mit Griechenland.1974 war die Militärdiktatur nach einem gescheiterten Putsch auf Zypern, der dort einen Krieg mit den Türken provozierte, am Ende. Nach der Diktatur veröffentlichte der griechische Schriftsteller, Kolumnist und Fernseh-Talkshow-Moderator Nikos Dimou das Buch «Über das Unglück, ein Grieche zu sein.» Die Kritik an seinen Landsleuten und ihrem Verhalten während der Militärdiktatur kam damals gar nicht gut an. Nach Beginn der Schuldenkrise wurde es zum Bestseller. Wie wird über die Diktatur von damals in Griechenland heute noch geredet?

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20. April 2017

Sibylle Lichtensteiger: «Der Druck auf die Museumsleiter steigt»

Schweizer Museen sind beliebt – beliebter sogar als Kino und Theater. Warum ist das so? Und wie wichtig sind Besucherzahlen? Darüber erzählt die Leiterin des Stapferhauses Lenzburg, Sibylle Lichtensteiger bei Ivana Pribakovic im Tagesgespräch.Die neuste Museumsstatistik zeigt: die 1111 Museen der Schweiz sind beliebte Ausflugsorte. Vom Verkehrshaus Luzern über das Beyeler-Museum bis hin zu den grossen Kunstsammlungen: sie locken die meisten Besucher an. «Man kann in Gruppen gehen, es ist ein Erlebnis», sagt Sibylle Lichtensteiger. 70 Prozent der Museen verbuchen aber nur wenige Eintritte. «Viele der grossen Häuser haben eine Sammlung, die viele Leute anlocken. Man muss abwägen, wie wichtig ist der Inhalt der Museen. Bei den Kleinen entscheiden Subventionen oft über das Überleben, bei den Grossen ist es nur ein Zustupf», so Lichtsteiger. «Vielfalt ist wichtig.» Lohnt es sich, solche Kleinen zu subventionieren? Oder ist genau das die Aufgabe des Staates? Und wie macht man eine erfolgreiche Ausstellung? Erfahrung darin hat Sibylle Lichtensteiger. Sie ist Leiterin des Stapferhauses in Lenzburg.

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20. April 2017

Sibylle Lichtensteiger: «Der Druck auf die Museumsleiter steigt»

Schweizer Museen sind beliebt – beliebter sogar als Kino und Theater. Warum ist das so? Und wie wichtig sind Besucherzahlen? Darüber erzählt die Leiterin des Stapferhauses Lenzburg, Sibylle Lichtensteiger bei Ivana Pribakovic im Tagesgespräch.Die neuste Museumsstatistik zeigt: die 1111 Museen der Schweiz sind beliebte Ausflugsorte. Vom Verkehrshaus Luzern über das Beyeler-Museum bis hin zu den grossen Kunstsammlungen: sie locken die meisten Besucher an. «Man kann in Gruppen gehen, es ist ein Erlebnis», sagt Sibylle Lichtensteiger. 70 Prozent der Museen verbuchen aber nur wenige Eintritte. «Viele der grossen Häuser haben eine Sammlung, die viele Leute anlocken. Man muss abwägen, wie wichtig ist der Inhalt der Museen. Bei den Kleinen entscheiden Subventionen oft über das Überleben, bei den Grossen ist es nur ein Zustupf», so Lichtsteiger. «Vielfalt ist wichtig.» Lohnt es sich, solche Kleinen zu subventionieren? Oder ist genau das die Aufgabe des Staates? Und wie macht man eine erfolgreiche Ausstellung? Erfahrung darin hat Sibylle Lichtensteiger. Sie ist Leiterin des Stapferhauses in Lenzburg.

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20. April 2017

Iren Meier: Die Türkei nach Präsident Erdogans Sieg

Der türkische Präsident Tayyip Erdogan hat gewonnen, wenn auch knapp: Das «Ja» zu seiner Verfassungsreform ermächtigt ihn, fast alles mit der Türkei zu machen. SRF-Korrespondentin Iren Meier ist Gast von Susanne Brunner.51,4 Prozent der Türkinnen und Türken, die am Wochenende abgestimmt haben, wollten ihrem Präsidenten sozusagen die Vollmacht über ihr Land geben. Das ist angesichts der Umstände ein knappes Resultat, denn in der Türkei wurde im Ausnahmezustand abgestimmt, viele Oppositionsvertreter sind im Gefängnis, im Fernsehen dominierte die Meinung Erdogans und seiner Anhänger. Trotz diesen Umständen verweigerte fast die Hälfte der Bevölkerung Erdogan die Gefolgschaft. Was passiert mit jenen, die gegen den nun fast allmächtigen Präsidenten gestimmt haben? Was für ein Land wird die Türkei?

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20. April 2017

Iren Meier: Die Türkei nach Präsident Erdogans Sieg

Der türkische Präsident Tayyip Erdogan hat gewonnen, wenn auch knapp: Das «Ja» zu seiner Verfassungsreform ermächtigt ihn, fast alles mit der Türkei zu machen. SRF-Korrespondentin Iren Meier ist Gast von Susanne Brunner.51,4 Prozent der Türkinnen und Türken, die am Wochenende abgestimmt haben, wollten ihrem Präsidenten sozusagen die Vollmacht über ihr Land geben. Das ist angesichts der Umstände ein knappes Resultat, denn in der Türkei wurde im Ausnahmezustand abgestimmt, viele Oppositionsvertreter sind im Gefängnis, im Fernsehen dominierte die Meinung Erdogans und seiner Anhänger. Trotz diesen Umständen verweigerte fast die Hälfte der Bevölkerung Erdogan die Gefolgschaft. Was passiert mit jenen, die gegen den nun fast allmächtigen Präsidenten gestimmt haben? Was für ein Land wird die Türkei?

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15. April 2017

Catherine McMillan: Wenn viele nicht wissen, was Ostern ist

Ostern ist das zentrale Fest der Christenheit, aber viele wissen nicht genau warum. Was bedeutet das? Catherine McMillan ist Pfarrerin der reformierten Kirchgemeinde Dübendorf und bei «Das Wort zum Sonntag». Sie ist Gast von Susanne Brunner.Seit zweieinhalb Jahren ist Catherine McMillan Pfarrerin im zürcherischen Dübendorf. Ostern, sagt sie, sei etwas für den persönlichen Glauben der Menschen. «Eine schöne Zeit, um sich zu besinnen.» Auch, weil der Rummel weniger gross sei als um Weihnachten. Aber, es stimme sie schon nachdenklich, wie stark das Wissen über Ostern zurückgegangen ist.In ihrer Gemeinde, in Dübendorf, gibt es laut Statistik noch 6700 Reformierte. Sie sind gegenüber Katholiken in der Minderheit und erst recht gegenüber den Konfessionslosen und denen, die eine andere Religionszugehörigkeit angeben. Obwohl sie auch dank ihrer Arbeit für «Das Wort zum Sonntag» landesweit bekannt ist, kann auch sie den Mitgliederschwund in ihrer Kirche nicht aufhalten. Jedes Jahr gibt es weniger Reformierte, auch in Dübendorf – auch im Jubiläumsjahr der Reformation. Früher habe sie Kirchenaustritte persönlich genommen. Heute sehe sie das etwas anders: «Die Leute wenden sich ab von Institutionen. Es bedeutet nicht, dass die Menschen nicht mehr an Gott glauben.» Für sie sei der christliche Glaube wichtig für die Gesellschaft: «Ein Garant für Toleranz, Nächstenliebe und Respekt gegenüber der Schöpfung, der Umwelt.»Catherine McMillan ist auch Botschafterin für das Reformationsjubiläum Zürich, und sie hat viel zu erklären: zuerst einmal vielen, was Ostern überhaupt bedeutet.

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15. April 2017

Catherine McMillan: Wenn viele nicht wissen, was Ostern ist

Ostern ist das zentrale Fest der Christenheit, aber viele wissen nicht genau warum. Was bedeutet das? Catherine McMillan ist Pfarrerin der reformierten Kirchgemeinde Dübendorf und bei «Das Wort zum Sonntag». Sie ist Gast von Susanne Brunner.Seit zweieinhalb Jahren ist Catherine McMillan Pfarrerin im zürcherischen Dübendorf. Ostern, sagt sie, sei etwas für den persönlichen Glauben der Menschen. «Eine schöne Zeit, um sich zu besinnen.» Auch, weil der Rummel weniger gross sei als um Weihnachten. Aber, es stimme sie schon nachdenklich, wie stark das Wissen über Ostern zurückgegangen ist.In ihrer Gemeinde, in Dübendorf, gibt es laut Statistik noch 6700 Reformierte. Sie sind gegenüber Katholiken in der Minderheit und erst recht gegenüber den Konfessionslosen und denen, die eine andere Religionszugehörigkeit angeben. Obwohl sie auch dank ihrer Arbeit für «Das Wort zum Sonntag» landesweit bekannt ist, kann auch sie den Mitgliederschwund in ihrer Kirche nicht aufhalten. Jedes Jahr gibt es weniger Reformierte, auch in Dübendorf – auch im Jubiläumsjahr der Reformation. Früher habe sie Kirchenaustritte persönlich genommen. Heute sehe sie das etwas anders: «Die Leute wenden sich ab von Institutionen. Es bedeutet nicht, dass die Menschen nicht mehr an Gott glauben.» Für sie sei der christliche Glaube wichtig für die Gesellschaft: «Ein Garant für Toleranz, Nächstenliebe und Respekt gegenüber der Schöpfung, der Umwelt.»Catherine McMillan ist auch Botschafterin für das Reformationsjubiläum Zürich, und sie hat viel zu erklären: zuerst einmal vielen, was Ostern überhaupt bedeutet.

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13. April 2017

Ernst Lüber – Glückskette-Aktion gegen den Hunger in Afrika

Hunger ist eine Katastrophe, aber keine, die ohne Vorwarnung kommt. Trotzdem kommt es in Afrika immer wieder zu Hungerkatastrophen. Warum? Ernst Lüber ist Leiter der Projektabteilung der Glückskette und Gast von Susanne Brunner.Die UNO spricht von der grössten humanitären Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg und schlägt Alarm: 20 Millionen Menschen sind in Afrika vom Hunger bedroht. Das sind mehr als doppelt so viele als Mitte der 1980er-Jahre in Äthiopien. Damals versammelten sich die grössten Stars der Musikwelt zu einem weltweit übertragenen Benefiz-Konzert – und rückten den Hunger in Afrika ins Scheinwerferlicht der Weltöffentlichkeit. Der Hunger ist seitdem nicht besiegt worden; im Gegenteil. «Die Realität ist nicht schön», sagt Lüber. Zur Dürre kommen in der heutigen Zeit oft noch Konflikte dazu. Beobachtet von Hilfswerken, hat die Glückskette nun eingegriffen. «Ausschlaggebend war für uns der Aufruf der Vereinten Nationen und die Einschätzung der Partnerorganisationen vor Ort», sagt Ernst Lüber im Tagesgespräch. Er ist seit vier Jahren Mitglied der Geschäftsleitung der Glückskette und sammelte davor selbst jahrelang Erfahrungen im Bereich der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit.

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13. April 2017

Werner Krüsi – die optische Industrie im St. Galler Rheintal

Die Photonik gilt als die Industrie des 21. Jahrhunderts. Viele Alltags-Geräte kommen ohne diese Technologie nicht aus. Die Schweiz sei gut aufgestellt in diesem Hightech-Sektor, sagt Unternehmer Werner Krüsi im Gespräch mit Marc Lehmann.Die Eigenschaften des Lichts für die Technik nutzbar machen: Das ist Photonik. Vereinfacht gesagt handelt es sich bei der Technologie um die Verbindung von Optik und Elektronik. Auf der Photonik basierende Technologien kommen in Alltagsgeräten wie Kameras, Smartphones und Waschmaschinen zur Anwendung, aber auch in der Medizinaltechnik und der Raumfahrt. «Es ist die Technologie des 21. Jahrhunderts», sagt Krüsi.Kleine und mittlere Unternehmen aus der Schweiz mischen mit hochspezialisierten Produkten auf dem Weltmarkt mit – viele von ihnen haben ihren Sitz im St. Galler Rheintal. Das Rheintal hat sich gewissermassen zum Silicon Valley der Photonik entwickelt. Ein hochkarätiges Symposium in Buchs unterstreicht die Bedeutung dieser Region für die Photonik-Technologie. Warum das Rheintal? «Zwei wichtige Unternehmen wurden vor rund 100 Jahren gegründet. Eines mit Vermessungsgeräten und ein anderes mit Vakuumtechnik. So verbreitete sich diese Technik in der Region», sagt Krüsi. Und was kann Photonik für die Zukunft leisten? Werner Krüsi ist Präsident der Photonik-Fachgruppe im Branchenverband Swissmem. Derzeit baut er in den USA eine Filiale des St. Galler Optik-Unternehmens Fisba auf.

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13. April 2017

Werner Krüsi – die optische Industrie im St. Galler Rheintal

Die Photonik gilt als die Industrie des 21. Jahrhunderts. Viele Alltags-Geräte kommen ohne diese Technologie nicht aus. Die Schweiz sei gut aufgestellt in diesem Hightech-Sektor, sagt Unternehmer Werner Krüsi im Gespräch mit Marc Lehmann.Die Eigenschaften des Lichts für die Technik nutzbar machen: Das ist Photonik. Vereinfacht gesagt handelt es sich bei der Technologie um die Verbindung von Optik und Elektronik. Auf der Photonik basierende Technologien kommen in Alltagsgeräten wie Kameras, Smartphones und Waschmaschinen zur Anwendung, aber auch in der Medizinaltechnik und der Raumfahrt. «Es ist die Technologie des 21. Jahrhunderts», sagt Krüsi.Kleine und mittlere Unternehmen aus der Schweiz mischen mit hochspezialisierten Produkten auf dem Weltmarkt mit – viele von ihnen haben ihren Sitz im St. Galler Rheintal. Das Rheintal hat sich gewissermassen zum Silicon Valley der Photonik entwickelt. Ein hochkarätiges Symposium in Buchs unterstreicht die Bedeutung dieser Region für die Photonik-Technologie. Warum das Rheintal? «Zwei wichtige Unternehmen wurden vor rund 100 Jahren gegründet. Eines mit Vermessungsgeräten und ein anderes mit Vakuumtechnik. So verbreitete sich diese Technik in der Region», sagt Krüsi. Und was kann Photonik für die Zukunft leisten? Werner Krüsi ist Präsident der Photonik-Fachgruppe im Branchenverband Swissmem. Derzeit baut er in den USA eine Filiale des St. Galler Optik-Unternehmens Fisba auf.

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11. April 2017

Extrembergsteiger Ueli Steck vor neuem Rekord

Das hat noch niemand geschafft – den Übergang vom Mount Everest auf den Lhotse, vom höchsten auf den vierthöchsten Berg der Welt. Extrembergsteiger Ueli Steck will es ohne Sauerstoffzufuhr schaffen. Kurz vor Abreise in den Himalaya hat ihn Marc Lehmann in Ringgenberg bei Interlaken getroffen.Er rennt in zwei Stunden aufs Matterhorn oder durch die Eigernordwand, hat in 60 Tagen alle 82 Viertausender der Alpen bestiegen – und allein den gefährlichen Achttausender Annapurna über die Südwand bezwungen. Nun plant der Emmentaler Ueli Steck wieder einen Rekord: die Überschreitung vom Mount Everest auf den Lhotse. Das Besondere dabei: Steck will zwei Tage ohne künstlichen Sauerstoff konstant auf über 8000 Höhenmetern unterwegs sein. Die Leistungsfähigkeit beträgt auf solcher Höhe noch etwa 20 Prozent. Dass der 40-Jährige solche Extremrisiken sucht, trägt ihm Bewunderung, aber auch Kritik ein. Sein Leben setze er nicht aufs Spiel: «Wenn ich sterben würde, hätte ich versagt», sagt er.

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8. April 2017

Thomas Buomberger und «Die Schweiz im Kalten Krieg»

Die Schweiz im Kalten Krieg – eine anti-kommunistische Hochburg. Das neue Buch des Historikers Thomas Buomberger zeigt, wie sich die Schweizer Identität nach dem Zweiten Weltkrieg aus einer totalen Abwehrhaltung heraus entwickelte. Er ist Gast von Marc Lehmann.Warum hat sich ausgerechnet die in den Nachkriegsjahren so prosperierende Schweiz dem totalen Antikommunismus verschrieben und ist daran fast erstickt? Dieser Frage geht der Winterthurer Historiker Thomas Buomberger in seinem neuen Buch nach. In «Die Schweiz im Kalten Krieg» erläutert er, wie das Konzept der geistigen Landesverteidigung zur Abwehr gegen die Nazi-Ideologie nach dem Krieg um 180 Grad umgepolt und nun gegen den Kommunismus angewendet wurde. «Der kalte Krieg war in der Schweiz kälter», schreibt der freischaffende Historiker; er zeigt auf, dass kein anderes westeuropäisches Land in eine solche Hysterie verfiel. Aber: War die von der Sowjetunion ausgehende Gefahr nicht real? Thomas Buomberger über lukrativen Bunkerbau, Schweizer Atombombenträume und Hexenjagden auf «linke Elemente».

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8. April 2017

Angelika Zahrnt: Vision einer Gesellschaft ohne Wachstumszwang

Im Vergleich zu vielen europäischen Ländern ist die Arbeitslosigkeit in der Schweiz tief. Doch Wachstum alleine verhindert Arbeitslosigkeit nicht. Die Wirtschaftswissenschaftlerin Angelika Zahrnt ist Gast von Susanne Brunner.Sie ist Trägerin des Deutschen Umweltpreises und des Bundesverdienstkreuzes für Ihr Engagement für Nachhaltigkeit. Angelika Zahrnt, Fellow am Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung in Berlin und Ehrenvorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland, hat sich vor allem mit ihren Gedanken zu einer Gesellschaft ohne Wachstumszwang einen Namen gemacht. Seit Jahren wächst die Wirtschaft in westlichen Ländern nicht mehr so, wie sie einst wuchs, das weiss auch die Politik. Nur: Wie damit umgehen? Wie eine Zukunft gestalten, in der Wachstum tatsächlich an ihre Grenzen stösst? Dazu macht die Co-Autorin von Büchern wie «Postwachstumsgesellschaft» und «Damit ein gutes Leben einfacher wird» Vorschläge.

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6. April 2017

Alt-Bundesrat Kaspar Villiger und «die Durcheinanderwelt»

Interviews gibt der ehemalige Bundesrat und spätere Verwaltungsratspräsident der UBS nur selten. Dass er Gast von Susanne Brunner ist, hat mit seinem neuen Buch «Die Durcheinanderwelt» zu tun. Darin fordert er eine liberale Konterrevolution.Als Kaspar Villiger 1989 in den Bundesrat gewählt wurde, erschien gerade Friedrich Dürrenmatts letzter fertiggestellter Roman «Das Durcheinandertal». An diesen erinnert der Alt-Bundesrat nun mit seinem Buchtitel ganz bewusst. Durcheinander ist seiner Ansicht nach fast alles: die Demokratie, die Marktwirtschaft, die Werte. Er will Irrwege aufzeigen und Lösungsansätze anbieten. Als beharrlicher Liberaler wurde Villiger jüngst mit dem dem Freiheitspreis 2016 der renommierten Friedrich-Naumann-Stiftung ausgezeichnet; den Preis haben vor ihm Prominente wie der ehemalige deutsche Aussenminister Hans-Dietrich Genscher oder der Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa erhalten.Das Buch:Die Durcheinanderwelt, Irrwege und Lösungsansätze. Kaspar Villiger. NZZ Libro.

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6. April 2017

Alt-Bundesrat Kaspar Villiger und «die Durcheinanderwelt»

Interviews gibt der ehemalige Bundesrat und spätere Verwaltungsratspräsident der UBS nur selten. Dass er Gast von Susanne Brunner ist, hat mit seinem neuen Buch «Die Durcheinanderwelt» zu tun. Darin fordert er eine liberale Konterrevolution.Als Kaspar Villiger 1989 in den Bundesrat gewählt wurde, erschien gerade Friedrich Dürrenmatts letzter fertiggestellter Roman «Das Durcheinandertal». An diesen erinnert der Alt-Bundesrat nun mit seinem Buchtitel ganz bewusst. Durcheinander ist seiner Ansicht nach fast alles: die Demokratie, die Marktwirtschaft, die Werte. Er will Irrwege aufzeigen und Lösungsansätze anbieten. Als beharrlicher Liberaler wurde Villiger jüngst mit dem dem Freiheitspreis 2016 der renommierten Friedrich-Naumann-Stiftung ausgezeichnet; den Preis haben vor ihm Prominente wie der ehemalige deutsche Aussenminister Hans-Dietrich Genscher oder der Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa erhalten.Das Buch:Die Durcheinanderwelt, Irrwege und Lösungsansätze. Kaspar Villiger. NZZ Libro.

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6. April 2017

Reto Wyss – der Luzerner Bildungsdirektor und die Schülerstreiks

Wenn am Mittwoch Schülerinnen und Schüler auf die Strasse gehen, hat das viel mit den Sparmassnahmen im Kanton Luzern zu tun. Proteste dagegen gibt es schon lange. Gast von Susanne Brunner ist Reto Wyss, CVP-Regierungsrat und Vorsteher des Bildungs- und Kulturdepartements im Kanton Luzern.Als der Kanton Luzern 2013 die Mittel- und Berufsschulen eine Woche lang zwangsweise schliessen wollte, um Geld zu sparen, ärgerte das einen Schüler aus dem luzernischen Sursee dermassen, dass er noch im Klassenzimmer zu einem Kollegen sagte: «Wir müssen etwas tun!» Es entstand eine Protestbewegung, die über Luzern hinaus Schlagzeilen macht: Schülerinnen und Schüler gehen auf die Strasse, um gegen die «Sparwut» im Bildungswesen aufmerksam zu machen. In Luzern sind die Proteste sehr geordnet: es gibt einen Verband, der absolut nichts Illegales machen will. Dieser hat alles organisiert, inklusive Extrazug der SBB mit Billeten mit Schülerrabatt. Was die Schülerinnen und Schüler fordern, ist ein Dialog auf Augenhöhe mit der Politik. «Es braucht keine gewalttätigen Demonstrationen, damit wir zu einem Gespräch einwilligen», sagt Reto Wyss; «Meine Erwartung ist ein sachliches Gespräch, mit detailliertere Informationen und einen guten Austausch der verschiedenen Sichten», meint er. Und: «Bildung ist der grösste Ausgabenposten im Kanton Luzern, da ist klar, dass wir auch sparen müssen, denn wir haben eine angespannte Finanzsituation. Grundsätzlich waren die Steuersenkungen richtig, jetzt müssen sie justiert werden, es soll ja auch wieder Steuererhöhungen geben.»

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6. April 2017

Reto Wyss – der Luzerner Bildungsdirektor und die Schülerstreiks

Wenn am Mittwoch Schülerinnen und Schüler auf die Strasse gehen, hat das viel mit den Sparmassnahmen im Kanton Luzern zu tun. Proteste dagegen gibt es schon lange. Gast von Susanne Brunner ist Reto Wyss, CVP-Regierungsrat und Vorsteher des Bildungs- und Kulturdepartements im Kanton Luzern.Als der Kanton Luzern 2013 die Mittel- und Berufsschulen eine Woche lang zwangsweise schliessen wollte, um Geld zu sparen, ärgerte das einen Schüler aus dem luzernischen Sursee dermassen, dass er noch im Klassenzimmer zu einem Kollegen sagte: «Wir müssen etwas tun!» Es entstand eine Protestbewegung, die über Luzern hinaus Schlagzeilen macht: Schülerinnen und Schüler gehen auf die Strasse, um gegen die «Sparwut» im Bildungswesen aufmerksam zu machen. In Luzern sind die Proteste sehr geordnet: es gibt einen Verband, der absolut nichts Illegales machen will. Dieser hat alles organisiert, inklusive Extrazug der SBB mit Billeten mit Schülerrabatt. Was die Schülerinnen und Schüler fordern, ist ein Dialog auf Augenhöhe mit der Politik. «Es braucht keine gewalttätigen Demonstrationen, damit wir zu einem Gespräch einwilligen», sagt Reto Wyss; «Meine Erwartung ist ein sachliches Gespräch, mit detailliertere Informationen und einen guten Austausch der verschiedenen Sichten», meint er. Und: «Bildung ist der grösste Ausgabenposten im Kanton Luzern, da ist klar, dass wir auch sparen müssen, denn wir haben eine angespannte Finanzsituation. Grundsätzlich waren die Steuersenkungen richtig, jetzt müssen sie justiert werden, es soll ja auch wieder Steuererhöhungen geben.»

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4. April 2017

Christoph Wüthrich – nach der Präsidentenwahl in Serbien

Noch mehr Macht für den starken Mann Serbiens: Aleksandar Vucic gewinnt die Präsidentenwahl klar. Serbiens Schicksal liege nun in der Hand dieses allmächtigen Politikers, analysiert SRF-Balkankenner Christoph Wüthrich im Tagesgespräch bei Marc Lehmann.«Létat cest lui»: Er ist Regierungschef. Er ist künftiger Staatspräsident. Er koordiniert die Geheimdienste, dominiert die mit Abstand grösste Partei, kontrolliert das Parlament und die Medien. Trotzdem wird Aleksandar Vucic vom Westen hofiert: Brüssel, Washington, Berlin – alle setzen auf den dynamischen 47-Jährigen, der sich vom Ultra-Nationalisten zum EU-Anhänger gewandelt hat und dabei auch weiter auf seinen Freund Putin in Moskau zählen kann. Es fällt auf, dass Vucic kaum je einen Satz mache, in dem kein «aber» vorkomme, sagt Wüthrich; das zeige die Widersprüchlichkeit seines Charakters.

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4. April 2017

Christoph Wüthrich – nach der Präsidentenwahl in Serbien

Noch mehr Macht für den starken Mann Serbiens: Aleksandar Vucic gewinnt die Präsidentenwahl klar. Serbiens Schicksal liege nun in der Hand dieses allmächtigen Politikers, analysiert SRF-Balkankenner Christoph Wüthrich im Tagesgespräch bei Marc Lehmann.«Létat cest lui»: Er ist Regierungschef. Er ist künftiger Staatspräsident. Er koordiniert die Geheimdienste, dominiert die mit Abstand grösste Partei, kontrolliert das Parlament und die Medien. Trotzdem wird Aleksandar Vucic vom Westen hofiert: Brüssel, Washington, Berlin – alle setzen auf den dynamischen 47-Jährigen, der sich vom Ultra-Nationalisten zum EU-Anhänger gewandelt hat und dabei auch weiter auf seinen Freund Putin in Moskau zählen kann. Es fällt auf, dass Vucic kaum je einen Satz mache, in dem kein «aber» vorkomme, sagt Wüthrich; das zeige die Widersprüchlichkeit seines Charakters.

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