Archiv für ‘Das aktuelle Kulturgespräch’

März 9th, 2019

Kameramann Thomas Mauch über seine Arbeit

Thomas Mauch gilt als einer der wichtigsten Akteure des deutschen Nachkriegskinos. Er drehte mit Edgar Reitz und Alexander Kluge und filmte auch Werner Herzogs „Fitzcaraldo“ und „Aquirre, der Zorn Gottes“, mit Schauspieler Klaus Kinski, dessen Wutausbrüche am Set legendär sind. Die Wirklichkeit ins Kino lassen, das war die Maxime des jungen deutschen Films, den Thomas Mauch mit seinem dokumentarische Stil prägte. Er filmt spontan, improvisierte als strikter Gegner eines Storyboards. Am 9. März wird Thomas Mauch mit dem Marburger Kamerapreis ausgezeichnet, auch dafür, so die Jury, dass er sich niemals „dem Massengeschmack anbiedert“ und „keinen aktuellen Moden blind gefolgt ist“.

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März 9th, 2019

Prof. Tilmann Habermas über unser Selbstbild und das subjektive Erinnern und Vergessen

Habermas leitet an der Frankfurter Goethe-Universität den Arbeitsbereich Psychoanalyse und arbeitet u.a. zu der Fragestellung, wie unser Selbstbild entsteht und welche Rolle dabei Erinnern und Vergessen spielen. Sein Aufsatz im Begleitbuch zur Ausstellung im Historischen Museum Frankfurt ist überschrieben mit „Wir erinnern, wer wir sind“. Dabei geht es in diesem Fall weniger um ein „kollektives Wir“ als vielmehr um jede und jeden einzelnen von uns. Auf welchen Ebenen findet dieses subjektive Erinnern statt?

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März 9th, 2019

Kurator Kurt Wettengl über „Vergessen – Warum wir nicht alles erinnern“ (Ausstellung im Historischen Museum Frankfurt)

Das Historische Museum Frankfurt zeigt ab dem 7.3. eine große Ausstellung zum Thema „Vergessen“ – und das aus vielen Perspektiven: von der Angst vor dem Vergessen über die Leugnung der Vergangenheit bis zum Nicht-Vergessen-Können. Arbeiten von Künstlern verbinden die thematischen Schwerpunkte. Speziell für die Ausstellung hat der Künstler Mark Dion zum Beispiel vergessene Objekte des Museums zu seinem Thema gemacht – und auch das Museum selbst wird zum Thema, denn auch hier wird vergessen und erinnert.

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März 9th, 2019

Autorin Dilek Güngör über ihren Roman „Ich bin Özlem“

„Meine Eltern kommen aus der Türkei“ – so beginnt Özlem jede Geschichte über sich selbst. Die junge Heldin aus Dilek Güngörs aktuellem Roman hat nichts so sehr geprägt, wie die eigene Herkunft. Aber ist es wirklich die Herkunft oder sind es die Zuschreibungen von außen, von Lehrern, Freunden und Nachbarn, die sie in ihren Lebensplänen so festgelegt haben? Als erwachsene Frau erst ahnt Özlem, wie sehr diese Erwartungen sie eingeschränkt haben… Dilek Güngör beschreibt, welche Kraft es kostet, sich in einer Gesellschaft zu behaupten, in der Zugehörigkeit, Identität und „wahre“ Herkunft eine entscheidende Rolle zu spielen scheinen.

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März 9th, 2019

Der Psychoanalytiker und Forscher am Sigmund-Freud-Institut Kurt Grünberg über die Prozesse des Verdrängens und Vergesse

Kurt Grünberg ist psychologischer Psychotherapeut in Frankfurt und wissenschaftlicher Mitarbeiteram Sigmund-Freud-Institut, dem Forschungsinstitut für Psychoanalyse und ihre Anwendungen. In der Ausstellung im Historischen Museum konzentriert sich der Themen-Komplex „Die Vergangenheit verleugnen“ auf das Verdrängen der Schuld an den Gräueltaten und der eigenen Beteiligung am Nationalsozialismus im Deutschland der 1950er und 60er Jahre: Nationales Selbstmitleid, der Wiederaufbau der zerstörten Städte und das westdeutsche „Wirtschaftswunder“ förderten die Haltung des Verdrängens und Verleugnens bei den nicht verfolgten Deutschen. Vor allem die daran beteiligten psychischen Prozesse stehen hierbei im Vordergrund. Kurt Grünberg erforscht die psychosozialen Spätfolgen der nationalsozialistischen Judenvernichtung. Er hat einen Aufsatz im Begleitbuch zu der Ausstellung „Vergessen – Warum wir nicht alles erinnern“ im Historischen Museum Frankfurt geschrieben. Darin geht es um das Forschungsprojekt „Szenisches Erinnern der Shoah“, an dem er gemeinsam mit anderen arbeiten.

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März 9th, 2019

Franziska Nori, Leiterin des Frankfurter Kunstvereins, über junge Kunst

Das Rhein-Main-Gebiet ist ein wichtiger Kunst-Schauplatz. Franziska Nori, Leiterin des Frankfurter Kunstvereins, und ihr Team verfolgen regelmäßig, was sich in der jungen Kunstszene der Region tut und sie zeigen immer wieder Ausstellungen mit interessanten Positionen. „And this is us“ ist der Titel der Ausstellung, die vom 1.3. bis zum 12.5. im Kunstverein zu sehen ist. Acht junge Künstlerinnen und Künstler haben extra Arbeiten für die Ausstellung im Kunstverein geschaffen. Sie spricht darüber, wie wichtig und interessant die kuratorische Arbeit mit den Studierenden und Absolventen der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und der Frankfurter Städelschule und was in der Ausstellung „And this is us“ zu sehen ist.

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März 9th, 2019

Der Kammerchor Klangfarben aus Gießen über ihr buntes Musikprogramm (Musikszene Hessen)

Der ambitionierte Laienchor zählt derzeit 26 Sängerinnen und Sänger und singt weltliche und geistliche Musik aller Stilrichtungen und Epochen bis zu zeitgenössischer Chorliteratur des 20. und 21. Jahrhunderts – über alle geografischen Grenzen hinweg. Die Mitglieder Gabi Albrecht, Joachim Sann und Jean Kleeb stellen in der hr2-Musikszene die engagierte Gruppe und das aktuelle Programm „Was Menschen bewegt“ vor.

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März 9th, 2019

Joern Hinkel, Intendant der Bad Hersfelder Festspiele

Es ist Joern Hinkels zweite Spielzeit als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele. Bevor er seine Arbeit dort begann, hatte der Berliner bereits zahlreiche Opern- und Theaterstücke inszeniert und Kurz- und Dokumentarfilme gedreht. Der Vorverkauf für die im Juli beginnenden Festspiele, die Theater, Musicals und Konzerte bieten, läuft bereits. Das Auftaktstück ist „Der Prozess“ nach Franz Kafka, das Joern Hinkel selbst inszeniert. Er konnte dafür Marianne Sägebrecht als Darstellerin gewinnen. Es ist nicht ihre erste gemeinsame Arbeit. Welche Erwartungen Joern Hinkel an sich selbst als Regisseur und an die kommenden Festspiele hat, das erzählt er im hr2-Kulturgespräch.

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März 9th, 2019

Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann über die Rolle von Gefühlen beim Erinnern und Vergessen

Die Kulturwissenschaftlerin und Friedenspreisträgerin Aleida Assmann hat einen Aufsatz für den Katalog geschrieben, der die Ausstellung im Historischen Museum begleitet: „Das habe ich getan, sagt mein Gedächtnis. Das kann ich nicht getan haben, sagt mein Stolz und bleibt unerbittlich. Endlich gibt das Gedächtnis nach“, zitiert sie darin Friedrich Nietzsche. Wie wichtig sind Gefühle, wenn es um das Erinnern geht?

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März 9th, 2019

Der Historiker Norbert Frei über seine Position gegen einen neu erstarkten Nationalismus

Verschiedene Historiker, darunter auch Norbert Frei, beziehen Position gegen einen neu erstarkten Nationalismus. In ihrem Buch „Zur rechten Zeit – Wider die Rückkehr des Nationalismus“ beschreiben sie, was das für unsere Demokratie bedeutet. Sie wenden sich gegen das Ziel der Rechten, sich der Geschichte der deutschen Freiheitsbewegung zu bemächtigen und sie ins Völkisch-Nationalistische zu verkürzen. Norbert Frei, der das Jena-Center Geschichte des 20. Jahrhundert leitet, stellt mit seinen Kollegen das Buch in Frankfurt und Bad Homburg vor. Welche Gefahren mit dem Nationalismus einhergehen, erläutert er in hr2-kultur.

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März 9th, 2019

Philosophin Lisa Herzog zur Zukunft der Arbeit

Schon heute ist absehbar, dass künstliche Intelligenzen und Roboter immer mehr Arbeiten übernehmen werden, mit denen sich bisher Menschen finanzierten. Was bedeutet das für die Arbeit und was bedeutet es für die Menschen? Können wir die Art, wie wir arbeiten werden, einfach dem Markt und seinen Gesetzen überlassen? Die Philosophin Lisa Herzog vertritt die Ansicht, dass wir diese Veränderungen politisch gestalten müssen. In ihrem aktuellen Buch zeigt sie, wie die Arbeit in digitalen Zeiten gerechter und demokratischer werden kann, als sie es je war.

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März 9th, 2019

Autorin Ulla Lachauer über Imker

Bienen sind sehr besondere Wesen. Wie wir Menschen mit ihnen umgehen, ist ein Seismograph für den Zustand unserer Welt. Über Bienen wurde zuletzt viel publiziert. Wenig aber über die Imker. Ulla Lachauer, für ihre Reportagen vor allem über Osteuropa vielgerühmt und preisgekrönt, hat viele Regionen Europas bereist und mit Imkern gesprochen. Von der Ostseeinsel Gotland über die Lüneburger Heide bis nach Stuttgart und in den Schwarzwald, von den Pyrenäen über Kärnten bis Ljubljana, vom böhmischen Isergebirge bis in die russische Exklave Kaliningrad. Ulla Lachauer versammelt in ihrem Buch „Von Bienen und Menschen“ phantastische Porträts passionierter Imker, Berichte von einer vielschichtigen Erkundungsreise und Antworten auf lauter große Fragen.

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März 9th, 2019

Albrecht Beutelsbachers über die Wunderwelt der Mathematik

Mathe macht glücklich, das ist das Credo von Albrecht Beutelspacher. Dem Mathematikprofessor und Gründer des „Mathematikum“-Museums in Gießen gelingt es, für sein Fach zu begeistern. Er hat schon erklärt, wie man durch eine Postkarte steigen kann und nun wartet er mit neuen Experimenten auf. Im neuen Buch „Wie man einen Würfel aufpustet“ rotieren Quadrate und Rauten werden zu Pyramiden.

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März 9th, 2019

Deutsch-Rapper Ben Salomo über sein Jüdischsein

Ben Salomo ist einer der erfolgreichsten Rapper Deutschlands. Und er ist einer der ungewöhnlichsten. Er ist Jude und er macht sein Jüdischsein auch in seinen Texten immer wieder zum Thema. Damit eckt er in der deutschen Hip-Hop-Szene an, in der neben gewaltverherrlichenden, homophoben und frauenverachtenden Aussagen auch antisemitische Tendenzen an der Tagesordnung sind. Das wurde einem größeren Publikum spätestens bei der letzten Echo Preisverleihung klar. Jetzt hat Ben Salomo ein Buch geschrieben über sein Leben als Jude in Deutschland.

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März 9th, 2019

Stefan Kaminski und die Kunst des Erzählens

Stefan Kaminski hat eine unfassbar wandelbare Stimme. Er reüssiert als Schauspieler, Synchronsprecher und Hörbuchsprecher. Am meisten wird er derzeit für seine Kinderhörspiele gefeiert. Beim Deutschen Kinderhörbuchpreis BEO im November hat er für seine Tierstimmen-Immitation in “ Das Wunder der wilden Insel“ gleich zwei Preise geholt. Am 3. Februar wurde seine Interpretation des Kinder-Roadtrips “ Kannawoniwasein!“ geehrt, mit dem „Hörbuch-Preis-der Landeshauptstadt Wiesbaden“ für das beste Kinder- und Jugendhörbuch 2018. Und mit diesem Glanzstück wird er am 19. März jetzt auch noch mit dem „Deutschen Hörbuchpreis“ in der Kategorie „Bestes Kinderhörbuch“ ausgezeichnet. Grund genug für ein ausgeruhtes Gespräch über seine Künste als Sprecher und unseren Gernuss beim Hören.

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März 9th, 2019

Der Schriftsteller Abbas Khider über seinen Versuch einer Sprachreform der deutschen Sprache

Als Abbas Khider vor zwanzig Jahren aus dem Irak flieht, kennt er nur drei Worte Deutsch: Hitler, Scheiße, Lufthansa. Heute ist er ein anerkannter, deutsch schreibender Schriftsteller. Seine Erfahrungen mit dem Deutschlernen waren der Anlass für ihn sich einmal grundsätzlich mit der deutschen Sprache auseinanderzusetzen. Herausgekommen ist ein sehr ungewöhnliches Lehrbuch für alle, die mit der deutschen Sprache kämpfen…mitsamt einiger augenzwinkernder Vorschläge, wie man die deutsche Sprache entscheidend vereinfachen könnte. All das erlaubt ihm auch einen satirischen Blick auf die deutsche Gesellschaft.

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März 9th, 2019

Kabarettmacher Dietrich Krauß über fünf Jahre „Die Anstalt“ im ZDF

Die Arbeit eines Kabarettisten sieht leicht aus, bedeutet aber harte Arbeit. Denn Politik ist ein sperriger Gegenstand. Sie in die richtige kritische Form für das Kabarett zu pressen, ist eine Kunst. Dietrich Krauß hat darin jahrzehntelange Erfahrung. Erst stand er selbst auf der Bühne, dann wurde er Redakteur für die Fernsehsendung „Die Anstalt“. Sein Buch heißt „Die Rache des Mainstreams an sich selbst“, darin hat er gemeinsam mit Kollegen seine geballte Kabaretterfahrung festgehalten.

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März 9th, 2019

„Auf der Suche nach den verlorenen Seelenatomen“ – Hörspiel des Jahres 2018

Im Zentrum steht ein traumatisierter ehemaliger DDR-Häftling. Die Hörspielautorin hat mit ihm Interviews geführt – aber sie hat seine Antworten auch selbst nachgesprochen. Damit zeigt sie: Das alles ist durch meinen Mund gegangen. Die Autorin Susann Maria Hempel, ihre Redakteurin Mareike Maage und die Jury des begehrten Preises, sind zu Gast im Frankfurter Literaturhaus und vorher im hr2-Kulturcafè.

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März 9th, 2019

Das Trio Omphalos über die Doppeldeutigkeit des Spielens mit Klängen und Instrumenten ( Musikszene Hessen)

Stefan Hülsermann (Klarinette), Olaf Pyras (Percussion) und Ji-Youn Song (Klavier) bilden das Ensemble, das sich explizit mit Neuer Musik auseinandersetzt. Auf ihrer neuen CD haben sie von John Cage „Chess Pieces“ und „Four Dances“ und von Tom Johnson „Rational Melodies“ eingespielt.
Was es mit dem Spielen auf sich hat, zeigen die „Chess Pieces“ von John Cage. Dessen grafische Bildgestaltung wurde 2012 von den Musikern entdeckt und zunächst von Margret Lang Tan in eine Klavierfassung übersetzt. Auf dieser Grundlage entstand eine Trio-Fassung von Omphalos. Mehr Details generell und zur Kontrastierung der „Rational Melodies“ zu Trio- und Flöten-Version erfahren Sie im Kulturgespräch.

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März 9th, 2019

Peter Stohler – neuer Chef der Grimmwelt Kassel

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch. Der Schlusssatz in dem Märchen „Fundevogel“. Und er trifft auch auf die beiden Geschichtensammler und Sprachwissenschaftler Jakob und Wilhelm Grimm zu. Denn die beiden Brüder sind in der Grimmwelt Kassel sehr lebendig. In diesem Ausstellungshaus erfährt man etwas über das Leben und die Arbeit der beiden. Außerdem geibt es regelmäßig Sonderausstellungen, Lesungen, Vorträge. Seit einem Monat hat das vor vier Jahren eröffnete Haus einen neuen Leiter. Es ist der Schweizer Kunst- und Filmwissenschaftler Peter Stohler. Über seine Beziehung zu den Grimms und seine künftige Arbeit spricht er im hr2-Kulturfrühstück ab 9.05 Uhr.

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