Archiv für ‘Zeitgenossen’

20. April 2017

SWR2 Zeitgenossen: Wita Noack, Museumsleiterin

1959 in Bautzen, in eine sorbische Künstlerfamilie hinein geboren, kam Wita Noack 1985 nach Berlin und landete wenig später in der Kulturbehörde Berlin-Hohenschönhausen. 1992 übernahm sie als Leiterin das Mies van der Rohe Haus; bis 1945, ‚Haus Lemke‘, das letzte Privathaus des großen Architekten in Deutschland vor der Emigration in die USA. Im Gespräch mit Reinhard Ermen erzählt Wita Noack, wie es möglich war, auf Basis eigener Konzepte und Forschungen, „praktisch aus dem Nichts“ die vergessene Architekturikone, in der bis zur Wende die Stasi mit einem Wäschedepot und einer Hausmeisterwohnung residierte, in eine vielbeachtete Kunstinstitution zu verwandeln. (Produktion 2016)

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15. April 2017

SWR2 Zeitgenossen: Manuel Herder, Verleger

Manuel Herder leitet den Herder Verlag in sechster Generation. Fast 200 Jahre lang wurden Bücher und Zeitschriften im Geiste des Katholizismus gedruckt. Manuel Herder ist dabei, die Inhalte seiner Publikationen auf moderne gesellschaftliche Themen in einer globalen Welt zu erweitern. Manuel Herder gibt neben der „Herder-Bibel“ auch den Koran in deutscher Sprache heraus. So unterschiedliche Autoren wie Papst Benedikt XVI, der romkritische Theologe Hans Küng, Pater Anselm Grün, der Dalai Lama aber auch politisch kontroverse Stimmen wie Karl Theodor zu Guttenberg von der CSU und die SPD Politiker Henning Scharf und Franz Müntefering finden in Manuel Herder ihren Verleger.

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13. April 2017

SWR2 Zeitgenossen: Hubert Wolf, Katholischer Theologe und Kirchenhistoriker

Hubert Wolf kann reden und er kann schreiben – und wie. Seine Themen bezieht der Theologe mit schwäbischen Wurzeln aus der Kirchengeschichte. Als Kirchenhistoriker an der Uni Münster gräbt und fördert er teils vernachlässigte, teils vergessene Realitäten zu Tage, die vor allem eines belegen: Es gab in der Geschichte der Kirche fast nichts, was es nicht gab. In der Diskussion um die Reformen in der katholischen Kirche ist eine solche wissenschaftliche Arbeit enorm wichtig, weil sie das Argument im Keim erstickt, man müsse sich immer an die Traditionen in der Kirche halten. Derer gab es nämlich viele. Und außerdem belegt die Kirchengeschichte, dass die Kirche sich immer zu erneuern hat.

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13. April 2017

SWR2 Zeitgenossen: Isolde Karle, evangelische Theologin

Erst evangelische Pfarrerin, jetzt Theologieprofessorin. Isolde Karle, geboren 1963 in Schwäbisch Hall, hält nicht an traditionellen Kategorien fest. Vielmehr untersucht die Direktorin des interdisziplinären Instituts für Religion und Gesellschaft an der Ruhruniversität Bochum moderne Lebens-, aber auch Organisationsformen. Die eigene Kirche und deren Personal spart sie dabei nicht aus. Kritischer Austausch ist der zweifachen Mutter ebenso wichtig wie die Auseinandersetzung mit neuen Themengebieten, beispielsweise Gender oder neue Familienformen. Neben vielen wissenschaftlichen Verpflichtungen engagiert sich Isolde Karle beim Deutschen Evangelischen Kirchentag oder als Universitätspredigerin.

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13. April 2017

SWR2 Zeitgenossen: Isolde Karle, evangelische Theologin

Erst evangelische Pfarrerin, jetzt Theologieprofessorin. Isolde Karle, geboren 1963 in Schwäbisch Hall, hält nicht an traditionellen Kategorien fest. Vielmehr untersucht die Direktorin des interdisziplinären Instituts für Religion und Gesellschaft an der Ruhruniversität Bochum moderne Lebens-, aber auch Organisationsformen. Die eigene Kirche und deren Personal spart sie dabei nicht aus. Kritischer Austausch ist der zweifachen Mutter ebenso wichtig wie die Auseinandersetzung mit neuen Themengebieten, beispielsweise Gender oder neue Familienformen. Neben vielen wissenschaftlichen Verpflichtungen engagiert sich Isolde Karle beim Deutschen Evangelischen Kirchentag oder als Universitätspredigerin.

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13. April 2017

SWR2 Zeitgenossen: Hubert Wolf, Katholischer Theologe und Kirchenhistoriker

Hubert Wolf kann reden und er kann schreiben – und wie. Seine Themen bezieht der Theologe mit schwäbischen Wurzeln aus der Kirchengeschichte. Als Kirchenhistoriker an der Uni Münster gräbt und fördert er teils vernachlässigte, teils vergessene Realitäten zu Tage, die vor allem eines belegen: Es gab in der Geschichte der Kirche fast nichts, was es nicht gab. In der Diskussion um die Reformen in der katholischen Kirche ist eine solche wissenschaftliche Arbeit enorm wichtig, weil sie das Argument im Keim erstickt, man müsse sich immer an die Traditionen in der Kirche halten. Derer gab es nämlich viele. Und außerdem belegt die Kirchengeschichte, dass die Kirche sich immer zu erneuern hat.

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4. April 2017

SWR2 Zeitgenossen: Christoph Ingenhoven, Architekt

Als er 2008 von seiner Zunft forderte, nicht die Repräsentationsbauten für Diktaturen zu entwerfen, entfachte er einen baukulturellen Orkan, in dem ihm unter anderem „moralischer Rigorismus“ vorgeworfen wurde. Im Mittelpunkt des Bürgerzorns steht er auch, seit er als Planer den Neubau des Hauptbahnhofs in Stuttgart verantwortet. Doch der Kontroversen-erprobte Architekt aus Düsseldorf, der in den USA und in Australien baut, in Europa und in Asien, konnte für seine Bauten auch zahlreiche Preise entgegen nehmen. Christoph Ingenhoven, der zur den bedeutendsten deutschen Architekten gezählt wird und aus einer Architektenfamilie stammt, skizziert seinen Werdegang und seine Positionen.

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4. April 2017

SWR2 Zeitgenossen: Christoph Ingenhoven, Architekt

Als er 2008 von seiner Zunft forderte, nicht die Repräsentationsbauten für Diktaturen zu entwerfen, entfachte er einen baukulturellen Orkan, in dem ihm unter anderem „moralischer Rigorismus“ vorgeworfen wurde. Im Mittelpunkt des Bürgerzorns steht er auch, seit er als Planer den Neubau des Hauptbahnhofs in Stuttgart verantwortet. Doch der Kontroversen-erprobte Architekt aus Düsseldorf, der in den USA und in Australien baut, in Europa und in Asien, konnte für seine Bauten auch zahlreiche Preise entgegen nehmen. Christoph Ingenhoven, der zur den bedeutendsten deutschen Architekten gezählt wird und aus einer Architektenfamilie stammt, skizziert seinen Werdegang und seine Positionen.

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28. März 2017

SWR2 Zeitgenossen: Christoph Maria Herbst, Schauspieler

Christoph Maria Herbst absolvierte zunächst eine Banklehre, pflegte aber parallel seine Liebe zum Theater. Sein erstes Engagement erhielt er am Landestheater Dinslaken. Einem breiteren Publikum wurde er als Ekelchef in der Comedy-TV-Serie „Stromberg“ bekannt, dafür erhielt er 2006 den Grimme-Preis. Bei den Nibelungenfestspielen in Worms 2009 stand er als Hagen auf der Bühne. Vor kurzem war Christoph Maria Herbst als Bewährungshelfer Benno im Kinofilm „Die Kleinen und die Bösen“ zu sehen.

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21. März 2017

SWR2 Zeitgenossen: Hans-Ulrich Treichel, Schriftsteller

Heimat, Flucht und Vertreibung sind zentrale Themen im Werk von Hans-Ulrich Treichel. Auf der Flucht war sein älterer Bruder verloren gegangen, ein Tabuthema in der Familie. In seinem berühmten ersten Roman „Der Verlorene“ (1998) erzählte er vom Schweigen der Eltern und seiner Kindheit in Nachkriegsdeutschland. Auch sein jüngstes Buch „Tagesanbruch“ (2016) umkreist die Ereignisse der Flucht. Die Erzählung führt in die Erinnerungswelt einer Mutter, die ihr Schweigen erst bricht, als sie den Leichnam ihres erwachsenen Sohnes in den Armen hält. Hans-Ulrich Treichel leitet seit 1998 das Deutsche Literaturinstitut Leipzig und gibt hier als Professor für literarisches Schreiben seine Erfahrungen als Lyriker und Romancier an angehende Schriftsteller weiter.

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21. März 2017

SWR2 Zeitgenossen: Hans-Ulrich Treichel, Schriftsteller

Heimat, Flucht und Vertreibung sind zentrale Themen im Werk von Hans-Ulrich Treichel. Auf der Flucht war sein älterer Bruder verloren gegangen, ein Tabuthema in der Familie. In seinem berühmten ersten Roman „Der Verlorene“ (1998) erzählte er vom Schweigen der Eltern und seiner Kindheit in Nachkriegsdeutschland. Auch sein jüngstes Buch „Tagesanbruch“ (2016) umkreist die Ereignisse der Flucht. Die Erzählung führt in die Erinnerungswelt einer Mutter, die ihr Schweigen erst bricht, als sie den Leichnam ihres erwachsenen Sohnes in den Armen hält. Hans-Ulrich Treichel leitet seit 1998 das Deutsche Literaturinstitut Leipzig und gibt hier als Professor für literarisches Schreiben seine Erfahrungen als Lyriker und Romancier an angehende Schriftsteller weiter.

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14. März 2017

SWR2 Zeitgenossen: Friedrich Christian Delius, Schriftsteller

Mit dem Revoluzzer-Image, dem Bild des „68er-Heißsporns“, kann er sich nicht so recht anfreunden. Der Anarchist in ihm dürfe noch wachsen, gestand Friedrich Christian Delius in einem Interview. Tatsächlich hat er sich jedoch mehr als einmal als widerständiger und unabhängiger Geist erwiesen. Er hat gegen den Vietnamkrieg protestiert und gegen die Springerpresse Front gemacht sowie den Hochkapitalismus aufs Korn genommen. Als literarischer Chronist der Gegenwart wird Delius oft bezeichnet. Er selbst wäre gern ein Romantiker, wie er sagt. Und er schreibe Romane, weil er die Welt nicht auf eine Formel bringen könne. Und so zeugen seine Werke von wacher, humorvoller und nachdenklicher Zeitgenossenschaft.

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7. März 2017

SWR2 Zeitgenossen: Jan Ilhan Kizilhan, Diplom-Psychologe

Jan Ilhan Kizilhan ist Psychotherapeut, Orientalist und Publizist. Das Bedürfnis, Menschen in Notsituationen zu helfen, habe er wohl von einem Vorfahren geerbt, der traditioneller Heiler war, erzählt der 50 Jährige. Durch seine jesidischen Wurzeln und seine Kindheit in der Türkei war er von Anfang an auch ein Vermittler zwischen unterschiedlichen Kulturen und wurde bald zum Experten für die Behandlung von Traumata, ausgelöst durch Krieg, Flucht und Folter. Durch seine Hilfe konnten inzwischen über 1000 jesidische Mädchen und Frauen, die vom IS verschleppt, versklavt und vergewaltigt wurden, nach Baden-Württemberg geholt und psychologisch betreut werden. „Jedes Mal, wenn man denkt, man hat bereits das Schlimmste gehört, erzählt einem jemand etwas noch Schlimmeres“, berichtet Jan Ilhan Kizilhan.

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7. März 2017

SWR2 Zeitgenossen: Jan Ilhan Kizilhan, Diplom-Psychologe

Jan Ilhan Kizilhan ist Psychotherapeut, Orientalist und Publizist. Das Bedürfnis, Menschen in Notsituationen zu helfen, habe er wohl von einem Vorfahren geerbt, der traditioneller Heiler war, erzählt der 50 Jährige. Durch seine jesidischen Wurzeln und seine Kindheit in der Türkei war er von Anfang an auch ein Vermittler zwischen unterschiedlichen Kulturen und wurde bald zum Experten für die Behandlung von Traumata, ausgelöst durch Krieg, Flucht und Folter. Durch seine Hilfe konnten inzwischen über 1000 jesidische Mädchen und Frauen, die vom IS verschleppt, versklavt und vergewaltigt wurden, nach Baden-Württemberg geholt und psychologisch betreut werden. „Jedes Mal, wenn man denkt, man hat bereits das Schlimmste gehört, erzählt einem jemand etwas noch Schlimmeres“, berichtet Jan Ilhan Kizilhan.

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28. Februar 2017

SWR2 Zeitgenossen: Ulrich Khuon, Theaterintendant

Ulrich Khuon, gebürtig aus Stuttgart, war nach dem Studium von Theologie und Germanistik zunächst in Freiburg als Theaterintendant tätig, ehe er als Chefdramaturg an die Bühne in Konstanz ging. Am Bodensee war er derart erfolgreich, dass man ihm alsbald die Leitung des Hauses übertrug, was bundesweit derart starke Beachtung fand, dass er wenig später als Intendant an das Schauspielhaus Hannover berufen wurde. Kaum hatte er dort vor allem zeitgenössische Produktionen etabliert, ereilte ihn der Ruf an das Hamburger Thalia-Theater, wo er sich in kurzer Zeit ein derart großes Renommée erwarb, dass ihn die Hanseaten höchst ungern ziehen ließen, als er zur Spielzeit 2009/2010 die Leitung des deutschen Theaters in Berlin übernahm.

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18. Februar 2017

SWR2 Zeitgenossen: Isabel Pfeiffer-Poensgen, Generalsekretärin Kulturstiftung der Länder

Ihr Herz schlägt seit jeher für die Kultur, doch sie studierte Jura bis zum Zweiten Staatsexamen. Diese Kombination führte Isabel Pfeiffer-Poensgen bis an die Spitze der Kulturstiftung der Länder. Zuvor war sie u. a. Kanzlerin der Kölner Musikhochschule und Kulturdezernentin in ihrer Geburtsstadt Aachen. Diesen Posten übernahm sie freilich nur, weil ihr die SPD ihn angeboten hatte. Als Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder setzt sich Pfeiffer-Poensgen heute vor allem für den Erhalt national bedeutsamen Kulturguts ein.

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18. Februar 2017

SWR2 Zeitgenossen: Isabel Pfeiffer-Poensgen, Generalsekretärin Kulturstiftung der Länder

Ihr Herz schlägt seit jeher für die Kultur, doch sie studierte Jura bis zum Zweiten Staatsexamen. Diese Kombination führte Isabel Pfeiffer-Poensgen bis an die Spitze der Kulturstiftung der Länder. Zuvor war sie u. a. Kanzlerin der Kölner Musikhochschule und Kulturdezernentin in ihrer Geburtsstadt Aachen. Diesen Posten übernahm sie freilich nur, weil ihr die SPD ihn angeboten hatte. Als Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder setzt sich Pfeiffer-Poensgen heute vor allem für den Erhalt national bedeutsamen Kulturguts ein.

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2. Februar 2017

SWR2 Zeitgenossen: Franzobel, Schriftsteller

Wenn man sich die Liste der Bücher anschaut, auf dem der Name Franzobel gedruckt ist, schaut man noch einmal genau in die Autorenbiographie: Geboren 1967 im österreichischen Vöcklabruck. Nein, dieser Schriftsteller ist nicht mal 50 Jahre alt und sein Werk umfasst trotzdem so viele Publikationen, dass man meinen könnte, unter dem Künstlernamen arbeitet eine Literaturkohorte – aber dem ist nicht so. Franzobel, der mit bürgerlichem Namen Franz Stefan Griebl heißt, ist schlichtweg ein manischer Autor, der zudem äußerst vielseitig ist. Er schreibt wüste Satiren auf sein Heimatland, veröffentlicht Trashkrimis, bringt Gedichtbände heraus, parodiert erotische Literatur, taucht ein in die Geschichte der Groteske, versteht sich bei allem schrägen Humor vor allem als Humanist, ohne dabei ins Moralinsaure abzudriften. Der umstrittene Autor unterhält ein breites Publikum und hat für sein Werk zahlreiche renommierte Auszeichnungen erhalten

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31. Januar 2017

SWR2 Zeitgenossen: Wolfgang Schmale, Europahistoriker an der Universität Wien

„Das 20. Jahrhundert ist 2017 noch nicht zu Ende“, meint Prof. Dr. Wolfgang Schmale. In den Wahlerfolgen der extremen Rechten und der Abschottungspolitik europäischer Regierungen sieht der Historiker Parallelen zu den Zwischenkriegsjahren 1918 bis 1939. Die Entwicklung Europas in den vergangenen Jahren beunruhigt ihn sehr, denn „mein ganzes Leben habe ich von der europäischen Integration profitiert“. Schmale lehrt seit 1999 Neuere Geschichte mit dem Schwerpunkt Europäische Integration an der Universität Wien.

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31. Januar 2017

SWR2 Zeitgenossen: Wolfgang Schmale, Europahistoriker an der Universität Wien

„Das 20. Jahrhundert ist 2017 noch nicht zu Ende“, meint Prof. Dr. Wolfgang Schmale. In den Wahlerfolgen der extremen Rechten und der Abschottungspolitik europäischer Regierungen sieht der Historiker Parallelen zu den Zwischenkriegsjahren 1918 bis 1939. Die Entwicklung Europas in den vergangenen Jahren beunruhigt ihn sehr, denn „mein ganzes Leben habe ich von der europäischen Integration profitiert“. Schmale lehrt seit 1999 Neuere Geschichte mit dem Schwerpunkt Europäische Integration an der Universität Wien.

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