Archiv für ‘Hörbar Rust’

Juli 14th, 2020

Herbert Grönemeyer (Wdh. vom 12. April 2015)

Herbert Arthur Wiglev Clamor Grönemeyer kommt am 12. April 1956 in Göttingen zu Welt und wächst in Bochum auf. Mit 6 lernt er Ukelele, mit 8 Klavier, mit 12 gründet er seine erste Band und er ist gerade mal 17, als ihn Peter Zadek sozusagen – entdeckt. Parallel zum Studium der Rechts- und Musikwissenschaften arbeitet Grönemeyer am Bochumer Schauspielhaus, später in Hamburg, Köln, Berlin und Stuttgart. 1981 macht der Film „Das Boot“ ihn und den Rest der Crew einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Dabei hat Grönemeyer die Musik immer im Gepäck. Mit seinem 5. Album „4630 Bochum“ wird der Sänger 1984 schlagartig zum Star. Und das hat sich bis heute, 9 Alben später, nicht geändert. Man hört ihn „Dauernd jetzt“, in jedem Fall aber auch als Podcast ein Jahr lang in der Hörbar Rust auf radioeins.

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Juli 7th, 2020

Sophie Hunger (Wdh. vom August 2018)

Sophie Hunger, 37, Schweizer Sängerin & Songwriterin
Wenn eine junge Musikerin auf Tour geht und in den großen Städten immer gleich schon 2 Konzerte geplant sind, in Berlin sogar 4 Konzerte an 4 aufeinander folgenden Tagen, dann wird jedem klar, dass von dieser Künstlerin etwas ganz Besonderes ausgehen muss. Wobei man das Wort „besonders“ im Zusammenhang mit Sophie Hunger nicht mehr benutzen möchte, es ist zu oft gefallen. Besonders, anders, umwerfend, magnetisch. Und kein Gegenwind in Sicht. Als Kind lebte sie mit ihrer Familie viel im Ausland, gebürtig kommt sie aus dem schweizerischen Bern. Hungers 1. Album entstand 2006 in kompletter Eigenregie und sorgte schnell für ein mittelschweres Beben zwischen den Bergen, davor und dahinter. Noch stärker rumpelte es nur noch, als 2 Jahre später ihr 1. Studio-Album erschien, „Monday’s Ghost“. Dafür hagelte es förmlich Preise und Auszeichnungen. Seitdem ist Sophie Hunger ein Popstar, ein ungewöhnlicher eben, ohne erkennbare Allüren, mit einem außerordentlich hohen Maß an Eigensinn und Authentizität. Wir freuen uns sehr über Sophie Hunger als Gast in der Hörbar Rust.

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Juni 30th, 2020

Peter Wohlleben (Wdh. vom 19.11.17 )

Vielleicht sind Anspruch und Auftrag dieses Mannes bereits in seinem Nachnamen verankert: Wohl-Leben. Schon als kleiner Junge zog es den gebürtigen Bonner in den Wald. Um ein Haar hätte er Biologie studiert, aber dann wurde es doch ein Studium der Forstwirtschaft und Wohlleben arbeitete 20 Jahre als Beamter in der Landesforstverwaltung Rheinland-Pfalz. Mit zunehmender Erfahrung wuchs sein Unbehagen gegenüber der klassischen Forstwirtschaft. Kahlschläge, Monokulturen, Pestizide, die Jagdlobby – es gab und gibt viel, das man ändern sollte, um das Ökosystem Wald zu retten. Und so begann der Förster, sein Wissen niederzuschreiben. 16 Bücher in zehn Jahren. Heute ist Wohlleben Deutschlands meistgelesener Autor, allein sein Buch „Das geheime Leben der Bäume“ verkaufte sich über 700.000 mal. Längst rangieren weitere Bücher von ihm auf den vorderen Plätzen der Bestsellerlisten. Das ist großartig – aber es wird sein Leben auch komplett auf den Kopf gestellt haben. Schön, dass wir ihn dazu und zu vielem anderen befragen konnten.

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Juni 23rd, 2020

Jeppe Hein

Fontänen, die zu Räumen werden. Wände, die sich verschieben. Autonom fahrende Sitzbänke oder ein Hocker, aus dem plötzlich Rauch aufsteigt. Man braucht keine psychedelischen Substanzen, um Dinge dieser Art zu erleben. Mit etwas Glück begegnen sie einem irgendwo auf der Welt, denn überall auf der Welt hat der Künstler Jeppe Hein bereits ausgestellt: in Paris und New York, Tokio, London und so weiter und so fort. Der gebürtige Däne galt als Shootingstar der Szene und wurde einer der wichtigsten Vertreter zeitgenössischer Kunst. Heute hier, morgen dort, und dann, eines Tages, im Dezember 2009, ging es plötzlich nicht weiter. Burnout. Sein Leben als Künstler und Familienvater steckte im Funkloch, Ängste, Überforderung, inneres Gelähmtsein. Jeppe Hein musste den Reset-Knopf drücken, für manche Menschen vielleicht sogar das Beste, was passieren kann, sagt er. Das Leben geht ja weiter. Nur eben anders.

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Juni 16th, 2020

Sophie Passmann

Sophie Passmann, 26, Moderatorin & Autorin
Nicht im Alleingang, wohl aber sehr präsent hat es die 26jährige geschafft, dem Berufswunsch „Und wenn ich groß bin, werde ich Influencerin“ jeglichen Schrecken zu nehmen. Es müssen nicht immer Extensions sein und aufgespritzte Münder, manchmal klappt sowas auch mit Sinn und Verstand, Politik und Humor. Frau Passmann dürfte sich diese Bezeichnung zufrieden auf ihre Visitenkarten drucken lassen, besäße sie welche und wäre da noch Platz neben: Autorin, Moderatorin, Schriftstellerin. „Konsens“ ist nicht unbedingt ihr Leitmotiv, was praktischerweise dazu führt, dass sich ihre Gedanken und Anregungen, mündlich oder schriftlich vorgetragen, in so vielen Köpfen verfangen. Gerade erst sahen wir sie als Moderatorin des Videos „Männerwelten“, in dem sie auch die letzten Ahnungslosen darüber aufklärte, auf welche Weise Frauen und Mädchen noch immer bedrängt, genötigt und Gewalt ausgesetzt werden. 3 Bücher hat sie bislang verfasst, aber wir spüren: da ist noch irgendwas Neues im Busch. Nur was? Das verrät sie vielleicht selbst am Sonntag in der Hörbar.

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Juni 9th, 2020

Esther Perbandt

Berlin, schau auf diese Person! Und dann am besten auch gleich auf alle anderen Künstler, die so leben wie sie. Denn Menschen wie Esther Perbandt waren schon immer für den vielbeschworenen Magnetismus dieser Stadt verantwortlich, für die Dynamik, die Kreativitiät und damit den nicht im klassischen Sinne bemessbaren Reichtum Berlins. Sie füttern die Stadt unaufhörlich mit ihren Ideen, sie führen Menschen zusammen, sie erschaffen und verwerfen, leiden auch und kämpfen, wenn sie Glück haben, lassen sie sich feiern und mit noch etwas mehr Glück hält die Bewunderung an. Wie eben im Fall der talentierten Misses Perbandt. Eine waschechte Charlottenburgerin ist sie, die große, stets in schwarz gekleidete, freundliche Frau, die – nicht immer, aber oft – eine dunkle, leicht eckige Kappe trägt. Esther Perbandt kennt man als eine der außergewöhnlichsten Designerinnen des Landes, nicht erst, seit sich durch eine internationale Mode-Serie bei Amazon quasi über Nacht auch der Rest der Welt in die 45jährige verliebte. Seitdem brummen in ihrem Atelier nicht mehr nur die Nähmaschinen, sondern auch der ein oder andere Schädel.

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Mai 26th, 2020

Pierre M. Krause

Deutlich vernehmbar ging ein Raunen durch die Stuhlreihen der Schulaula. Eltern und Lehrer nickten sich zu. So einen gestiefelten Kater hatten sie ja noch nie gesehen. Kein Wunder, dass Pierre schon wenige Jahre später den Oscar – nein, das nicht, der Junge wurde ja nicht mal Schauspieler, aber diese Schulaufführung damals entzündete doch ein Licht in dem Jungen, das so lange brannte, bis er wusste: jetzt habe ich meine Bestimmung gefunden. Ich stell mich vor die Leute und werde sie unterhalten. Längst hat dieser inzwischen 43jährige Krause alles, was es braucht, um „Entertainer“ genannt zu werden, Humorist, Autor, mit Preisen ausgezeichneter Moderator. Er dreht Filme, schreibt und moderiert seit 2005 die wohl einzige langlebig laufende, geheimnisvoll ins Nachtprogramm des SWR gepresste Late Night, die dann auch seinen Namen trägt: „Die Pierre M. Krause Show“. Echt? Seit 15 Jahren? Ja. Und eine treue und stets anschwellende Fangemeinde weiß das natürlich. Aber viel zu viele Menschen eben nicht. Ob wohl Methode dahinter steckt, dieses Juwel so gut zu verstecken? Ach Pierre, wir hoffen ja, dass sich das noch mal ändert.

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Mai 19th, 2020

Franziska Weisz

Fast hätten wir gesagt: Habe die Ehre. Aber mit dem Wiener Schmäh tun wir uns ein bisschen schwer, leider. Wir freuen uns aber umso mehr über Gäste, deren Leben ursprünglich mal in Österreich begann, irgendwas ist da oftmals anders, der Humor nämlich. Jetzt haben wir richtig Druck aufgebaut, aber mit sowas sind Schauspielerinnen und Schauspieler in der Regel vertraut. In besonders lustigen Rollen war Franziska Weisz bislang tatsächlich noch nicht zu sehen, dafür in besonders eindringlichen: In „Homeland“, „Kreuzweg“ oder „Der Taucher“ – und als Tatort-Kommissarin im Team mit Wotan Wilke Möhring. Franziska Weisz ist gerade 40 geworden. Sie hat keine Party mit tausend Leuten gemacht, keinen Kartoffelsalat angesetzt und keine Nockerl aus der Heimat vorbereitet. Sie hat Sprachen aufgefrischt, was man eben so macht: hier ein bisschen Italienisch, dort ein bisschen Griechisch. Schaden kann es nicht, vielleicht winkt ja bald eine Einladung in die „Akoustos Rust“, mit Übernachtung in Athen. Man weiß es nicht.

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April 28th, 2020

Igor Levit

Treffen sich ein Synonym-Wörterbuch und eine Gruppe Superlative in einer Hotelbar und schütten sich gegenseitig das Herz aus. „Dieser Levit“ seufzen sie. „Wunderkind. Ausnahmepianist. Jahrhunderttalent. Shootingstar, Superstar, Besessener, Überflieger, genialer Hund. Die Zeitungen überbieten sich seit Jahren. Wo soll das noch hinführen?“ Naja, Kritiker und Publikum jubeln ja nicht grundlos. Wenn sich der 33jährige an den Flügel setzt, passiert etwas Besonderes. Mit ihm, mit den Menschen und mit der Musik. Theoretisch könnte Igor Levit in seiner konzertfreien Zeit auf einer Luftmatratze im Meer liegen und sonst nichts tun, aber das würde nicht zu ihm passen. Er ist aktiv, er ist politisch, er ist unruhig. Als Corona kommt, spielt er per Livestream Abend für Abend über Twitter Hauskonzerte, die weltweit von bis zu 60.000 Menschen verfolgt werden. Und zu unserer Freude treffen wir ihn im Institut Francais im Maison de France, wo ein frisch gestimmter Flügel steht, das kann kein Zufall sein.

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April 14th, 2020

Billy Wagner

Wer Billy Wagner heißt, diese Art von Energie besitzt und in Berlin lebt, könnte gut DJ sein und ein bißchen ist es auch so. Der 38jährige ist nach eigenem Bekunden quasi jeden Abend Gastgeber einer Party, der Raum heißt „Nobelhart & Schmutzig“ und fungiert als Sternerestaurant im eher rumpeligen Part der recht langen Berliner Friedrichstraße.

Sternerestaurant! Das klingt ja sehr etepetete. Mit Sicherheit macht es Wagner, dem Wirt, und seinem Team vielleicht auch Spaß, mit bestimmten Erwartungen an so ein Etablissement zu brechen. Hier mag man es wild, ursprünglich und setzt rigoros auf Produkte aus der Region. Das geht so weit, dass auf Pfeffer oder Olivenöl oder Vanille verzichtet wird.

Zudem bekommt man den Eindruck, Wagner sei in puncto Lebensmittelqualität missionarisch unterwegs – und das ist auch gut so. Wir können bestimmt ein bißchen was von ihm lernen. Am Ostersonntag in der Hörbar Rust auf radioeins.

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April 7th, 2020

Archiv: Rüdiger Nehberg in der Hörbar Rust (25.08.2013)

Zur Erinnerung an Rüdiger Nehberg, Aktivist für Menschenrechte und Survival-Experte. Patent ist der gebürtige Bielefelder schon als Junge. Er bastelt sich ein Fahrrad, mit dem er knapp 17-jährig für zwei Monate Richtung Marokko fährt. Alleine überquert er Stadt- und Landesgrenzen, schläft nachts im Freien. Die Reisen und das Thema „Survival“ bleiben das Hauptthema im Leben von Rüdiger Nehberg, der für fast 30 Jahre als Konditormeister in Hamburg parallel noch ein verhältnismäßig geordnetes Leben führt. Ende der 80er jedoch widmet sich der Abenteurer verstärkt den Belangen bedrohter Völker und Gebiete, richtet mit spektakulären Aktionen das Augenmerk auf die Ausrottung indigener Stämme, baut Kliniken im brasilianischen Dschungel oder in Äthiopien und gilt mit seiner Frau Annette als einer der wichtigsten Kämpfer gegen die weibliche Genitalverstümmlung, der sich weltweit nach wie vor – täglich! -etwas sechs bis 8.000 Mädchen und Frauen unterziehen müssen. Die Hörbar mit Rüdiger Nehberg vom 25. August 2013 aus dem Park am Gleisdreieck auf radioeins.

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März 31st, 2020

Barbara Becker

„Open up“, mag man da nur ausrufen, „open up“! Möglicherweise stößt dieser Name bei einigen von Ihnen und Euch auf eine Assoziationskette, die man irgendwo zwischen Klischee und Vorurteil anfangen sollte aufzuribbeln. Ja, richtig, Frau Becker, seit Jahren übrigens höchst erfolgreiche Designerin und Unternehmerin, ist die wohl bekannteste Ex-Frau Deutschlands. Da war doch was? Klar. Die Hochzeit mit Tennislegende Boris Becker, zwei gemeinsame Kinder, die Scheidung, Miami, die Öffentlichkeit nahm an jedem Fitzel Leben teil. Und über das Thema Heldenverehrung werden wir vielleicht noch kurz sprechen. Wie schon angedeutet: Barbara Becker bespielt längst mehr als nur einen Platz in der Welt des Designs: Sie entwirft erfolgreich Schmuck und Mode, Teppiche, Tees, Tapeten und vieles mehr. Die 53jährige gilt als Sport-Queen und Stil-Ikone. Wir werden Sie nicht aus dem Studio lassen, bevor sie uns verrät, wie man gleichzeitig so gestählt, selbst-diszipliniert und entspannt sein kann – am Sonntag in der Hörbar.

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März 24th, 2020

Natalija Yefimkina

Wer diese Sendung kennt, der weiß: Hier kommen für gewöhnlich ein paar Stichworte zur Biografie unseres Gastes, ein paar Stationen, Hinweise, prägnante Punkte. Bitte glauben Sie uns, im Leben dieser 36-jährigen Frau gibt es so viele große und kleine Orte, Situationen und Geschehnisse, dass es schwer fiele, eine solche Zusammenstellung vorzunehmen. Vielleicht das:
Natalja Yefimkina kommt gebürtig aus der Ukraine. Als Tochter zweier russisch-ukrainischer Wissenschaftler im Sommer ’83 in Kiew geboren, flüchtete die Familie nach der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl nach Sibirien. 1995 ging es nach Deutschland – nach Bochum, Ulm und schließlich Berlin, wo sie heute glücklich mit ihrer eigenen kleinen Familie lebt.
Auf der Berlinale stellte sie just ihre Debutarbeit als Regisseurin vor, einen Dokumentarfilm mit dem Titel „Garagenvolk“, der sofort den Heiner-Carow-Preis abräumte und auf vielen Festivals – zu Recht – gefeiert wird. Aber alles andere, was zwischen ihrer Geburt und dem Jetzt liegt, ist ein wildes Springen über den Globus, ein Galopp durch Sorgen und Freuden und ein tolles Erleben der Welt durch ihre Augen.

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März 3rd, 2020

Thomas Thieme

Ein Schauspieler, der jede Zuschauerin und jeden Zuschauer zwingt, einen Bogen mehr zu denken, einmal mehr um die Kurve zu gehen bei der Betrachtung der von ihm dargestellten Figuren. Denn das sind selten die Sympathischen, die Arglosen, die Lieben. Ob virtuous in Shakespeare-Stücken oder souverän vor der Kamera: Thieme lässt für den Moment keinen Zweifel daran, dass er ist, was er spielt und dafür muss man ihn mögen, auch in den fiesen Rollen oder gerade da, bevor man sich erinnert: es ist nur eine Figur, konzentrieren wir uns doch besser auf die Handlung.

So halten wir’s ja in dieser Sendung auch. Schauen wir auf das Leben des heute 71jährigen, der mit den wichtigen Preisen seiner Branche ausgezeichnet wurde, so wurde Thomas Thieme beispielsweise zum Schauspieler des Jahres gewählt und bekam eine Goldene Kamera überreicht. Vielleicht steht sie bei ihm in der Küche, in Weimar, wo er zur Welt kam und heute auch wieder lebt!

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Februar 18th, 2020

Afrob

Afrob, Rapper, 43
Ein Stuttgarter Junge, ganz klar, auch wenn er in Italien zur Welt kam und jetzt seit 5 Jahren in Hamburg lebt. Nein, aber in Stuttgart bekam der Junge mit der dunkleren Hautfarbe endlich sein eigenes Immunsystem, in dem Moment nämlich, als Hip Hop in sein Leben trat. Endlich ließ sich alles besser einordnen, endlich entdeckte er neben Fußball noch andere Skills,Afrob wurde Rapper.

Erst sogenannter Feature-Artist für die Massiven Töne oder Freundeskreis, bald aber in eigener Mission, solo, mit eigenen Feature-Artists wie z.B. Ferris MC, Gentleman oder Samy de Luxe, mit dem ihn – neben gemeinsamen musikalischen Projekten – auch eine Freundschaft verbindet. Hip Hop ist keine Konstante, eher ein Gefäß, in dem sich verschiedene Sub-Genres aufhalten, von supersmart bis „isch fick deine Mutta“. Is eben so. Wir freuen uns jedenfalls, dass Afrob am Sonntag zu Gast in der Hörbar Rust ist und wir ein bißchen durch sein Leben schlendern dürfen.

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Februar 11th, 2020

Anja Plaschg

Wäre jede Projektion, die Anja Plaschg in den letzten 15 Jahren zuteil wurde, rund und bunt, so säße sie in einem riesengroßen Bällebad, aus dem sie mit dem Kopf kaum heraus schauen könnte. Antipopgöttin wurde sie genannt. Poetische Leidensfrau. Zu schön sei sie, zu zerbrechlich und dabei doch so talentiert. Und all das Morbide. Genau. Plaschg, eine Musikbesessene, die sich früh den Namen „Soap&Skin“ gab, gehört ganz sicher nicht zu den Künstlerinnen, die gefällig daherkommen und es sich leicht machen. Das Leben ist oft rauh und klar oder abstoßend und kühl, warum sollten die Lieder, die daraus entstehen, nicht auch so sein? Und schließlich wird die 29jährige Österreicherin als Künstlerin ja von vielen verstanden und für ihre Musik gefeiert. Wir freuen uns jedenfalls sehr, dass sie sich aus Wien auf den Weg gemacht hat, um uns einen Besuch in der Hörbar Rust abzustatten.

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Februar 4th, 2020

Désirée Nosbusch

In tiefen und manchmal vielleicht auch schweren Gesprächen über’s Leben ist es stets tröstlich, wenn das Gegenüber einwirft: „Ich kenne das. Genau so ging’s mir auch.“ Aber wie viele Menschen sind so ins Leben gestartet wie Désirée Nosbusch? Da ist ihr außergewöhnliches Kommunikationstalent, ihre Mehrsprachigkeit, ihre Attraktivität, ihre Unerschrockenheit, mit der sie bereits 12jährig in die Mikrophone spricht, erst im Radio, bald auch im Fernsehen. Désirée geht mit 16 nach New York und studiert Schauspiel, jobbt parallel auch für europäische Medien. Natürlich trifft sie die Megastars der damaligen Zeit: Klaus Kinski, Pierre Brice, Udo Jürgens, Curd Jürgens. Das Mädchen dreht Kinofilme. Lässig, frisch und souverän moderiert sie 19jährig den Grand Prix d’Eurovision und spätestens jetzt ist ganz Europa in sie verliebt, einige sind es noch heute. Aber nehmen wir uns doch Zeit für die einzelnen Stationen der heute 55jährigen. Und so viel sei jetzt schon verraten: Ihr Besuch bei uns in der Hörbar könnte durchaus mit dem Beginn der zweiten Staffel „Bad Banks“ zu tun haben.

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Januar 28th, 2020

Barbara Sukowa

Ein Vamp, eine Zuckerschnute, die Mieze und die Lola beim Fassbinder, aber eben auch die Rosa Luxemburg und die Hannah Arendt in Filmen von Margarethe von Trotta. Und überhaupt hat die vielseitige Barbara Sukowa Frauen stets auf eine ganz besondere Art verkörpert, sodass sie für immer im Gedächtnis blieben – ob sie nun Historisches vollbracht hatten oder gänzlich der Fiktion entsprangen. Früh wurde die gebürtige Bremerin aufrichtig bejubelt und mit Preisen bedacht, gleich zweimal gab es den Bundesfilmpreis, gleich darauf eine Palme in Cannes – und das war quasi nur der Anfang. Vielleicht ein bisschen viel, zu schnell, zu leicht, wer weiß, vielleicht hätte sie sich gerne ein bisschen mehr Widerstand erhofft und nicht nur Beifall, jedenfalls ging sie Anfang der 90er nach New York, wo sie bis heute an der Seite des bekannten Multimediakünstlers Robert Longo, dem Vater ihres dritten Sohnes, lebt.

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Januar 7th, 2020

Sascha Disselkamp

Er stammt aus dem ost-westfälischen Rheda-Wiedenbrück, einem kleinen katholischen Ort zwischen Hamm und Bielefeld, wo man gut und gern aufwächst, bestimmt. Es sei denn, man trägt plötzlich etwas Wildes in sich, das dort nicht ausgelebt werden kann. Disselkamp fand dieses Wilde mit 17 in Berlin: Punkrock mit allem Drum und Dran. Er schmiss die Schule und zog in die damalige Mauerstadt. Dort lebte der heute 55-Jährige in einem besetzten Haus, spielte in einer Punkband und stand plötzlich in der Hauptrolle des Kinofilms „Die Heartbreakers“ vor der Kamera. Disselkamp hatte sich eindeutig für den richtigen Ort entschieden, auch wenn sich sein Weg noch mal änderte: Er stieg in die Gastronomie ein, wurde erst Chef des legendären „Sexton“ in Schöneberg und führt bis heute den Sage Club, längst eine Institution des Berliner Nachtlebens. Doch da knirscht es derzeit gewaltig. In Sascha Disselkamp haben wir – auch für dieses Thema – den richtigen Gesprächspartner.

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Dezember 31st, 2019

Dr. Jenny de la Torre Castro

Jenny de la Torre Castro, 65, Ärztin & Gründerin des Obdachlosenzentrums.
Das Mädchen wächst in den peruanischen Anden auf. Als sich die Familie im akuten Fall mit den Nachbarn um den einzigen Arzt weit und breit streiten muss, entschließt sich Jenny, selbst einmal Ärztin zu werden. Und wirklich: Sie studiert Medizin und jobbt fleißig, um sich die viel zu teuren Bücher leisten zu können. Die junge Frau bewirbt sich erfolgreich um ein Stipendium für die DDR, lässt sich an der Charité zur Chirurgin ausbilden und bekommt ein Kind. Zurück in Peru wird ihr Abschluss nicht anerkannt – absurd. Gut, dann eben wieder Berlin. Die Mauer ist bereits offen, die Stadt ist voll. Und eben auch voller Menschen, die Unterstützung brauchen, gerade medizinische: Mehr als 25 Jahre schon kümmert sich Jenny de la Torre Castro jetzt schon um Obdachlose – gemeinsam mit einigen ehrenamtlichen Ärztinnen und Helfern. Ein Gesundheitszentrum hat sie aufgebaut und eine Stiftung. Vielfach wurde sie ausgezeichnet, und Aufmerksamkeit IST ja auch wichtig. Aber Geld- oder Sachspenden sind dann doch noch ein bißchen wichtiger. Das Geld ist knapp, ihre Zeit im übrigen auch. Umso erfreulicher, dass Jenny de la Torre zu uns in die letzte Hörbar des Jahres kommt.

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