Archiv für ‘DRS Tagesgespräch’

3. Juni 2017

André Lüthi, Chef des Reiseveranstalters Globetrotter

Der Abenteurer, der es zum CEO gebracht hat: André Lüthi, Chef des Reiseveranstalters Globetrotter, ist ein umtriebiger Typ. Mit seinem unkonventionellen Karriereweg dient er vielen als Vorbild. Im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann erklärt Lüthi, warum Reisen besser sind als Ferien.Mit Mut, Geschick und grosser Lust am besonderen Auftritt hat der 56jährige Freiburger die Reisebranche aufgemischt. Während die grossen Veranstalter um jeden Franken kämpfen, vermeldet Globetrotter Rekordergebnisse. Mit seinen exklusiven Nischenangeboten steht André Lüthis Reiseunternehmen bestens im Markt. Doch wer gönnt sich Reisen in die Arktis, in die Wüste und nach Nordkorea? Bietet das ehemalige Alternativ-Reisebüro nur noch Trips für Zahlungskräftige? Und ist es überhaupt sinnvoll, jede Ecke der Welt auszuleuchten und zu bereisen?Am SEF in Interlaken hängt man Lüthi an den Lippen: Sein aussergewöhnlicher Weg soll andere dazu inspirieren, Routinen und Sicherheiten über Bord zu werfen und das Unkonventionelle zu wagen.

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3. Juni 2017

FCB-Präsident Bernhard Heusler zieht Bilanz

Acht Mal Meister in Serie, drei Mal Meister und Cupsieger, ein Jahresumsatz von über 100 Millionen Franken: die Ära Bernhard Heusler war die erfolgreichste des FCB. Nun tritt der Präsident ab. Er ist Gast von Susanne Brunner im «Tagesgespräch».Der FC Basel steht vor seinem letzten Match der Saison, doch es ist schon klar: Der FCB ist Schweizer Meister, zum 20. Mal in seiner Geschichte. Fast die Hälfte seiner Meistertitel gewann Basel in den acht Jahren, in denen Bernhard Heusler den Club führte. 2009 übernahm er zusammen mit Sportchef Georg Heitz die operative Führung des FCB, 2012 wurde er Präsident. In dieser Zeit stürmte die Mannschaft von Erfolg zu Erfolg, die Champions League spülte Millionen in die Clubkasse. Nun tritt die Führungsmannschaft des FCB ab: am Freitag das letzte Spiel, am Samstag Meisterschaftsfeier, am 9. Juni wird ein neuer Präsident gewählt. «Es ist ein optimaler Zeitpunkt für eine neue Führungsriege», sagt Bernhard Heusler. «In der Schweiz ist ein Meistertitel des FCB Pflicht, er löst kaum mehr Emotionen aus.» Und genau das dürfe im Fussball nicht sein. Gleichzeitig ist der FC Basel im internationalen Vergleich zu klein für grosse Erfolge. Jetzt brauche der FCB neue Impulse.Susanne Brunner hat im St.Jakob-Park mit Bernhard Heusler gesprochen.

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1. Juni 2017

Abschied von Monsieur Migration, Eduard Gnesa

Eduard Gnesa hat die Schweizer Migrationspolitik in einer ereignisreichen Zeit mitgeprägt. Heute endet die Karriere des langjährigen Amtsdirektors und Sonderbotschafters. Am Tag seiner Pensionierung ist er Gast von Marc Lehmann im «Tagesgespräch».Flüchtlinge, Asylverfahren, Integrationskonzepte: Seit 30 Jahren dreht sich der Arbeitsalltag von Eduard Gnesa um das heisseste innenpolitische Eisen der letzten Zeit, um die Zuwanderung. Der Walliser war Direktor des Bundesamts für Ausländer, später Chef des Bundesamts für Migration – und seit acht Jahren verhandelt er als Sonderbotschafter sogenannte Migrationspartnerschaften mit Ländern, aus denen besonders viele Menschen zu uns kommen. Das Ziel: Diese Länder zur Rücknahme ihrer Landsleute zu bewegen, wenn die Schweiz im Gegenzug Entwicklungshilfe leistet.Wie soll die Zuwanderungspolitik der Zukunft aussehen? Welche Integrationskonzepte passen dazu? Und wie können die grossen Flüchtlingskrisen der Gegenwart gemeistert werden? Fragen an Monsieur Migration, der heute in den Ruhestand tritt.

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1. Juni 2017

HSG-Professor Hettich zu Subventionen für die Wasserkraft

Im Parlament wird derzeit über den Ausbau der Stromnetze debattiert. Der Ständerat wollte gleich noch neue Subventionen für die einheimische Wasserkraft hineinpacken. Braucht die Wasserkraft immer neue Subventionen? Darüber spricht Iwan Lieberherr mit HSG-Professor Peter Hettich.Für den Wirtschaftsprofessor ist Wasserkraft «ein nationales Symbol». Das erkläre auch die Sympathien von links bis rechts für diesen Energieträger. Die Wasserkraft trage das Label grün, auch wenn Strom aus Wasser nicht per se grün sei. Und: Geschätzt werde an der Wasserkraft ihre Zuverlässigkeit.Kaum ist die neue Energiestrategie in der Volksabstimmung gutgeheissen, geht es weiter mit neuen Vorhaben. Dabei schwingt immer die schwierige Lage der grossen Strom-Konzerne mit, die unter dem tiefen Strompreis leiden. Peter Hettich stört sich dabei am «Konzern-Bashing», wie er es nennt. Wasserkraft sei die einzige Energieform, die besteuert werde über die Wasserzinsen.Weil der Preis für die Wasserkraft tiefer ist als die Gestehungskosten, werden immer wieder neue Unterstützungsmassnahmen für die einheimische Wasserkraft diskutiert. Das Energiegesetz, das das Stimmvolk angenommen hat, sieht solche vor. Nun erklingt aber der Ruf nach Soforthilfe. Ist die gerechtfertigt? Oder müsste man bei den Wasserzinsen ansetzen, die an die Bergkantone fliessen?Peter Hettich findet es wichtig, dass man die Unterstützung der Wasserkraft überdenkt. Er favorisiert ein Quotenmodell, das definiert, zu welchem Anteil Stromproduzenten erneuerbare Energie liefern. Stromkonzerne könnten dabei selber entscheiden, wie sie diese Quote erfüllen. So bleibe der Wettbewerb unter den Anbietern bestehen.Peter Hettich ist Professor für öffentliches Wirtschaftsrecht und Direktor am Institut für Finanzrecht, Finanzwirtschaft und Law and Economics der Universität St. Gallen (HSG). Er beschäftigt sich intensiv mit Fragen rund um die Energie-Zukunft.

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30. Mai 2017

Priscilla Imboden: Die USA – ein anderes Land als vor vier Jahren

Vier Jahre lang berichtete Priscilla Imboden aus San Francisco und vielen anderen Orten in den USA. Sie verlässt ein Land, das tiefer gespalten ist denn je, und zieht Bilanz bei Susanne Brunner, bevor sie in die Schweiz zurückkehrt.2013 begann Barack Obama gerade seine zweite Amtszeit als Präsident, und von Europa aus gesehen, waren die USA damals ein anderes Land als heute. Dann kam der endlose Wahlkampf ums Weisse Haus, der Showdown zwischen Hillary Clinton und Donald Trump, und nun ist dieser seit fünf Monaten Präsident der USA.«Das Land ist heute so gespalten, dass man es schon fast als schizophren bezeichnen kann», konstatiert US-Korrespondentin Priscilla Imboden. Jede Seite werfe der anderen vor, sie lüge, das gegenseitige Misstrauen sei gross. Bei ihrem Besuch im Quartier der Republikaner in Reno im Bundesstaat Nevada im Vorfeld der Wahlen habe man ihr beispielsweise gesagt: Man gebe ihr nur Auskunft, weil sie aus dem Ausland komme und für ein ausländisches Medium berichte. Für Priscilla Imboden stehen die USA an einem Scheideweg.In Reportagen zeigte Priscilla Imboden, wie unzufrieden viele Amerikanerinnen und Amerikaner mit ihrer Regierung und mit ihrer wirtschaftlichen Situation waren, lange bevor Donald Trump gewählt wurde. «The American Dream! Daran glauben aber noch viele US-Amerikaner.» Der Mythos, in den USA sei alles besser als anderswo, der halte sich nach wie vor.Die Risse in der Gesellschaft, die sich schon in früheren Wahlkämpfen abgezeichnet hatten, sind nun zu Gräben geworden. Während die einen in Donald Trump nach wie vor einen Hoffnungsträger sehen, sprechen ihm andere jede Fähigkeit ab, Präsident zu sein. Wo führt das hin?

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27. Mai 2017

Solothurner Literaturtage: Alex Capus, «Das Leben ist gut»

Sein neuester Roman, «Das Leben ist gut», verkaufte sich gleich am ersten Tag 30‘000 mal. Das Buch spielt in Olten, und diese überschaubare Welt kommt offenbar bei den Leserinnen und Lesern gut an. Warum? Der Bestseller-Autor Alex Capus ist in Solothurn Gast von Susanne Brunner.Olten ist das Universum des Schweizer Schriftstellers Alex Capus. Hier lebt er, liebt er, hat er Kinder und Freunde, betreibt er eine Bar. Dass Olten eine kleine überschaubare Welt sein soll, das gefällt Capus nicht so. Olten und Zürich unterschieden sich nämlich nicht gross. „Zürich ist einfach 10 mal Olten.“ Und überhaupt: Als Berufsoltner verstehe er sich ganz und gar nicht.Olten inspiriert ihn: hier schreibt er auch Bestseller wie «Das Leben ist gut». Der Roman ist nicht ausschliesslich Fiktion: In Olten weiss man zum Beispiel, wer der ehemalige beste Freund und Geschäftspartner ist, mit dem der Autor abrechnet. Aber auch wer kein Insider ist, ist fasziniert von den Geschichten des Alex Capus. Capus Anspruch, das Undramatische dramatisch darzustellen, und nicht das Dramatische noch dramatischer zu machen in der Literatur.Am ersten Tag wurde sein neues Buch 30’000 mal verkauft. Weil die kleine überschaubare Welt darin zum Thema gemacht wird? „Nein, es liegt daran, dass es einfach gut geschrieben ist“, kokettiert Alex Capus.Alex Capus wurde in der Normandie als Sohn eines Franzosen und einer Schweizerin geboren, als Fünfjähriger kam er mit seiner Mutter nach Olten. Sein erstes Buch erschien vor über zwanzig Jahren.

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25. Mai 2017

Maria Roselli, Mafia-Expertin, 25. Todestag von Giovanni Falcone

Am 23. Mai 1992 reisst ein Attentat den italienischen Mafia-Jäger Giovanni Falcone in den Tod. Maria Roselli publiziert über die Mafia und ihre Spuren in die Schweiz. Sie ist Gast von Elisabeth Pestalozzi.Der Tod von Untersuchungsrichter Giovanni Falcone rüttelte Italien auf im Kampf gegen die Mafia. Die Gesetze gegen die organisierte Kriminalität wurden verschärft. Doch auch diese vermögen der Mafia nicht Einhalt zu gebieten. Die Ndrangheta, die Mafia-Organisation aus Kalabrien, gehört heute zu den schlagfertigsten der Welt. Sie hat den Drogenhandel fest im Griff, unterwandert die Bau- und die Finanzwirtschaft und zweigt auch dem Flüchtlingswesen horrende Summen ab. Kürzlich wurde der Fall eines Priesters bekannt, der pro Jahr 150 Millionen Euro für seine Arbeit mit Migranten in die eigene Tasche steckte. Es sei schon lange bekannt, dass die katholische Kirche und die Mafia verbandelt seien, sagt die Journalistin Maria Roselli. Sie arbeitet für das Fernsehen der italienischen Schweiz RSI und recherchiert seit Jahren zur Mafia. Auch dass die Ndrangheta im Flüchtlingswesen mitmischt, sei normal: «Die wollen das Terrain kontrollieren.» Die Spuren der Ndrangheta führen auch in die Schweiz. Man gehe von fünf bis sechs Ndrangheta-Zellen aus. Vor allem aber: «Die Ndrangheta spielt eine Rolle in der Schweiz.» Die Zellen seien vernetzt mit der Mafia in Italien. Diese könne in der Schweiz investieren, Geld waschen.

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25. Mai 2017

Rumänien und Bulgarien: 10 Jahre Mitgliedschaft in der EU

Rumänien und Bulgarien: 10 Jahre sind die beiden Länder Mitglieder der EU. Was hat es ihnen gebracht? Und was tragen sie zur Entwicklung und Stabilität in Europa bei? Im Tagesgespräch bei Marc Lehmann diskutieren Bulgariens Botschafterin Meglena Plugtschieva und Rumäniens Botschafter Vlad Vasiliu.In fast allen Statistiken bilden sie das Schlusslicht: Bulgarien und Rumänien sind die ärmsten Länder Europas, die korruptesten und unglücklichsten. Die beiden südosteuropäischen Staaten seien noch nicht reif, um zum Brüsseler Klub zu gehören, meinen Kritiker, die EU habe sich mit der Aufnahme vor 10 Jahren nur Probleme eingehandelt. Ist dem so? Oder kann der europäische Weg Rumäniens und Bulgariens nicht viel mehr als Erfolgsgeschichte gesehen werden? Denn beide Länder haben sich – trotz Rückschlägen – zu stabilen und lebendigen Demokratien entwickelt und verzeichnen einen soliden Wirtschaftsaufschwung.«Viele Bulgaren kommen wieder zurück. Das ist ein gutes Zeichen für das Land», sagt die bulgarische Botschafterin. Sie sähen also eine Zukunft in ihrer Heimat und wollten mitgestalten – auch an der Erneuerung des politischen Systems. Die Kritik, der Reformelan habe nach dem Beitritt zur EU nachgelassen, lässt Meglena Plugtschieva nicht gelten.Beide Länder sind noch nicht Mitglied des Schengen-Raums. Der rumänische Botschafter bedauert das, denn die Kriterien erfülle Rumänien. Dass man die Anerkennung mit der Korruption in Verbindung setze, das sei unfair, sagt Vlad Vasiliu. «Man kann nicht die Spielregeln während des Spiels ändern.»Sind Rumänien und Bulgarien EU-Mitglieder zweiter Klasse – oder fühlen sie sich der europäischen Familie vollständig zugehörig? Die beiden höchsten Vertreter ihrer Länder in der Schweiz über eine anspruchsvolle Integration.

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23. Mai 2017

Beat W. Zemp zum Sprachenstreit

Der Sprachenstreit ist vorerst abgewendet: Das Zürcher Stimmvolk hat gestern an der Urne das Frühfranzösisch gestärkt – gegen den Willen der Lehrerschaft. Was geschehen muss, damit die Qualität des Sprachenunterrichts steigt, erklärt Lehrerpräsident Beat W. Zemp im Tagesgespräch bei Marc Lehmann.Die Zürcher Lehrerinnen und Lehrer wollten einen Systemwechsel: Nur noch eine Fremdsprache in der Primarschule, denn mit zwei Sprachen seien die jungen Schülerinnen und Schüler überfordert. Die Stimmbürger haben dem Ansinnen eine Absage erteilt und somit den eidgenössischen Sprachenkompromiss gerettet. Vorerst: Denn schon bald kommen in weiteren Deutschschweizer Kantonen Initiativen zur Abstimmung, die sich explizit gegen das Frühfranzösisch richten.Wo steht die Lehrerschaft in der Sprachenfrage? Und warum werden ihr immer weitere Aufgaben aufgebürdet, die dazu führen, dass viele ihren Beruf frustriert an den Nagel hängen? Beat W. Zemp – seit über 25 Jahren Präsident des Schweizer Lehrer-Dachverbands – über die vielen Baustellen im Schweizer Bildungswesen.

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20. Mai 2017

Peter Spuhler: 75 Jahre Stadler und der neue EC250 GIRUNO

Heute in Bussnang TG: der Rollout des EC250, der ab 2019 durch den neuen Gotthardtunnel braust. Am Wochenende Tag der offenen Türe bei Stadler Rail und ein Jubiläum. Der Unternehmer Peter Spuhler ist Gast von Susanne Brunner.Angefangen hat Stadler als Ingenieurbüro im Jahr 1942 in Zürich, ab 1945 stellte sie kleine Rangierlokomotiven her. Als Peter Spuhler die Firma 1989 von Irma Stadler kaufte, hatte sie gerade mal 18 Angestellte. Heute ist Stadler Rail ein Konzern mit weltweit 7000 Mitarbeitenden. Alleine in Bussnang im Kanton Thurgau, wo heute der neue Hochgeschwindigkeitszug GIRUNO ausgefahren wird, arbeiten fast gleich viele Menschen wie dort wohnen, nämlich 1700.Peter Spuhler, CEO und Verwaltungsratspräsident der Stadler Gruppe, ist als Unternehmer ein Phänomen, der sich auch als langjähriger SVP-Nationalrat einen Namen gemacht hat. Stadler hat ursprünglich in der Bankenwelt angefangen nach dem Studium. Doch er habe schnell gemerkt: „Diese Welt ist mir zu wenig real, ich bin eher geschaffen für Maschinen.“ Das Unternehmer-Gen habe er eher von seiner Mutter geerbt, sagt Spuhler. Sie hatte eine Kleiderfabrik geführt.Der Stadler-Chef glaubt an den Werkplatz Schweiz. „Gute Chancen hat die Schweiz bei Spezialanfertigungen, nicht beim Massengeschäft.“ Da könne die Schweiz punkto Löhne nicht mithalten.In den nächsten Tagen wird gefeiert: 75 Jahre Stadler, und ein neuer Zug, von dem die SBB 29 Stück bestellt hat. Grund genug, mit dem Unternehmer zu reden: über den Weg zum Erfolg und die Zukunft.

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20. Mai 2017

Daniel Voll zu Haiti, der einstigen Perle der Antillen

Immer wieder wird die Karibik-Insel Haiti von schweren Naturkatastrophen heimgesucht. Wie sieht es sieben Monate nach dem Wirbelsturm Matthew und sieben Jahre nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti aus? SRF-Auslandredaktor Daniel Voll schildert seine Eindrücke im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann.Auch nach dem Hurrikan Matthew vom letzten Oktober muss Haiti leiden. Die Umwelt ist zerstört, die Häuser kaputt, das Wasser verunreinigt, Cholera droht. Doch die Nachbarstaaten werden von Katastrophen jeweils auch in Mitleidenschaft gezogen, und trotzdem trifft es die ehemalige französische Kolonie immer schlimmer? Warum? Und was geschieht eigentlich mit den Hilfsgeldern, die auch aus der Schweiz dank grosser Solidarität nach den Naturkatastrophen gespendet werden? Ist der Krisenstaat in der Lage, sie zu verwalten?Daniel Voll hat sieben Monate nach dem Hurrikan Matthew und sieben Jahre nach dem verheerenden Erdbeben einen Augenschein genommen.

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18. Mai 2017

Jürg Schmid verlässt Schweiz Tourismus

Der oberste Verkäufer der Schweiz tritt ab: Jürg Schmid verlässt nach 18 Jahren als Direktor die Marketing-Organisation Schweiz Tourismus. Im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann zieht er Bilanz.«Den Massentourismus sollten wir anderen überlassen und uns auf Qualitätstourismus konzentrieren», sagt Jürg Schmid. Er hat rund um den Globus die Werbetrommel für die Schweiz gerührt und unser Land vor allem als spektakuläres Naturerlebnis angepriesen. Seinem Ruf sind immer mehr Touristen aus fernen Destinationen gefolgt – dafür haben die Gäste aus den Nachbarländern zunehmend einen Bogen um die Schweiz gemacht. Dabei spielten nicht beeinflussbare Faktoren wie der starke Franken gegen ihn. «Digital ist Schweiz Tourismus top», sagt Schmid, der seinerzeit aus der Computerbranche kam. Was hat Jürg Schmid mit seiner Organisation für den hiesigen Tourismus sonst noch bewirken können?

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18. Mai 2017

Fenaco-Chef Martin Keller: Zwischen Scholle und Globalisierung

Jede zweite Kartoffel in der Schweiz vermarktet die Fenaco Genossenschaft. «Das Unternehmen der Bauern» bestimmt mit, was wir essen, wie wir uns dabei fühlen. Gast von Susanne Brunner ist Fenaco-Chef Martin Keller.Glückliche Hühner, sorgfältig gepflegtes Biogemüse und zufriedene Bauern: So sieht die Landwirtschaft in der Werbung aus. Die Heimatromantik kommt an. Gesunde Nahrungsmittel aus der Schweiz sind im Trend, und damit wir sie auch bekommen, plant Fenaco mit den landwirtschaftlichen Genossenschaftsverbänden unsere Landesversorgung und ihre Vermarktung.Die Frostschäden im April bekommt deshalb auch die Fenaco zu spüren. ¦«Wir leben mit Schwankungen, das ist Teil des Geschäfts», sagt Martin Keller und fügt an: «Wir wissen schon jetzt, dass wir nicht genügend Schweizer Aprikosen, Zwetschgen oder Kirschen auf den Markt bringen können.»An der Fenaco mit ihren über 9000 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von knapp sechs Milliarden Schweizer Franken kommt kein Bauer vorbei: Aus dem Genossenschaftsbetrieb ist längst ein Konzern geworden, zu dem unter anderem Landi gehört, und der Coop und Migros mit einheimischen Produkten beliefert. Und Fenaco steht dahinter, wenn neue Produkte den Weg vom Boden in die Regale der Detailhändler finden, dieses Jahr zum Beispiel sogenannte Snack-Rüebli. ¦«Wir schauen dabei durchaus auch bei ausländischen Produzenten ab», gibt Keller zu.Ein Gespräch über Preisdruck, Effizienz, Technologie und Konkurrenz aus dem Ausland mit dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung der Fenaco Genossenschaft.

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16. Mai 2017

Patrik Schellenbauer: Schädliche Mindestlöhne?

Damit die Schweizer Wirtschaft die Personenfreizügigkeit mit der EU bekam, musste sie die Flankierenden Massnahmen akzeptieren. Diese will Avenir Suisse Chefökonom Patrik Schellenbauer aber so nicht mehr. Er ist Gast von Susanne Brunner.Letzte Woche gab das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO bekannt, dass sich rund ein Viertel der von ihm kontrollierten Betriebe nicht an die geltenden Lohn-und Arbeitsbestimmungen hält. Im Klartext: Lohndumping kommt immer häufiger vor, besonders bei Firmen ohne GAV. Dank den Flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit werden solche Firmen gebüsst. Der wirtschaftsliberale Think Tank Avenir Suisse kann aber mit den Flankierenden Massnahmen nicht viel anfangen: Heute Vormittag stellte er eine Studie vor, die vor allem Mindestlöhne in Frage stellt. Sie würden besonders Jungen und Ungelernten den Einstieg in den Arbeitsmarkt erschweren. In Zeiten, in denen die Personenfreizügigkeit stark unter Druck ist, setzt sich Avenir Suisse mit solchen Aussagen in die Nesseln. Warum und warum jetzt?

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13. Mai 2017

Rolf Clement zum Rechtsextremismus in der Bundeswehr

In Deutschland erschüttert ein Skandal um mutmassliche rechtsextreme Terroristen die Bundeswehr. Drei Männer wurden bereits festgenommen. Sie sollen fremdenfeindliche Anschläge geplant haben. Rolf Clement, Militär- und Sicherheitsexperte beim Deutschlandfunk in Köln, erklärt die Zusammenhänge.Die terrorverdächtigen Soldaten hatten einen perfiden Plan: Unter falscher Identität – als syrischer Flüchtling – wollte einer der Männer Anschläge u.a. auf den deutschen Justizminister oder den früheren Bundespräsidenten verüben. Der Verdacht wäre dann wohl zuerst auf die Flüchtlinge gefallen.Das wirft Fragen auf – nicht nur zur Frage der rechtsextremen Unterwanderung der Bundeswehr, sondern auch zur generellen Sicherheitslage in Deutschland. Denn wie kann es sein, dass man problemlos zu einer falschen Identität kommt? Arbeiten die Migrationsbehörden dermassen schlecht? Es seien kapitale Fehler gemacht worden, sagt Clement. «Die wissen, dass das bei ihnen total schiefgelaufen ist», sagt Clement. Aber das liege nicht am System.Derweil steigt auch der Druck auf Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen von der CDU. Ihr Krisenmanagement wird kritisert. Von der Leyen wurde an eine Sondersitzung des Verteidigungsausschusses zitiert. Sie kündigte umfassende Reformen für die Bundeswehr an.

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11. Mai 2017

Pierre Triponez zur Lage der Pensionskassen

Die Pensionskassen stehen unter einem enormen Druck. Die Menschen werden immer älter; es braucht immer mehr Geld, um Renten zu zahlen. Woher soll das Geld kommen in Zeiten, in denen die Zinsen praktisch bei null sind? Der oberste Pensionskassen-Aufseher Pierre Triponez ist Gast bei Iwan Lieberherr.Die Zinserträge sind quasi der dritte Beitragszahler – neben Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Und dieser Beitragszahler fällt aus. Es tut sich eine Finanzierungslücke auf. Ganz so schwarz sieht es Pierre Triponez allerdings nicht.Er ist Präsident der Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge, von jener Behörde, welche die Pensionskassen auch im Interesse der Versicherten kontrolliert. Er sagt: «Die 2. Säule ist nach wir vor eine wesentliche Säule unserer Altersvorsorge.» Die Pensionskassen stünden auf gesunden Beinen. «Aber wir müssen damit rechnen, dass die Dauer des Rentenbezugs immer länger wird.» Und dem müsse man Rechnung tragen – auch mit tieferen Renten. Es sei wichtig, stets an die Langfristigkeit zu denken. Das heisse für die Kassen, das Geld gut anzulegen, ohne zu grosse Risiken einzugehen.Pierre Triponez treiben auch Fragen rund um die Erhöhung des Rentenalters oder um höhere Beiträge für die Pensionkassen um: Auch solche Überlegungen seien nötig.

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11. Mai 2017

Antikorruptionsexperte Mark Pieth über den neuesten FIFA-Eklat

Abgesetzt. Die FIFA will ihre beiden Ethik-Chefs durch neue ersetzen. Die beiden Abgesetzten warnen, die FIFA setze ihre Zukunft aufs Spiel. Wirklich? Gast von Susanne Brunner ist der Basler Strafrechtsprofessor Mark Pieth.Unter Richter Hans-Joachim Eckert und dem Schweizer Ermittler Cornel Borbély wurden über 70 FIFA-Funktionäre verurteilt, gut 100 Verfahren sind am Laufen. Sogar gegen den eigenen Chef leiteten sie Ermittlungen ein, aber Gianni Infantino wurde freigesprochen. Haben die beiden den Bogen überspannt? «Infantino scheint Angst vor diesem Gremium zu haben. Er will die absolute Macht», sagt Pieth, «Infantino gibt sich damit eine Blösse.» Was heisst ihre Absetzung jetzt für die Zukunft der FIFA? «Die Vergangenheit ist noch nicht aufgeräumt, jetzt rutscht die FIFA zurück ins Zeitalter vor den Reformen.» Die FIFA hat an Stelle der beiden abgesetzten Ethikchefs eine hochkarätige Juristin aus Kolumbien und den ehemaligen Präsidenten des Europäischen Gerichtshofs zur Wahl vorgeschlagen. Sind sie glaubwürdig und unabhängig? «Bei der Unabhängigkeit stellen sich die Fragen; haben sie eine Beziehung zu irgendeinem Club oder Assoziation? Warum sind sie nicht unabhängig nominiert worden?», sagt Mark Pieth. Er ist Professor für Strafrecht und Kriminologie an der Universität Basel, und hat sich international einen Namen als Anti-Korruptionsexperte geschaffen, unter anderem als Vorsitzender der unabhängigen Kommission für Governance bei der FIFA, der er 2011 bis 2013 war.

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9. Mai 2017

Charles Liebherr und La France «En Marche!»

Der neue Präsident Frankreichs heisst Emmanuel Macron und mit seiner Bewegung «En Marche!» will er mehr sein als nur das «kleinere Übel», für das ihn viele halten. SRF Frankreich-Korrespondent Charles Liebherr ist Gast von Susanne Brunner.Am Schluss war sein Sieg deutlich: Mit einem Stimmenanteil von fast 66% hat Emmanuel Macron die Stichwahl gegen Marine Le Pen gewonnen. In wenigen Tagen tritt er sein Amt als Präsident an, und wird mit seinen 39 Jahren das jüngste Staatsoberhaupt Frankreichs seit Napoléon I. Auf eine etablierte Partei kann er nicht zurückgreifen, sondern vorerst auf eine Bewegung, die im Aufbau begriffen ist. Bereits jetzt heisst es: Macron werde kaum richtig regieren können, er werde scheitern. Der SRF-Frankreichkorrespondent meint: «Die Regierungszeit von Macron könnte sehr bedeutend werden.» Frankreich am Tag danach – eine Einschätzung.

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6. Mai 2017

Christoph Hartmann zum Zivildienst und seiner bewegten Geschichte

Christoph Hartmann leitet den Zivildienst, der letztes Jahr 20 Jahre alt wurde und jetzt für manche zu erfolgreich ist. Er ist Gast von Elisabeth Pestalozzi.«Zivis», die in Altersheimen helfen, nach Unwettern mit anpacken oder giftige Pflanzen ausreissen: Solche Bilder gehören heute zum Alltag. Solche Bilder zeigt auch ein neues Buch über den Zivildienst. Doch ist dieser Alltag relativ jung. Bis vor 20 Jahren kam ins Gefängnis, wer den Militärdienst nicht mit seinem Gewissen vereinbaren konnte, manche Männer bis zu einem Jahr.Heute entscheiden sich immer mehr Männer für den längeren Zivildienst statt den Dienst in der Armee. Das ruft auch Kritiker auf den Plan. Zu attraktiv seien die Einsätze in sozialen Institutionen oder in der Natur. Der Armee fehlten deshalb engagierte Männer.Elisabeth Pestalozzi hat den Leiter des Zivildienstes, Christoph Hartmann, zum Gespräch gebeten. Einem Gespräch über die Geschichte des lange umstrittenen Dienstes und über seine Zukunft, die immer wieder zu Diskussionen führt.

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6. Mai 2017

Die Biografie des Rechtsanwalts Valentin Landmann

Hells Angels, Zuhälter, Mörder, Links- und Rechtsextreme, und aktuell ein Schweizer Spion: Valentin Landmanns Klientenliste liest sich wie in einem Thriller. Jetzt gibt es eine Biografie des Zürcher Rechtsanwalts: Er ist Gast von Susanne Brunner.«Valentin Landmann und die Panzerknacker», so heisst die Biografie, die der österreichische Publizist Manfred Schlapp über den bekanntesten Anwalt der Schweiz geschrieben hat. Sie gibt einen Einblick in das Leben des Strafverteidigers, der immer wieder in den Schlagzeilen ist, auch jetzt gerade wieder: Er ist der Verteidiger des mutmasslichen Schweizer Spions, der in Deutschland verhaftet wurde und im Moment für diplomatische Verstimmung zwischen den beiden Ländern sorgt.Der Fall ist typisch für Valentin Landmann, der immer wieder mit Fällen zu tun hat, die «explosiv» sind, «chaotisch». «Da ist es mein Bemühen, nicht einfach den Schwanz einzuziehen, sauber zu analysieren. Immer im Auge behalten, dass es um einen Menschen geht.»Harsche Kritik übt Valentin Landmann an den Schweizer Behörden: Sie würden seinen Klienten total fallen lassen. Dabei habe er doch im Auftrag des Nachrichtendienstes gearbeitet. «Es ist jämmerlich, wie man sich ihm gegenüber verhält.» Valentin Landmann hat in seinem Berufsleben keine Berührungsängste: «Ich verteidige ja nie ein Delikt, ich verteidige immer einen Menschen.»

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