Archiv für ‘Das aktuelle Kulturgespräch’

28. März 2017

zu Gast: Horst Evers, Schriftsteller und Kabarettist

Wer wollte das nicht – eine Sprache sprechen, ohne dass man sie gelernt hat. Oder einen Sport machen, dessen Ausübung man vor dem Körper geheim halten kann. Bei Horst Evers werden solche und andere Annehmlichkeiten des Alltags genüsslich ausgebreitet. Der Schriftsteller und Kabarettist, der bereits als Taxifahrer und Eilzusteller bei der Post jobbte, erzählt in seinem neuen Erzählband von den mannigfaltigen Tücken des Daseins – und wie man ihnen begegnet. Titel: „Der kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex“ – auch das muss man natürlich wissen! Bei uns im hr2-Kulturfrühstück am Sonntag erfahren Sie mehr – gegen 09:10 Uhr.

Horst Evers Buchempfehlungen:
– Liza Cody: „Miss Terry“, Übers.: Martin Grundmann, Argument Verlag mit Ariadne 2016
– Jonathan Franzen: „Die Korrekturen“, Übers.: Bettina Abarbanell, Rowohlt Taschenbuch 2003

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28. März 2017

Zu Gast: Tina Teubner

Drei Jahre habe sie gebraucht, sagt Kabarettistin Tina Teubner, um ihre Wehmut über den Zustand der Welt in Komik zu verwandeln. Seit 25 Jahren tritt die studierte Geigerin nun schon auf „Kleinkunst“-Bühnen auf und gilt als eine der stärksten Stimmen des deutschen Kabaretts. Sie wagt einen Blick ins Innerste der Welt und singt autoritäre Liebeslieder. Ganz programmatisch heißt ihr neustes Programm „Wenn Du mich verlässt komm ich mit“. Tina Teubner, die u.a. mit dem Deutschen Kabarettpreis ausgezeichnet wurde, war zu Gast im hr2-Kulturcafé.

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28. März 2017

Live vom 54. Landeswettbewerb "Jugend musiziert" (Musikszene Hessen)

Die Aufregung in der Landesmusikakademie Hessen auf Schloss Hallenburg in Schlitz ist groß, nicht nur bei den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Auch Eltern, Freunde und Lehrer fiebern beim 54. Wettbewerb „Jugend musiziert“ mit. Wir berichten live aus Schlitz, rund um den Landeswettbewerb.

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25. März 2017

Zu Gast: Martin Walser, Schriftsteller

Der Schriftsteller Martin Walser wird 90 Jahre alt. Er ist Büchner- und Friedenspreisträger und hat sechs Jahrzehnte lang die Bundesrepublik begleitet. Ein bedeutender und streitbarer Chronist, der mit seiner Paulskirchenrede und der sogenannten „Auschwitzkeule“ eine Debatte los trat und mit seinem Roman „Tod eines Kritikers“ über Marcel Reich-Ranicki heftige Verstörungen auslöste. Martin Walser jüngster Roman „Statt etwas oder Der letzte Rank“ erzählt von einem alten Mann, der vieles hinter sich lassen möchte. Es ist eine Art Lebensbilanz, in der er aufzeichnet, was ihm durch den Kopf geht. Martin Walser, der kürzlich bei einer Lesung in Frankfurt sagte, er sei „ein Apfelbaum auf dem Birnen wachsen“, war zu Gast im hr2-Kulturcafé, aus Anlass seines 90. Geburtstags.

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25. März 2017

Zu Gast: Ari Plikat

„Haben Sie schon mal über Spott nachgedacht“ steht in der Sprechblase über einem Paar im Zeugen-Jehova-Look. Die beiden verkaufen ein Magazin namens „Lachturm“. Der Mann in der Tür glotzt genervt. Ari Plikats Cartoons sind flach und frech. So jedenfalls beschreibt es sein Zeichner-Kollege F. W. Bernstein – und meint es als Anerkennung. Plikat kommt aus dem Ruhrgebiet, zeichnet Cartoons für die taz, die F.A.Z., den Stern oder die Titanic und veröffentlicht sie in Büchern mit Titeln wie „Ich rieche Angstschweiß“, „Vegetarisch grillen“ oder „Ich bin ich, ich auch“. Das Caricatura Museum Frankfurt widmet dem vielfach preisgekrönten Zeichner jetzt eine Einzelausstellung. Und wir sprachen mit ihm über böse Witze und guten Humor – im hr2-Kulturcafé.

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23. März 2017

Zu Gast: Dieter Borchmeyer, Literaturprofessor

Heinrich Heine, Thomas Mann und auch Richard Wagner definierten das „Deutschsein“ als kosmopolitisch. Für die Freiheit des Geistes stand die deutsche Identität vor dem Aufkommen des Nationalismus im 19. Jahrhundert. Das „Weltdeutschtum“, wie Thomas Mann es nannte, war frei von nationalen, politischen oder ethnische Grenzen. Literaturprofessor Dieter Borchmeyer hat in seinem Buch „Was ist deutsch“ die Suche einer Nation nach sich selbst beschrieben. Der ausgewiesene Experte für die Weimarer Klassik, Richard Wagner und Thomas Mann war zu Gast im hr2-Kulturcafé.

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23. März 2017

Zu Gast: Michael Behrendt, Musikjournalist

Wer an einem Montag den Song „I don’t like Mondays“ der Boomtown Rats hört und sich dabei in seiner Morgenmufflichkeit bestätigt fühlt, liegt falsch. Denn der Text handelt von einem Schulmassaker. Der Musikjournalist Michael Behrendt war solchen Mißverständnissen auf der Spur und hat sie in einem Buch versammelt. Wer nur einige Wortfetzen aufnimmt, versteht manches falsch. Kein Wunder also, dass das Lied „Griechischer Wein“ von Udo Jürgens zum Urlaubshit wurde, obwohl es darin um das Heimweh der Gastarbeiter geht. Oder wie es kommen konnte, dass „Every Breath you take“ von The Police ein Schmusehit wurde, obwohl es von einem Stalker handelt. Diese und weitere Songmissverständnisse klärt Michael Behrendt im hr2-Kulturcafé auf.

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21. März 2017

zu Gast: Claus Peymann

Theaterlegende und fröhlicher Querulant – Claus Peymann
Bis zum Sommer ist Claus Peymann noch Intendant des Berliner Ensembles. Fast achtzig Jahre alt ist nun der Poltergeist, der ein halbes Jahrhundert Theatergeschichte geschrieben hat. Zum Abschied gibt es nun seine Biographie mit dem Titel „Mord und Totschlag“ zwischen zwei Buchdeckeln. Claus Peymann hat sich immer für die absolute Freiheit des Theaters eingesetzt und vieles gewagt. Von der Inszenierung von Peter Handkes „Publikumsbeschimpfung“ 1966 in Frankfurt bis zum Streit mit Thomas Bernhard, der wollte, dass Peymann als Intendant auf seinem Wiener Burgtheater eine Flagge mit der Aufschrift „Mord und Totschlag“ hisst. Peymann erntete Empörung und Jubel für sein selbstbewusstes Auftreten und seine Theaterwagnisse.

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21. März 2017

Zu Gast: Blanka Stolz, Gärtnerin und Autorin

Blanka Stolz lebt normalerweise mitten in der Stadt, hat aber einige Zeit mit intensivem Gärtnern verbracht. Die Entdeckungen in und mit der Natur, aber auch bei sich selbst und anderen Hobbygärtnern, haben sie zu einem Buch über „Die Philosophie des Gärtnerns“ angeregt. Was sie darunter versteht, erzählte sie im hr2-Kulturcafé.

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21. März 2017

zu Gast: "4 Times baroque"

„4 Times baroque“ nennt sich das Frankfurter Ensemble, bestehend aus Jonas Zschenderlein (Barockvioline), Jan Nigges (Blockflöte), Karl Michael Simko (Barockcello) und Alexander von Heißen (Cembalo), das den neuen, rasanten Barock-Ton etwa von „Il Giardino Armonico“ weiterführt. Die vier Männer sind erst Anfang Zwanzig, reüssieren aber bereits auf Festivals und gelten als die kommenden Stars. Wieviel Mut braucht man, um von der Schulbank direkt aufs Konzertpodium zu steigen? Und was macht den Ton aus, der ihre Spielweise von der angestaubten unterscheidet?

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18. März 2017

Zu Gast: Inez Florschütz, Direktorin Deutsches Ledermuseum

Das Deutsche Ledermuseum ist eines der wenigen verbliebenen Wahrzeichen der früheren Industriestadt Offenbach. 100 Jahre alt wird es in diesem Jahr. Zum Jubiläum gibt‘s jetzt die Ausstellung „Linking Leather – Die Vielfalt des Leders“ zu sehen. Sie zeigt Rindsleder, Lammleder, Nubuk oder Velours, genauso wie die unterschiedlichsten Gerbmethoden und Verzierungstechniken. Und nicht zuletzt geht die interaktive Ausstellung auch um kritische Fragen wie Artenschutz, Ersatzmaterialien oder die wachsende Vegankultur. Ines Florschütz die Direktorin des Museums berichtete uns von der Vielfalt des Leders.

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18. März 2017

zu Gast: Jean Ziegler, Globalisierungskritiker

„Der schmale Grat der Hoffnung“ heißt das jüngste Buch des Globalisierungsgegners Jean Ziegler. Der über achtzigjährige Schweizer Soziologe, Politiker und Autor schreibt darin über gewonnene und verlorene Kämpfe und über die, die noch gewonnen werden. Ein weises Alterswerk, oder ein Aufruf an die jüngere Generation, den Mut, beim Kampf gegen Ungerechtigkeiten nicht zu verlieren? Jean Ziegler antwortete darauf im hr2-Kulturcafé.

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16. März 2017

Zu Gast: Hans Sarkowicz, Historiker und hr2-Ressortleiter

Das Radio wurde in Deutschland relativ spät eingeführt, die ersten Sendungen begannen 1923. Lange war die Sorge, dass das Radio direkt zur Weltrevolution aufrufen könnte, zu groß. So wurde das Radio zunächst ein Kulturinstrument für Unterhaltung und Bildung. Opern, Theater und Konzerte konnten mit einem Radiogerät von zuhause aus verfolgt werden. Hans Sarkowicz über das Radio in den 20er Jahren und seine Bedeutung.

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16. März 2017

Zu Gast: Irene Langemann, Regisseurin

Auf dem Filmplakat ist Pjotr Pawlenskij mit zugenähtem Mund zu sehen. Der russische Aktionskünstler protestierte auf diese Weise im Juli 2012 gegen die Verhaftung von Pussy Riot. In anderen Aktionen wälzte er sich nackt in Stacheldraht, schnitt sich ein Ohrläppchen ab oder nagelte seine Genitalien auf dem Roten Platz fest. All diese selbstverletzenden Aktionen sind mit Videos und Fotos dokumentiert. Irene Langemann hat diese künstlerische Auseinandersetzung mit dem russischen Justiz- und Politiksystem jetzt in einem Dokumentarfilm festgehalten: „Pawlenski – Der Mensch und die Macht“. Am 17. März stellt die Regisseurin ihren Film im Frankfurter Kino Harmonie vor, gemeinsam mit dem Publizist Jürgen Roth und dem Frankfurter Sprecher von Amnesty International, Vedrin Sahovic. Zuvor sprach sie darüber als Gast im hr2-Kulturcafé.

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14. März 2017

zu Gast: Thomas Wrede, Fotograf und Künstler

Thomas Wrede hat sterbende Landschaften in Dänemark fotografiert und Abdrücke von Vögeln auf der Windschutzscheibe. Dann interessierte er sich mehr und mehr für die Grenze zwischen Abbild und Wirklichkeit. Er inszeniert Landschaften im Miniaturformat, mit Spielzeugautos und Modellhäusern, die an einer Pfütze stehen und schafft Scheinwelten, indem er die Größenverhältnisse verschleiert. Er schafft so nicht ein Abbild eines Abbilds, sondern reflektiert in seinen Arbeiten das Abbild als Fiktion der Wirklichkeit. Thomas Wrede ist ab 9.10 Uhr zu Gast im hr2-Kulturfrühstück und erzählt
über seine künstlerische Arbeit.

Thomas Wredes Buchempfehlungen:
Cees Nooteboom: „Rituale“, Übers.: Hans Herrfurth, Suhrkamp Verlag 1995
Fotobände z.B. von:
Christer Strömholm: „Post Scriptum“ (Englisch / Christian Caujolle, Autor), Verlag Thames & Hudson 2013
Tuija Lindström: „In The Beginning There Was Everything“ (Englisch / Monika Fagerholm, Autor / Sandra Praun, Designer), Verlag Art and Theory Stockholm AB 2014

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14. März 2017

Zu Gast war der Adel Abdel-Latif, Spitzensportler und Karriere-Planer

Dieser Mann ist in jeder Hinsicht ungewöhnlich. IQ bei 149, mit 32 jüngster Radiologie-Oberarzt und mit 42 Jahren ältester Kickboxweltmeister überhaupt. In seinem Buch „Die Karrieresau“ erklärt Adel Abdel-Latif, wie man vorwärtskommt, ohne sich auf Kosten anderer zu profilieren. Erfolg ist kein Zufall, meint er und hat dazu sein eigenes Leben unter die Lupe genommen. Aus einer wohleingerichteten Scheinzufriedenheit auszubrechen, das war sein Ziel.

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14. März 2017

zu Gast: Sabine Töppel und Ulli Götte vom minimal music Festival Kassel

Was ist „Minimal Music“ und wie wenig Musik ist diese Stilrichtung wirklich? Zum Abschluss eines umfangreichen Festivals in Kassel waren Ulli Götte, eine der treibenden kompositorische Kräfte, und Sabine Töppel, die Erste Vorsitzende des Förderverins des Festivals in der hr2-Musikszene zu Gast. An Beispielen erklären die beiden den Sog, in den sich begibt, wer einmal mit der Minimal Music angefangen hat.

Zum Abschluss des Festvals sind am Samstag, 18.3. im Kulturbahnhof/Südflügel das Akasha Project und Planetary & Molecular Ambience zu erleben.

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11. März 2017

Zu Gast war Barbara Sichtermann, Schriftstellerin und Erzählerin des Häuserkampfs

Die Schriftstellerin Barbara Sichtermann und ihr Bruder Kai erzählen die Geschichte des Häuserkampfes: Jede Generation sucht sich ihre eigene Revolution. Als die 68er verstummten und den Gang durch die Institutionen antraten, machten sich junge Männer und Frauen auf, die Städte zu erobern. Dabei ging es nicht nur um bezahlbaren Wohnraum. Die sogenannten „Instandbesetzer“ wollten alte Häuser erhalten und eine andere Lebensform propagieren, die einst in den Berliner Kommunen angefangen hatte. Die Journalistin und Autorin Barbara Sichtermann hat mit ihrem Bruder Kai, Gründungsmitglied der legendären Band „Ton Steine Scherben“, nun die Geschichte des Häuserkampfes in der Bundesrepublik aufgeschrieben.

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11. März 2017

Zu Gast war der Projektkünstler Stefan Weiller

„Death is not the end“, der dunkle Song von Nick Cave, ist das Lied von Martin, einem Krebspatienten im Endstadium. Stefan Weiller hat ihn und viele Menschen in der Palliativpflege besucht und mit ihnen über Lieder gesprochen, die geblieben sind, nach einem ganzen Leben. Sich mit dem Tod zu beschäftigen, braucht Mut. Stefan Weiller sucht in seinen Kunstprojekten „Letzte Lieder“ nach neuen Ausdrucksformen für das, vor dem sich viele fürchten und erleichtert so den Weg, den jeder irgendwann einmal gehen muss. Es sind existentielle Grunderfahrungen. Der Tod findet nicht in irgendeiner Ecke statt, sondern oftmals mitten im Leben.

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9. März 2017

Zu Gast war Josef Hader, Schauspieler, Kabarettist und neuerdings Regisseur

Das Regiedebüt von Schauspieler und Kabarettist Josef Hader ist ein tragisch-turbulenter Kinofilm. Die titelgebende wilde Maus ist eine uralte Achterbahn im Wiener Prater, die der plötzlich arbeitslos gewordene Musikkritiker Georg mit einem Bekannten übernimmt und zu neuem Leben erweckt. Gleichzeitig sinnt er auf Rache am Chefredakteur seiner Zeitung, die nach hinten losgeht – wie sollte es bei Hader anders sein?! Über seine besinnlich-turbulente Tragikkömodie sprach Josef Hader im hr2-Kulturcafé.

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