Archiv für ‘Focus’

Juli 6th, 2020

Conrad Wagner: «Mit dem Walkman begann die neue Mobilität»

Flugreisen, Zug- und Autofahrten: Die Mobilität ist Merkmal unseres Alltags. Zugleich ist sie Treiber der Corona-Pandemie. In der Folge ist die Nutzung des öffentlichen Verkehrs eingebrochen, Autos und Zweiräder boomen. Der Mobilitätspionier Conrad Wagner über unser Leben mit Nähe und Distanz.

Mit einem Motorrad und einem Opel Kadett hat alles angefangen. Gemeinsam mit Kollegen gründet Conrad Wagner das erste Car-Sharing-Unternehmen der Schweiz. Was als «Auto Teilet Genossenschaft» vor beinahe vierzig Jahren beginnt, wächst zum Branchenprimus «Mobility» und wird zum Erfolgsmodell der Shared Mobility in der Schweiz. Worauf Conrad Wagner heute abfährt, wie wir uns morgen von A nach B bewegen werden und wer dabei auf der Strecke bleibt, verrät der Mobilitätspionier im Gespräch mit Hannes Hug.

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Juni 29th, 2020

David Fopp: «Die Klimakrise wird nicht als Krise behandelt»

Der gebürtige St.Galler David Fopp forscht an der Uni Stockholm über Demokratisierungsprozesse. Seit Greta Thunberg 2018 in der Innenstadt von Stockholm ihren Schulstreik begann, steht er mit ihr im kontinuierlichen Austausch. Wie wird sich die Klimabewegung nach Corona entwickeln?

Die Corona-Krise hat die Ökologie vorerst verdrängt. Der Schweizer Wissenschaftler David Fopp lebt und forscht in Stockholm und ist überzeugt, dass dies nicht so bleibt. Solange die Politik keine Lösungen für die drängendsten Probleme unserer Zeit habe, würden sich Bewegungen und Demonstrationen aus der Zivilbevölerung verschärfen. Was haben die Black Lives Matter-Proteste, die #metoo-Bewegung und die Klimastreiks gemeinsam? David Fopp im Gespräch mit Dominic Dillier über neue Formen von Protestkultur.

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Juni 22nd, 2020

Bernhard Schär, Historiker: «Die Schweiz war schon immer global»

Im Zuge der Proteste um «Black Lives Matter» gehen die Emotionen hoch. Statuen werden gestürzt, Deutschland erwägt den Begriff «Rasse» aus der Verfassung zu streichen, und in der Schweiz ist eine Kontroverse um die Umbenennung einer Süssigkeit entbrannt.

Der Kolonialhistoriker Bernhard C. Schär über die Wurzeln von Rassismus, Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit.

Die Debatte um Schaumküsse sei wichtig und richtig, ritze aber lediglich die Oberfläche, sagt Bernhard C. Schär. Um zu erfassen, worum sich der Sprachenstreit und die «Black Lives Matter»-Proteste tatsächlich drehten und was das mit uns allen zu tun habe, müssten wir tiefer schürfen, meint der Historiker. In seiner Forschung beschäftigt sich Schär mit der kulturgeschichtlichen und gesellschaftlichen Prägung durch unser koloniales Erbe. Ein Gespräch über Ursache und Wirkung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in der Schweiz und der Welt.

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Juni 15th, 2020

Martina van Berkel: «Der Sport muss sich Grundsatzfragen stellen»

Die ehemalige Spitzenschwimmerin doktorierte noch während ihrer Zeit als Profisportlerin. Heute ist die 31-jährige Martina van Berkel bestens gerüstet für ihre zweite Karriere. Sie berät den Bundesrat während der Corona-Pandemie und erzählt, weshalb sich der Sport jetzt nachhaltig verändern sollte.

Ihre Rucksack-Reise durch Mittelamerika fiel dem Virus zum Opfer. Nun lernt Martina van Berkel im Engadin Kitesurfen, bevor sie nach dem Sommer einen neuen Job in der IT-Branche beginnt. Sechs Sprachen spricht die holländisch-schweizerische Doppelbürgerin, und sie weiss auch nach ihrer Schwimmkarriere genau, was sie will. Sie berät weibliche Spitzensportlerinnen, sitzt im Komitee von Swiss Olympic und beginnt demnächst einen neuen Job in der Finanzwelt. Im Gespräch mit Dominic Dillier erzählt van Berkel von entfernten Zielen, sinnstiftenden Aufgaben und wie sie mit 1.66m Körpergrösse in ihrem Basketballteam zurechtkommt.

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Juni 8th, 2020

Andres Lietha, Tourismusdirektor: «Ich teile meine Geheimtipps»

Im Februar wurde Andres Lietha Tourismusdirektor von Engelberg. Einen Monat später kam Corona. Wie der ehemalige Bergführer die Zwangspause nutzte, um seine Destination für die veränderten Bedingungen startklar zu machen, erzählt er in «Focus». 

Mit 13 Jahren ging Andres Lietha zum ersten Mal «zBärg» – in Knickerbockerhosen und roten Socken. Gut 40 Jahre später ist der gebürtige Bündner Tourismusdirektor von Engelberg. Wie er die Renaissance der Schweiz als Feriendestination für Einheimische vorantreibt und dabei den Spagat zwischen Naturerlebnis und Rendite schaffen will, verrät der ausgebildete Geograf im Gespräch mit Hannes Hug.

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Juni 1st, 2020

Elif Oskan: «Manchmal fühle ich mich wie ein Oktopus»

Als der Bundesrat den Restaurants wieder erlaubte, Gäste zu bewirten, zögerte Elif Oskan keine Sekunde, ihren Betrieb wieder hochzufahren. «Ich bin ein Praxis-Typ – Corona-Krise hin oder her», sagt sie. «Existenzängste? Kenne ich nicht.» 

Elif Oskan, 30, stammt aus einer türkisch-kurdischen Familie. Nach der Kochlehre stand sie bei einer Reihe von internationalen Spitzenköchen am Herd, bevor sie mit ihrem Lebenspartner zwei Lokale in Zürich eröffnete, ein bayrisches und ein türkisches. Ihr Freund kommt aus Bayern. «Die Selbstständigkeit ist das grösste Abenteuer meines Lebens», sagt sie. Ein Gespräch über die Bereitschaft, Risiken einzugehen und die grosse Liebe zur Gastronomie.

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Mai 25th, 2020

Adrienne Fichter, Politologin:«Die Tracing-App? Ich bin dabei!»

Die Coronakrise beschleunigt den digitalen Wandel und akzentuiert die Debatte um unser Recht auf Privatsphäre und den Schutz unserer Daten. Die Politologin und Autorin Adrienne Fichter über Nutzen, Risiken und Chancen einer Gesellschaft, deren Politik sich zunehmend in die Virtualität verlagert.

Nach Homeoffice und Homeschooling steht die Einführung der Tracing-App des Bundes unmittelbar bevor. Die App soll einen allfälligen Ausbruch des Virus bei allen Registrierten nachverfolgbar machen und so dazu beitragen, die Weiterverbreitung einzudämmen. Die einen sehen dadurch unsere Grundrechte bedroht, die anderen betrachten die App als einen wichtigen Schritt in Richtung «neue» Normalität. Adrienne Fichter beschäftigt sich Zeit ihres Lebens mit Politik im Netz und Netzpolitik. Mit Hannes Hug spricht die Politologin und Herausgeberin des Buches «Smartphone-Demokratie» über die beschleunigte Digitalisierung und ihre Folgen für Politik und Gesellschaft.

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Mai 18th, 2020

Pascal Nufer: «Leute sind verschwunden, weil ich sie interviewte»

5 Jahre arbeitete und lebte Pascal Nufer als SRF-Korrespondent in China. Die Zeit erlebte er wegen der Überwachung als zunehmend zermürbend. Um sich mit Land und Leuten zu versöhnen, reiste er im Januar für eine Filmreihe erneut nach China – und geriet mitten in die Corona-Krise. 

Je länger Pascal Nufer mit seiner Familie in Shanghai lebte, desto schwieriger empfand er die Arbeit und das Leben im Überwachungsstaat China. Als eine Art Versöhnung mit den Menschen reiste er im Januar noch einmal zurück und drehte eine 4-teilige Filmreihe für 3sat und SRF. Er tauchte ab in die Rockszene, besuchte Schamanen und Hippies in den Bergen und verbrachte Zeit mit den Leuten, die ihn in den Jahren seines Aufenthalts begleitet haben. Aber auch hier holte ihn die staatliche Zensur immer wieder ein. Ein china-müder Journalist erzählt im Gespräch mit Dominic Dillier über ein ihm fremd gebliebenes Land.

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Mai 11th, 2020

Peter Zeidler: «Hüppi, Sutter und ich – jeder gibt dem anderen Energie»

Mit einer Truppe junger, unbekannter Spieler begeistert Peter Zeidler die Fussballschweiz. Die jungen Wilden stürmen an die Spitze der Super League, werden dann aber vom Coronavirus abrupt ausgebremst. Der deutsche Gymi-Lehrer schreibt in St. Gallen ein vorläufig unvollendetes Fussballmärchen. 

Der deutsche Fussball-Mastermind Ralf Rangnick ist verantwortlich dafür, dass Peter Zeidler doch noch im Profifussball landet. Als Coach des Bundesligavereins Hoffenheim macht Rangnick den damals 46-jährigen Lehrer 2008 zu seinem Co-Trainer. Sie kennen sich aus gemeinsamen Uni-Zeiten. Zwei Fussballdenker, die über den Spielfeldrand hinausdenken. Nach zahlreichen Trainer-Stationen führt Zeidlers Weg schliesslich nach St. Gallen, wo er mit Präsident Matthias Hüppi und Sportchef Alain Sutter ein kongeniales Trio bildet. Ein Gespräch über die Bedeutung des Fussballs in Corona-Zeiten.

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Mai 4th, 2020

Rahul Gupta, Psychiater: «Einsamkeit kann tödlich sein»

Ein Lächeln durch den Mundschutz? Bleibt unsichtbar. Ein Leben mit Distanz und ohne Nähe? Kann einsam machen. Was passiert mit unserer Psyche in der Zeit des «Lockdown» in der Schweiz?

Rahul Gupta, Psychiater und Chefarzt in der Psychiatrischen Klinik Beverin, hat die Not zum Youtube-Channel gemacht und leistet digitale Unterstützung während der Krise.

Rahul Gupta ist zuständig für die «Spezialpsychiatrie» in der Klinik Beverin – hier, inmitten der Tannenwälder des Domleschgs, tüftelt er an Pionierprojekten der Psychiatrie: Er hat die erste Transgendersprechstunde in einem Bergkanton aufgebaut und die Abgabe von medizinischem Heroin auf der Sucht-Station eingeführt. Über die Macht der Depression und die Zukunft der Psychiatrie spricht er in «Focus» mit Kathrin Hönegger.

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April 27th, 2020

Susi Jenni-Eiermann, Biologin: «Vögel erbringen Höchstleistungen»

Der Frühling ist da. Der Himmel frei von Flugzeugen, die Umgebung ohne Lärm. Einzig die Vögel zwitschern lauter denn je. Was diese den ganzen Tag treiben, weiss die Biologin und Ornithologin Susi Jenni-Eiermann.

Im Zuge der Corona-Krise ist unser Bewegungsradius massiv geschrumpft. Die unmittelbare Umgebung wird zum grossen Kino – der Blick aus dem Fenster zum Spektakel. Ganz vorne mit dabei: Die Vögel. Was tun die eigentlich den lieben langen Tag? Die Biologin Susi Jenni-Eiermann weiss es. Sie ist Laborleiterin an der Vogelwarte Sempach und hat Einsitz im Leitungsgremium der Internationalen Ornithologischen Vereinigung. Im Gespräch mit Hannes Hug verrät sie, wie frei Vögel wirklich sind und wie stark ihr Wohlbefinden unser Leben beeinflusst.

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April 20th, 2020

Lukas Bärfuss: «Wir leben nicht in einer Expertendiktatur»

Seine Kritik am Umgang der Schweiz mit der Pandemie war laut und schonungslos. Lukas Bärfuss, der wichtigste Schweizer Schriftsteller der Gegenwart, hat schon öfter mit seiner Heimat abgerechnet. In «Focus» nimmt er Stellung zu seiner System-Kritik und den grossen Fragen, die sich jetzt stellen.

Die Schweiz sei weder gut noch schlecht, sondern gar nicht auf das Virus vorbereitet, schrieb Lukas Bärfuss im März im deutschen «Spiegel». Diese Kritik war vielen in unserem Land zu viel. Für Debatten dieser Art sei später Zeit, schrieb der «Tages-Anzeiger».

Doch warum kritische Fragen gerade jetzt wichtig sind, darüber diskutiert Dominic Dillier mit Lukas Bärfuss. Ein Gespräch über Freiheit und Solidarität in Krisenzeiten.

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April 13th, 2020

Andrea Liniger: «Meine Kinder schlafen jeden Tag aus»

Lernen soll Freude machen. Deshalb unterrichtet Andrea Liniger ihre fünf Kinder zuhause. Warum sie an den Methoden der heutigen Schule zweifelt, erzählt die 38-jährige Sozialpädagogin in «Focus».

Mit der Corona-Krise ist das «Homeschooling» in aller Munde. Nur: Kinder, die daheim ausgebildet werden, gibt es schon lange, und es werden zusehends mehr. Andrea Liniger entschied sich dafür, weil ihr Sohn in der Schule immer unglücklicher wurde. Doch macht nicht gerade das Überwinden von Schwierigkeiten Kinder stark? Ein Gespräch über Freiheit und Eigenverantwortung in der Erziehung.

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April 6th, 2020

Stefan Büsser: «Angst ist ein Zustand, der geht vorbei»

Seit Mitte März ist «Büssi» nun schon in Selbstisolation. Er hat Cystische Fibrose und Diabetes und gehört damit gleich doppelt zur Corona-Risikogruppe. Als Comedian und Moderator tritt er gerne vor Publikum auf. Im Moment ist er zum Alleinsein verdammt. 

Als die Krankheit Cystische Fibrose bei ihm als Baby diagnostiziert wurde, hiess es, er würde die Pubertät nicht überleben. Als er in die Pubertät kam, gab man ihm eine Lebenserwartung von 35 Jahren. Heute ist Stefan Büsser 35. Er ist einer der bekanntesten Moderatoren und Comedians im Land und denkt nicht daran, bald abzutreten. Welche Rolle spielt Humor im Umgang mit einer tödlichen Krankheit? Und wie geht er mit der Angst um, sich mit dem Coronavirus zu infizieren?

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März 30th, 2020

Lukas Niederberger, Philosoph: «Ich sehe viele Chancen»

Auf einen Schlag hat sich unser Leben verändert. Der Lärm der Zeit beschränkt sich auf die Medien und die virtuelle Welt. Was macht das mit uns? Und was machen wir daraus? Lukas Niederberger, der ehemalige Jesuitenpriester, spricht in «Focus» über neue Möglichkeiten und alte Denkmuster.

Wegen der Corona-Krise verbringt eine Mehrheit der Menschen ihren Alltag in den eigenen vier Wänden. Das führt zu Spannungen und Konflikten, bietet aber auch Chancen für Neues. Solidarität und gegenseitige Unterstützung sind gefragt. Lukas Niederberger, der heute die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG) leitet, hat sich schon immer mit der Frage beschäftigt, was im Leben wichtig ist. Warum wir in dieser «aussergewöhnlichen Lage» nicht zum Nichtstun verdammt sind – und wie wir dabei auf dem Teppich bleiben, darüber spricht er mit Hannes Hug.

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März 23rd, 2020

Daniel Fontana: «Ein Musikfestival ist nicht für die Ewigkeit»

Die Corona-Krise trifft Musiker und Veranstalter gleichermassen hart. Daniel Fontana ist der Kopf hinter dem Konzertlokal Bad Bonn und dem hauseigenen Festival Bad Bonn Kilbi. Was bedeutet das Berufsverbot für die Branche und wie wird sich die Schweizer Musiklandschaft künftig präsentieren?

Das «Beben im Schweizer Festivalmarkt» (Tages-Anzeiger) von Ende Januar war nur der Auftakt zu den wohl grössten Umwälzungen in der Geschichte des Schweizer Veranstaltungswesen. Damals übernahm der deutsche Entertainment-Konzern CTS Eventim einen beträchtlichen Teil des hiesigen Konzert- und Festivalmarkts. Nun stehen etliche Veranstalter wegen dem Corona-Virus vor dem Aus. Daniel «Duex» Fontana vom kleinen, unabhängigen Bad Bonn im freiburgischen Düdingen ist ein alter Hase im Geschäft und erzählt im Gespräch mit Dominic Dillier über mögliche Überlebensstrategien der Branche und wie er sich mit seiner «Kilbi» gegen viele Trends stemmt.

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März 16th, 2020

Marash Pulaj, TV-Moderator/Rapper: «Ich bin der Vorzeige-Shqippi»

In der Schweiz leben rund 250’000 Menschen mit albanischen Wurzeln – Marash Pulaj ist einer von ihnen. Der Moderator von «Fol Shqip», der bekanntesten Show im kosovarischen Fernsehen, über die Entdeckung des Ursprungslandes seiner Eltern, die Klischees seiner Landsleute und seine Liebe zu Rap. 

Den Kosovo kannte Marash Pulaj nur aus den Ferien, in seinem Freundeskreis war er der einzige Albaner und Luzerner Mundart war die Sprache, in der er sprach und dachte. Bis er Moderator der bekanntesten TV-Sendung im Kosovo wurde. Wie sich der 26-jährige Pulaj einen unentdeckten Teil seiner Identität erschloss und weshalb sich das Klischee seiner «rasenden und raufenden» Landsleute so hartnäckig hält, verrät er im Gespräch mit Hannes Hug.

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März 9th, 2020

Dania Schiftan: «Sex muss man planen!»

Beziehungen und Sex sind Dania Schiftans Domäne. In «Focus» erklärt die Sexual- und Psychotherapeutin, was im Zeitalter von Tinder mit der romantischen Liebe passiert ist. 

Tag für Tag hilft sie in ihrer Praxis Menschen, die nicht mehr wissen, wie sie das grosse Glück zu zweit finden. Was braucht es? Realitätssinn und Eigenverantwortung, sagt Dania Schiftan. Man müsse einfordern, was man möchte, und sich von überzogenen Erwartungen lösen. Wenn es ihr selber nicht gut geht, dann kennt sie eine sehr pragmatische Therapie: Sie besucht das Brockenhaus.

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März 2nd, 2020

Ursus Wehrli: «Einsiedler würde mir als Beruf auch taugen»

Er hat Typograph gelernt, den Militärdienst verweigert, ist Clown geworden. Dann hat er Nadja Sieger getroffen. Zusammen sind sie seit über 30 Jahren «Ursus & Nadeschkin». Aber Ursus Wehrli geht regelmässig fremd. 

«Ursus & Nadeschkin» gehören zu den erfolgreichsten Bühnenkünstlern der Schweiz. Daneben gehen sie immer wieder eigenen Projekten nach. Ursus Wehrli räumte beispielsweise einst so gekonnt abstrakte Kunst auf, dass ihn die New York Times zu Hause in Zürich für eine Homestory besuchte. Jetzt erscheint sein neues Buch. Ein Tagebuch: «Heute habe ich beinahe was erlebt».

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Februar 24th, 2020

Endo Anaconda, Sänger: «Ich hänge am Leben»

Anfang März veröffentlicht Endo Anaconda mit Stiller Has sein letztes Album «Pfadfinder». Das Leben auf Tournee sei ihm zu anstrengend geworden, meint der bald 65-Jährige. Im Gespräch mit Dominic Dillier zieht er eine Zwischenbilanz und kommentiert seine Erfolge, Enttäuschungen und Exzesse.

Sein Vater starb bei einem Autounfall, da war Ändu (wie er damals noch hiess) gerade mal vierjährig. Die Mutter zog mit ihm und den beiden Brüdern zurück in ihre Heimat Kärnten. Nach einer schwierigen Jugend in einem österreichischen Internat entdeckte Endo den Rock’n’Roll und kurz darauf die Drogen. Zurück in Bern gründete er 1989 Stiller Has – heute eine Mundart-Institution.

Nach dem 12. Studioalbum «Pfadfinder» und der darauffolgenden Tour soll in diesem Jahr Schluss sein mit Hasen-Blues. Das Urviech der Berner Mundart-Troubadouren blickt im Gespräch mit Dominic Dillier zurück auf einige Stationen seines Lebens und verrät, was noch kommt.

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