Archiv für ‘DRS Tagesgespräch’

25. Februar 2017

Peter Collmer: Lenin, die Revolution und die Schweiz

Vor 100 Jahren bricht in Russland die Revolution aus – und die Schweiz hat einen gewichtigen Anteil daran. Der Zürcher Osteuropa-Historiker Peter Collmer erklärt im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann die engen Verflechtungen zwischen dem Riesenreich und dem Kleinstaat.Die Konferenz der Sozialisten in Zimmerwald, das Aushecken revolutionärer Ideen im stillen Kämmerlein an der Zürcher Spiegelgasse und schliesslich die Reise im berühmten plombierten Zug von der Schweiz nach St. Petersburg: Lenin hat in der Schweiz Anlauf genommen, um den Umsturz in seiner russischen Heimat herbeizuführen, den Zar zu vertreiben und seine Bolschewiki an der Macht zu installieren. Dabei bekam er Unterstützung von Schweizer Sozialisten und einer Vielzahl revolutionär gesinnter Russinnen und Russen, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch der Revolution in Ruhe in der Schweiz wirken konnten.«Die Beziehungen zwischen den ungleichen Ländern waren erstaunlich intensiv in jener Zeit», sagt der Historiker Peter Collmer – auch Tausende Schweizerinnen und Schweizer hätten ihr Glück in Russland gesucht. Collmer hat die Verflechtungen in einer umfassenden Studie dargelegt. Heute wird im Landesmuseum Zürich eine grosse Ausstellung eröffnet, die sich der russischen Revolution und den Beziehungen zwischen der Schweiz und Russland widmet.

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25. Februar 2017

Peter Collmer: Lenin, die Revolution und die Schweiz

Vor 100 Jahren bricht in Russland die Revolution aus – und die Schweiz hat einen gewichtigen Anteil daran. Der Zürcher Osteuropa-Historiker Peter Collmer erklärt im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann die engen Verflechtungen zwischen dem Riesenreich und dem Kleinstaat.Die Konferenz der Sozialisten in Zimmerwald, das Aushecken revolutionärer Ideen im stillen Kämmerlein an der Zürcher Spiegelgasse und schliesslich die Reise im berühmten plombierten Zug von der Schweiz nach St. Petersburg: Lenin hat in der Schweiz Anlauf genommen, um den Umsturz in seiner russischen Heimat herbeizuführen, den Zar zu vertreiben und seine Bolschewiki an der Macht zu installieren. Dabei bekam er Unterstützung von Schweizer Sozialisten und einer Vielzahl revolutionär gesinnter Russinnen und Russen, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch der Revolution in Ruhe in der Schweiz wirken konnten.«Die Beziehungen zwischen den ungleichen Ländern waren erstaunlich intensiv in jener Zeit», sagt der Historiker Peter Collmer – auch Tausende Schweizerinnen und Schweizer hätten ihr Glück in Russland gesucht. Collmer hat die Verflechtungen in einer umfassenden Studie dargelegt. Heute wird im Landesmuseum Zürich eine grosse Ausstellung eröffnet, die sich der russischen Revolution und den Beziehungen zwischen der Schweiz und Russland widmet.

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25. Februar 2017

Beat Schuler vom UNHCR über die Flüchtlingssituation 2017

Vor einem Jahr sprach das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR von Chaos, als Länder auf der Balkanroute ihre Grenzen schlossen. Wie ist die Situation ein Jahr später? Beat Schuler arbeitet fürs UNHCR in Rom und ist Gast von Susanne Brunner.Meldungen über Flüchtlinge sind in den Medien fast schon alltäglich geworden. 74 Tote Migranten vor der Küste Libyens. Die Italienische Küstenwache, die erst vorgestern wieder 630 Menschen aus seeuntauglichen Booten rettete. Deutschland, das afghanische Asylbewerber nach Afghanistan zurückschafft. Und in der Schweiz schliessen Kantone Asylunterkünfte, wenigstens vorläufig, weil weniger Flüchtlinge in die Schweiz kommen. Kommen weniger? Hat man ein Jahr nach den Bildern aus Lagern wie Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze die Situation in Europa unter Kontrolle? Und wenn ja, wovon hängt das ab? Beat Schuler war auch schon im letzten Jahr fürs UNHCR in Malta und Italien und gibt einen Überblick über die aktuelle Flüchtlingssituation.

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25. Februar 2017

Beat Schuler vom UNHCR über die Flüchtlingssituation 2017

Vor einem Jahr sprach das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR von Chaos, als Länder auf der Balkanroute ihre Grenzen schlossen. Wie ist die Situation ein Jahr später? Beat Schuler arbeitet fürs UNHCR in Rom und ist Gast von Susanne Brunner.Meldungen über Flüchtlinge sind in den Medien fast schon alltäglich geworden. 74 Tote Migranten vor der Küste Libyens. Die Italienische Küstenwache, die erst vorgestern wieder 630 Menschen aus seeuntauglichen Booten rettete. Deutschland, das afghanische Asylbewerber nach Afghanistan zurückschafft. Und in der Schweiz schliessen Kantone Asylunterkünfte, wenigstens vorläufig, weil weniger Flüchtlinge in die Schweiz kommen. Kommen weniger? Hat man ein Jahr nach den Bildern aus Lagern wie Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze die Situation in Europa unter Kontrolle? Und wenn ja, wovon hängt das ab? Beat Schuler war auch schon im letzten Jahr fürs UNHCR in Malta und Italien und gibt einen Überblick über die aktuelle Flüchtlingssituation.

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23. Februar 2017

Michael Brzoska – Kriegsmaterialausfuhr der Schweiz

Die Schweiz hat 2016 weniger Kriegsmaterial exportiert als im Vorjahr; markant angestiegen sind aber die Exporte nach Afrika. Michael Brzoska ist Experte für den internationalen Transfer von Rüstungsgütern – und Gast von Susanne Brunner.Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO hat die Statistik zur Ausfuhr von Kriegsmaterial im Jahr 2016 veröffentlicht. Laut dem schwedischen Friedensforschungsinstitut SIPRI hat der Waffenhandel in den letzten zehn Jahren weltweit zugelegt. In der Schweiz hingegen sind die Exporte von Waffen und Rüstungsgütern auf den tiefsten Stand seit 2006 gesunken. Beide rechnen richtig, sagt Michael Brzoska. SIPRI würde neben den Kriegsmaterialgütern auch die damit verbundenen Dienstleistungen verrechnen und vor allem bei sämtlichen Ländern mit dem selben Massstab messen. Und so betrachtet sei die Schweiz eben durchaus potent.Kritisch äussert sich Brzoska zur teilweisen Aufhebung der Ausfuhrbeschränkungen nach Saudi-Arabien, das kriegt im Yemen führt. Es sei «naiv anzunehmen, dass solches Material dann nicht eingesetzt wird».Zugenommen haben die Schweizer Rüstungsexporte nach Afrika, vor allem nach Südafrika, das dank einer Verdreifachung seiner Bestellungen nun der zweitgrösste Kunde der Schweizer Rüstungsindustrie ist. Nur Deutschland bestellt mehr Rüstungsgüter in der Schweiz. Hierzu sagt Brzoska, der am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg arbeitet, die Schwankungen von Jahr zu Jahr seien, was einzelne Länder anbetrifft, gross. Man müsse den langfristigen Trend beobachten. Und der gehe für die Schweiz in Richtung weniger Exporte.

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23. Februar 2017

Günter Verheugen – Weckruf für Europa

Der «Brexit», die Eurokrise und die Häme des neuen US-Präsidenten: Die Europäische Union ist derzeit nicht gerade in Hochform. Was zu tun ist, damit es Europa wieder besser geht, hat der ehemalige EU-Kommissar Günter Verheugen im Gespräch mit Marc Lehmann.«Es ist nicht die Zeit, mehr Integration zu fordern», sagt Verheugen. Das Gegenteil sei der Fall – die EU müsse wieder Kompetenzen abgeben. «Warum soll Brüssel den Metzgereien und den Bäckereien in den verschiedenen Staaten Vorschriften machen?» Das sei doch Sache der Staaten, gar der Länder oder Kantone. Verheugen glaubt, dass der Binnenmarkt ein Vorwand war, um Kompetenzen nach Brüssel zu holen. Nun ist die EU in der Krise und die Idenitätsfrage bekommt mehr Brisanz. Es müsse in Zukunft «verschiedene Integrationsmodelle» geben, fordert der ehemalige EU-Kommissar. Oder anders gesagt, sollen sich die Staaten selber entscheiden können, bei welchen Integrationsbereichen sie mitmachen wollen und bei welchen nicht.

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21. Februar 2017

Bernhard Russi – sein Abschied als Fernseh-Kommentator

Rekord-Quoten am Fernsehen, Begeisterung am Pistenrand und ein Medaillen-Regen: Die Schweiz feierte in St. Moritz eine erfolgreiche Ski-WM – und Bernhard Russi seinen Abschied als TV-Kommentator. Was der Olympiasieger von 1972 und Pisten-Architekt nun vorhat, verrät er im Gespräch mit Marc Lehmann.Sieben Medaillen, drei Weltmeister-Titel und rot-weisse Fähnchen im Zielraum: die Ski-Nation Schweiz ist in St. Moritz wieder auferstanden. Das Land wurde von einer Welle der Begeisterung erfasst, wie man sie lange nicht mehr erlebt hat. Die TV-Quoten erinnern an die goldenen Skizeiten der 1970er- und 1980er-Jahre. Ein perfekter Moment für den Abgang: 30 Jahre lang hat Bernhard Russi mit Matthias Hüppi zusammen die Rennen in die gute Stube übertragen – und über Kantenfehler und verlorene Hundertstelsekunden aufgeklärt. Der 68-jährige Andermatter blickt ohne Wehmut auf seine Zeit als TV-Kommentator zurück. Er sei «einfach nur glücklich für die Bühne, die mir zur Verfügung gestellt worden ist». Jetzt freut sich Russi aufs Füsse hochlegen und Skiferien machen mit seiner Frau. Denn als Tourist kenne er all die Skigebiete noch nicht.

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21. Februar 2017

Bernhard Russi – sein Abschied als Fernseh-Kommentator

Rekord-Quoten am Fernsehen, Begeisterung am Pistenrand und ein Medaillen-Regen: Die Schweiz feierte in St. Moritz eine erfolgreiche Ski-WM – und Bernhard Russi seinen Abschied als TV-Kommentator. Was der Olympiasieger von 1972 und Pisten-Architekt nun vorhat, verrät er im Gespräch mit Marc Lehmann.Sieben Medaillen, drei Weltmeister-Titel und rot-weisse Fähnchen im Zielraum: die Ski-Nation Schweiz ist in St. Moritz wieder auferstanden. Das Land wurde von einer Welle der Begeisterung erfasst, wie man sie lange nicht mehr erlebt hat. Die TV-Quoten erinnern an die goldenen Skizeiten der 1970er- und 1980er-Jahre. Ein perfekter Moment für den Abgang: 30 Jahre lang hat Bernhard Russi mit Matthias Hüppi zusammen die Rennen in die gute Stube übertragen – und über Kantenfehler und verlorene Hundertstelsekunden aufgeklärt. Der 68-jährige Andermatter blickt ohne Wehmut auf seine Zeit als TV-Kommentator zurück. Er sei «einfach nur glücklich für die Bühne, die mir zur Verfügung gestellt worden ist». Jetzt freut sich Russi aufs Füsse hochlegen und Skiferien machen mit seiner Frau. Denn als Tourist kenne er all die Skigebiete noch nicht.

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18. Februar 2017

Jacques Ungar – nach dem Treffen zwischen Netanjahu und Trump

Festhalten an der Zweistaatenlösung oder nicht? Susanne Brunner spricht mit Jacques Ungar, Nahostkorrespondent des jüdischen Wochenmagazins «Tachles», über den Besuch des israelischen Premiers Benjamin Netanjahu bei US-Präsident Donald Trump im Weissen Haus.Die Ankündigung des neuen US-Präsidenten, die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen zu wollen, sorgte weltweit für alarmierte Reaktionen. Ebenso seine Aussage, eine Zwei-Staaten-Lösung für Israel und Palästina sei für ihn nicht zwingend. Seit Bill Clinton haben nämlich alle US-Präsidenten die Zweistaatenlösung für Frieden zwischen Israel und Palästina als unabdingbar gesehen. Die Wahl von Donald Trump hat auch Israels Rechte bestärkt: Sie drückt aufs Tempo beim Siedlungsbau in den besetzten Gebieten und will dafür palästinensische Landbesitzer enteignen – in einer Art und Weise, wie es bis jetzt nicht einmal das israelische Gesetz erlaubt hat. Am Mittwoch hat Israels Premier Benjamin Netanjahu seinen Freund Donald Trump im Weissen Haus besucht und wurde dort herzlich empfangen. «Das war eher wie ein Familienpicknick oder ein entspannter ‚Höck‘ unter Freunden», sagt dazu Jacques Ungar, der seit 32 Jahren aus Israel und dem Nahen Osten berichtet. Politik habe beim Treffen eher eine Nebenrolle gespielt. Trump, so Jacques Ungar weiter, befinde sich in der Nahostpolitik noch in einer Lernphase. Unter diesem Aspekt müsse man auch Trumps Aussagen zur Zweistaatenlösung sehen.

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18. Februar 2017

Dieter Borchmeyer – «Was ist deutsch?»

Ein neues Buch von Dieter Borchmeyer geht auf 1000 Seiten der Frage nach: «Was ist deutsch?» Der Autor ist emeritierter Professor für Neuere Deutsche Literatur und Theaterwissenschaft – und Gast von Susanne Brunner.Kaum eine Nation hat sich intensiver mit der eigenen Identität auseinandergesetzt als Deutschland. Vielleicht erstaunt das gar nicht, denn einerseits haben Deutsche in Literatur und Musik unsterbliche Werke geschaffen, wie die von Goethe, Schiller, Bach, Beethoven und Wagner. Andererseits ist Deutschland die Nation, die den Holocaust zu verantworten hat. Gerade aktuell tobt wieder die Debatte, was denn eigentlich deutsch sei. Es ist Wahljahr in Deutschland – und die grossen Themen sind die Flüchtlinge und die Muslime im Land. Der Literaturwissenschaftler und bekannte deutsche Autor Dieter Borchmeyer hat einen grossen Überblick über diese Identitätssuche geschaffen: «Was ist deutsch? – Die Suche einer Nation nach sich selbst». Im Gespräch mit Susanne Brunner kommt er zum Schluss, dass das Ausschliessende, das im deutschen Wahlkampf im Zusammenhang mit Flüchtlingen eine grosse Rolle spielt, eben gerade nicht zur deutschen Kultur passt. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil sich Deutschland nicht von einem Stamm oder einer Ethnie ableite, sondern von der Sprache Deutsch.

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18. Februar 2017

Dieter Borchmeyer – «Was ist deutsch?»

Ein neues Buch von Dieter Borchmeyer geht auf 1000 Seiten der Frage nach: «Was ist deutsch?» Der Autor ist emeritierter Professor für Neuere Deutsche Literatur und Theaterwissenschaft – und Gast von Susanne Brunner.Kaum eine Nation hat sich intensiver mit der eigenen Identität auseinandergesetzt als Deutschland. Vielleicht erstaunt das gar nicht, denn einerseits haben Deutsche in Literatur und Musik unsterbliche Werke geschaffen, wie die von Goethe, Schiller, Bach, Beethoven und Wagner. Andererseits ist Deutschland die Nation, die den Holocaust zu verantworten hat. Gerade aktuell tobt wieder die Debatte, was denn eigentlich deutsch sei. Es ist Wahljahr in Deutschland – und die grossen Themen sind die Flüchtlinge und die Muslime im Land. Der Literaturwissenschaftler und bekannte deutsche Autor Dieter Borchmeyer hat einen grossen Überblick über diese Identitätssuche geschaffen: «Was ist deutsch? – Die Suche einer Nation nach sich selbst». Im Gespräch mit Susanne Brunner kommt er zum Schluss, dass das Ausschliessende, das im deutschen Wahlkampf im Zusammenhang mit Flüchtlingen eine grosse Rolle spielt, eben gerade nicht zur deutschen Kultur passt. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil sich Deutschland nicht von einem Stamm oder einer Ethnie ableite, sondern von der Sprache Deutsch.

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16. Februar 2017

Matthias Stürmer – digitale Nachhaltigkeit

Wie speichert man im digitalen Zeitalter Kulturgut so, dass es auch in 200 Jahren noch zugänglich ist? Matthias Stürmer ist Leiter der Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit an der Universität Bern und Gast von Susanne Brunner.Diese Woche treffen sich an der Universität Bern Fachleute aus aller Welt zur Tagung «Digitale Nachhaltigkeit». Im Zentrum steht die Frage, wie Wissen im digitalen Zeitalter jetzt und in Zukunft verfügbar sein soll. «Es geht einerseits um persönliche Daten, aber auch um Daten der öffentlichen Hand, um Geschäftsdaten von Firmen, Konstruktionsdaten für ein Flugzeug zum Beispiel», sagt Matthias Stürmer, Leiter der Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit am Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Bern. Wie werden solche Daten gespeichert? Wer soll Zugang dazu erhalten, welche Softwareprogramme soll man benutzen, und wie wird sicherstellt, dass Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte später gelesen werden kann, was heute an Wissen abgespeichert wird? Der längerfristige Zugang zu digitalen Daten sei ein schleichendes Problem, so Matthias Stürmer. Das Thema ist nicht nur ein wissenschaftliches, sondern auch ein politisches. Matthias Stürmer kennt beide Seiten: Er ist auch Berner EVP-Stadtrat und leitet die parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit.

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16. Februar 2017

Samuel Schlaefli – Burmas Demokratie und die Kehrseite

Der freie Journalist Samuel Schlaefli aus Basel hat durch seine Arbeit auf der Redaktion der englischsprachigen «Myanmar Times» viel über den Alltag in Burma erfahren – und dabei auch die andere Seite der burmesischen Erfolgsstory kennengelernt. Er ist Gast von Marc Lehmann.Burma gilt als Paradebeispiel eines Transformationslandes: Nach 50 Jahren finsterer Diktatur hat sich das Land durch freie Wahlen zu einer offenen Demokratie gewandelt. Eine weltweit respektierte Menschenrechtlerin steht an der Staatsspitze, die politischen Freiräume werden grösser, die Wirtschaft wächst und die Lebensqualität steigt. Gewiss ändern sich nach Jahrzehnten der Gewalt und Korruption die Dinge nicht von heute auf morgen – und die Erwartungen an die Hoffnungsträgerin Aung San Suu Kyi sind möglicherweise überrissen. Etwa, wenn es um die Rohingya geht, sagt Samuel Schlaefli. Die muslimische Minderheit wird seit Jahrzehnten unterdrückt, und für Aung San Suu Kyi sei es heikel, sich zu sehr für die Minderheit einzusetzen, weil die Mehrheit ihrer eigenen Volksgruppe die Unterdrückung unterstütze. Auch der wirtschaftliche Aufschwung sei noch längst nicht bei allen angekommen, es gebe noch immer sehr viele sehr arme Menschen.

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14. Februar 2017

Ueli Maurer – nach dem Nein zu USR III

Scherbenhaufen, Malaise, Misstrauensvotum: Das Stimmvolk hat der Polit- und der Wirtschaftselite mit dem Nein zur Unternehmenssteuerreform III einen Denkzettel verpasst. Wie geht es nun weiter? Finanzminister Ueli Maurer ist Gast von Marc Lehmann.Schweizerinnen und Schweizer wollen nichts wissen von der Unternehmenssteuerreform III. Zu unklar waren für sie die möglichen Auswirkungen nach einem Ja. Hätte der Mittelstand für die Steuerausfälle geradestehen müssen? Oder wandern jetzt die Firmen ab und gehen Arbeitsplätze verloren? Wie hat es zu einem solchen Misstrauensvotum kommen können – wo doch die Regierung, eine satte Parlamentsmehrheit, die Kantone und die Wirtschaftsverbände hinter der Reform standen?An einer Steuerreform führt kein Weg vorbei – dazu hat sich die Schweiz international verpflichtet. Steuerliche Begünstigungen für ausländische Gewinne sind nicht länger akzeptabel. Geht nun die Debatte von vorne los? Oder gibt es rasch eine neue, von allen akzeptierte Reform?Der Druck, jetzt rasch zu handeln sei gross, betont der Finanzminister. «Wir sind an der Arbeit, heute abend findet eine erste Sitzung statt.»

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11. Februar 2017

Christina Fasser – über seltene Krankheiten

Heute findet in Genf eine internationale Konferenz statt, an der es um das Recht auf Gesundheit für Menschen mit seltenen Krankheiten geht. Eine Betroffene ist Christina Fasser, Vize-Präsidentin von Pro Raris. Sie ist Gast von Susanne Brunner.In jedem grösseren Dorf der Schweiz gibt es einen Menschen, der an Retinitis pigmentosa leidet und deshalb blind wird. Christina Fasser ist ein solcher Mensch, und sie ist blind. Sie weiss, was es heisst, wenn eine Krankheit selten ist. Man erhält vielleicht gar keine Diagnose, weil der Arzt oder die Ärztin die Krankheit nicht kennt. Und dann heisst es, die Krankheit sei unheilbar, oder es gebe gar keine Medikamente oder Therapien. Oder wenn es eine Therapie gibt, dann ist diese zu teuer, und die Krankenkasse übernimmt sie nicht.Rund 300 Millionen Menschen weltweit leiden an einer seltenen Krankheit, und heute kommen Vertreter und Vertreterinnen von Patientenorganisationen in Genf zusammen, um über ihr Recht auf Gesundheit zu reden. An der Konferenz dabei sind Gesundheitsexperten und –politikerinnen aus aller Welt, zum Beispiel auch die ehemalige Bundesrätin Ruth Dreifuss. In dieser Form gab es eine solche Konferenz noch nie.Susanne Brunner hat die Präsidentin von Retina International und die Vize-Präsidentin von Pro Raris, der Allianz für seltene Krankheiten, in Genf am Campus Biotech getroffen.

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11. Februar 2017

Zuwanderung – Adrian Amstutz vs. Cédric Wermuth

Vor genau drei Jahren haben Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger Ja gesagt zur SVP-Initiative «gegen Masseneinwanderung». Nun müsste das Begehren umgesetzt sein. Ist es das? Darüber streiten SVP-Nationalrat Adrian Amstutz und SP-Nationalrat Cédric Wermuth bei Marc Lehmann.Das Feilschen um die Umsetzung der Zuwanderungsinitiative hat das Land drei Jahre in Atem gehalten. Inzwischen liegt eine Lösung vor, das Parlament hat die Initiative mit einem Gesetz umgesetzt. Aber niemand ist wirklich zufrieden damit – weil die Kernanliegen der Initiative kaum berücksichtigt werden. Es ist nicht anzunehmen, dass mit dem «Inländervorrang light» die Zuwanderung spürbar gebremst werden kann. Wie also weiter? Soll die Verfassung wieder geändert werden, muss das Volk nochmals abstimmen oder wird am Ende die Personenfreizügigkeit gekündigt?

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9. Februar 2017

Swisscom-Chef Urs Schaeppi

Das Geschäft mit der Telefonie ist für die Swisscom immer weniger lukrativ, weil sich die Kommunikationstechnologie immer schneller entwickelt. Welche Zukunftsvisionen hat Swisscom-CEO Urs Schaeppi? Er ist Gast von Susanne Brunner.«Wir haben im letzten Jahr weit über 100’000 Festnetzkunden verloren», sagt Schaeppi. Doch er will am Telefon zuhause festhalten. «Das Festnetz wird nicht abgestellt, aber die Technik ändert sich.» Auch beim mobilen Telefonieren sei der Markt gesättigt. Die Margen sinken, die Swisscom muss also anderweitig Geld verdienen. Schaeppi will deshalb in Zukunft nicht mehr nur Menschen miteinander verbinden, sondern vermehrt auch Geräte. «Es wäre doch toll, wenn Sie den Ofen vom Büro aus schon mal einstellen können!» Doch weil das Geld immer härter zu verdienen ist, streicht der Konzern in diesem Jahr weitere 500 Stellen.

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9. Februar 2017

Renzo Simoni – «Oberster Schweizer Tunnelbauer» zum Ceneri-Tunnel

Wer von der NEAT spricht, meint Gotthard oder Lötschberg. Aber auch der Ceneri-Basistunnel mit immerhin 15 Kilometern Länge gehört zur NEAT; auch er ist ein gigantisches Bauwerk. Keiner kennt dieses besser als Alp-Transit-Gotthard-Chef Renzo Simoni. Er ist Gast von Marc Lehmann.Die Alpen, einst eine kaum überwindbare Gebirgskette. Mit dem Gotthard und dem Ceneri-Tunnel aber «elimieren wir produktionstechnisch die Alpen», sagt Simoni. Damit soll der Transport weg von der Strasse auf die Schiene verlegt werden. Das viele Gestein, das beim Ausbruch anfiel, konnte teilweise für den Beton verwendet werden, der für den Innenausbau nötig war. Jetzt wird noch die Bahntechnik eingebaut, bevor der Tunnel dann 2020 für den Verkehr geöffnet wird. Dann werden sich die Fahrzeiten zwischen der Deutschschweiz und Lugano um gut eine Stunde verkürzen.

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9. Februar 2017

Renzo Simoni – «Oberster Schweizer Tunnelbauer» zum Ceneri-Tunnel

Wer von der NEAT spricht, meint Gotthard oder Lötschberg. Aber auch der Ceneri-Basistunnel mit immerhin 15 Kilometern Länge gehört zur NEAT; auch er ist ein gigantisches Bauwerk. Keiner kennt dieses besser als Alp-Transit-Gotthard-Chef Renzo Simoni. Er ist Gast von Marc Lehmann.Die Alpen, einst eine kaum überwindbare Gebirgskette. Mit dem Gotthard und dem Ceneri-Tunnel aber «elimieren wir produktionstechnisch die Alpen», sagt Simoni. Damit soll der Transport weg von der Strasse auf die Schiene verlegt werden. Das viele Gestein, das beim Ausbruch anfiel, konnte teilweise für den Beton verwendet werden, der für den Innenausbau nötig war. Jetzt wird noch die Bahntechnik eingebaut, bevor der Tunnel dann 2020 für den Verkehr geöffnet wird. Dann werden sich die Fahrzeiten zwischen der Deutschschweiz und Lugano um gut eine Stunde verkürzen.

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9. Februar 2017

Swisscom-Chef Urs Schaeppi

Das Geschäft mit der Telefonie ist für die Swisscom immer weniger lukrativ, weil sich die Kommunikationstechnologie immer schneller entwickelt. Welche Zukunftsvisionen hat Swisscom-CEO Urs Schaeppi? Er ist Gast von Susanne Brunner.«Wir haben im letzten Jahr weit über 100’000 Festnetzkunden verloren», sagt Schaeppi. Doch er will am Telefon zuhause festhalten. «Das Festnetz wird nicht abgestellt, aber die Technik ändert sich.» Auch beim mobilen Telefonieren sei der Markt gesättigt. Die Margen sinken, die Swisscom muss also anderweitig Geld verdienen. Schaeppi will deshalb in Zukunft nicht mehr nur Menschen miteinander verbinden, sondern vermehrt auch Geräte. «Es wäre doch toll, wenn Sie den Ofen vom Büro aus schon mal einstellen können!» Doch weil das Geld immer härter zu verdienen ist, streicht der Konzern in diesem Jahr weitere 500 Stellen.

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