Archiv für ‘Zeitgenossen’

Juli 9th, 2020

Daniel Cohn-Bendit „Ich bin ein Kind der Freiheit“

Daniel Cohn-Bendit gehört zu den bekanntesten Europapolitikern. Wortgewandt und streitlustig scheute der Grünen-Politiker kaum einen Konflikt, sei es als Multi-Kulti-Beauftragter in Frankfurt oder bis 2014 als Abgeordneter im Europaparlament. Ob seiner jüdischen Herkunft fremdelte Daniel Cohn-Bendit lange mit der deutschen Heimat. In Frankreich war er 1968 eine der prägenden Figuren der Pariser Studenten-Bewegung.

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Juli 2nd, 2020

Susanne Baer: „Der Rechtsstaat ist kein Patentrezept, der Rechtsstaat ist eine Aufgabe!”

Was die Bundesverfassungsrichterin Susanne Baer an dem Fach Jura fasziniert, ist die Mischung aus gesellschaftlicher Relevanz und Sprachkraft. Jura sei der Kern der Macht und der Machtfülle, deshalb habe sie begonnen, sich damit zu beschäftigen.

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Juni 27th, 2020

Verena Kast: Leben heißt dem folgen, was einen „packt“

Was wirklich zählt, ist das gelebte Leben – davon ist die Psychologin und Psychotherapeutin Verena Kast überzeugt. Die heute 77-Jährige hat fast 100 Bücher rund um die Themen Trauer, Emotionen und Beziehungen veröffentlicht, darunter zahlreiche Bestseller.

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Juni 18th, 2020

Ortwin Renn: „Wir sollten uns vor den vier Volkskillern fürchten”

Ortwin Renn ist ein international renommierter Risikoforscher. Seit Jahrzehnten beschäftigt er sich mit dem, wovor sich der Mensch am meisten fürchtet: Pandemien, Atomenergie, Terroranschläge oder Klimawandel. Dabei untersucht der Soziologe und Risikoforscher, wie man mit Risiken besser umgehen kann.

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Juni 11th, 2020

Bov Bjerg: „Es ist mir wichtig, keine Phrasen stehenzulassen“

Der 1965 im schwäbischen Heiningen geborene Schriftsteller und Kabarettist Bov Bjerg, der mit bürgerlichem Namen Rolf Böttcher heißt, ist Absolvent des renommierten Deutschen Literaturinstituts in Leipzig. Mit seinem Roman „Auerhaus“, der inzwischen verfilmt wurde, gelang ihm der literarische Durchbruch.

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Juni 6th, 2020

Georg Löwisch: „Wir haben etwas zu bieten“

In einer Mail mit dem Titel „Liebe taz“ verkündete Georg Löwisch im Januar seinen Abschied als Chefredakteur der alternativen Berliner Tageszeitung und den Wechsel zur „Zeit“-Beilage „Christ und Welt“. Der gebürtige Freiburger lebt seinen Beruf nach der Devise „Journalistinnen und Journalisten sollten Grenzen durchbrechen – auch ihre eigenen“.

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Mai 30th, 2020

Antje Weithaas: „Einer muss den Hut aufhaben beim Musikmachen“

Antje Weithaas interessiert sich für „alles, was man mit der Geige machen kann”. sie spielt als Solistin auf den großen Bühnen der Welt, macht mit Leidenschaft Kammermusik, leitet Orchester als Konzertmeisterin von der ersten Geige aus und unterrichtet als Professorin an der Hanns-Eisler-Musikhochschule in Berlin.

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Mai 30th, 2020

Andreas Kieling: „Ich war geprägt vom Klischee der brutalen Natur“

Sein erstes Tierfoto schoss Andreas Kieling mit sechs Jahren: Er fotografierte sein Meerschweinchen. Inzwischen ist der Natur-Filmer fast 60 und international bekannt für seine Tier-Dokumentationen. Immer wieder macht er auf bedrohte Arten aufmerksam. Für seine Filme und Bücher wurde er unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

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Mai 23rd, 2020

Ahmet Toprak: „Türkeistämmig und Professor ist für manche immer noch befremdlich“

Ahmet Toprak ist ein klassischer Bildungsaufsteiger. Aufgewachsen in einem Dorf in Zentralanatolien, zog er nach der Grundschule mit den Eltern nach Deutschland. Heute ist er Professor an der Fachhochschule Dortmund und gilt als meinungsstarker Erziehungswissenschaftler.

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Mai 21st, 2020

Tabea Zimmermann: „Oberflächliches spielt keine Rolle“

Tabea Zimmermann spielt das Instrument, über das andere immer noch gerne Witze machen, die Bratsche. Dass aber der Ruf des Instruments als Gespött des Orchesters in keiner Weise mehr gerechtfertigt ist, liegt auch an ihr. Tabea Zimmermann hat gerade das Solospiel mit der Bratsche auf ein neues Niveau gehoben. Aufgewachsen in Lahr im Nordschwarzwald, wurde sie nach dem Studium mit 21 Jahren Deutschlands jüngste Professorin.

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Mai 7th, 2020

Peter Jahn: „Die Russen brauchen ein Grundvertrauen“

An Peter Jahn kommt nicht vorbei, wer Bücher sucht zum Verhältnis von Deutschen und Russen oder mehr wissen will über den Vernichtungskrieg der Wehrmacht im Osten. Der gebürtige Küstriner hat nach 1990 das Deutsch-Russische Museum in Berlin-Karlshorst neu aufgebaut und wichtige Ausstellungen konzipiert.

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April 30th, 2020

Karin Schmidt-Friderichs: „Wir lesen einander sehr gerne vor“

„Deutschlands oberste Bücherfrau“, staunte im letzten Jahr die „Badische Zeitung“, als Karin Schmidt-Friderichs zur Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels gewählt wurde. Und in der Tat wurde die Verlegerin aus Mainz durch dieses Ehrenamt zu einer Art Sprachrohr der Buchbranche.

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April 30th, 2020

Edgar Reitz „Ich habe mich als Pionier gefühlt“

Edgar Reitz sagte mal, dass die Wiederbegegnung mit seiner Heimatlandschaft Hunsrück sein Interesse am Geschichtenerzählen erst so richtig geweckt habe. Seine Jahrhundertchronik über das Hunsrückdorf Schabbach hat Filmgeschichte geschrieben. Anfang der 60er-Jahre veröffentlichte er gemeinsam mit anderen das sogenannte Oberhausener Manifest.

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April 23rd, 2020

Ulla Lohmann: „Meine Kamera ist der Schlüssel zum Herzen der Menschen“

Ulla Lohmann und ihr Mann waren die ersten Menschen, die am Lavasee eines aktiven Vulkans standen. Sie seilten sich 600 Meter im Krater des Benbow auf der Insel Ambrym in der Südsee ab. Über Jahre hatten sie den Vulkan studiert. Die studierte Geographin hat in der Südsee ihr zweites Zuhause gefunden und sich auf Vulkane sowie indigene Völker spezialisiert.

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März 17th, 2020

Dietrich Grönemeyer: „Der Mensch an sich steht nicht mehr im Mittelpunkt“

Der Radiologe Prof. Dietrich Grönemeyer fürchtet um den Humanismus in der Medizin.

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März 14th, 2020

Ines Geipel: Der Osten hat ein „Erzählloch“

Ines Geipel ist das, was man eine unbequeme Zeitgenossin nennt. Die ehemalige DDR-Hochleistungssportlerin und Tochter eines Stasi-Spions kritisierte schon früh das Zwangsdoping des DDR-Regimes und musste daraufhin ihre Sportkarriere beenden. 1989 floh sie aus dem Land, noch bevor die Mauer fiel. Im Westen kämpfte Ines Geipel danach unermüdlich gegen das, was ihr in der DDR widerfahren war.

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März 14th, 2020

Waldrudis Hoffmann: „Plötzlich wusste ich, ich bleibe in Rom!“

Die Kunsthistorikerin Waldrudis Hoffmann, geboren in der Eifel, kam für ein Jahr nach Rom, um zu prüfen, ob die Stadt für sie etwas werden könnte. Und dann folgte sie ihrer Eingebung und ist nun 30 Jahre in Rom geblieben. „Es war meine beste Entscheidung“, sagt die Kunstführerin. In Rom führt sie interessierte Kulturtouristen, schult deren Sinne durch Sehen und macht Abdrücke von antiken Plastiken.

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März 14th, 2020

Ulrich Raulff: „Das kapieren auch die bildungsstrengen deutschen Museumsleute“

Kulturorte können Innenstädte verändern, Kunstmuseen und andere Kulturangebote können Stadtquartiere prägen – vor allem, wenn Kulturinstitutionen sich nicht nur an ihre übliche Klientel wenden, sondern sich für die gesamte Gesellschaft öffnen. Das ist die These von Ulrich Raulff. Auch die Imagepolitik dank spektakulärer Architektur spielt für Ulrich Raulff eine wichtige Rolle.

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März 14th, 2020

Timothy Garton Ash, Historiker: „Deutschland ist meine zweite Heimat”

„Mein Vorbild war George Orwell“, sagt Timothy Garton Ash über seine Berichte aus den 1980er Jahren zum Umbruch in Ostmitteleuropa. Als „engagierter Zuschauer“ beschrieb er das Ende des Kommunismus in Polen, Ungarn, der Tschechoslowakei und der DDR. Der 64jährige lernte Deutsch, weil ihn Thomas Mann faszinierte. Heute nennte er Deutschland „meine zweite Heimat“.

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März 14th, 2020

Albrecht von Boeselager: „Kein Mensch verlässt aus Lust und Tollerei seine Heimat“

Seit 2014 ist der Deutsche Albrecht von Boeselager Großkanzler des Malteserordens und bestimmt die Geschichte des Ordens maßgeblich mit. 2019 wurde er für weitere 5 Jahre in seiner Position bestätigt. Boeselager stammt aus Altenahr und ist ein Sohn von Philipp von Boeselager, der zum innersten Kreis der Attentäter auf Adolf Hitler um Graf Stauffenberg gehörte.

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