Archiv für ‘Schriftsteller im Gespräch’

März 24th, 2015

Interview mit Robert Schneider

„Kapitel so konstruiert, daß es gleichsam wie ein pianissimo in einem gewaltigen fortissimo endet“: Robert Schneider spricht über seinen Bestseller „Schlafes Bruder“.Robert Schneider wurde am 16. Juni 1961 in Bregenz geboren. Nach dem Abitur 1981 begann er in Wien das Studium der Komposition, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft, das er jedoch abbrach. Schneider debütierte als Schriftsteller 1992 mit dem Roman „Schlafes Bruder“, der sofort zu einem Bestseller wurde. Außer weiteren Romanen veröffentlichte Schneider auch einige Theaterstücke. Es wurden ihm bereits einige Preise und Auszeichnungen verliehen.
In einem Interview mit Eduard Hoffman im November 1992 bespricht der Autor seinen Roman „Schlafes Bruder“.

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März 24th, 2015

Interview mit Lutz Rathenow

„Die DDR war eine Versuchsanordnung für eine bestimmte Form menschlichen Zusammenlebens“ – Lutz Rathenow spricht über die DDR und die Deutsche Wiedervereinigung.Lutz Rathenow wurde am 22. Sept. 1952 in Jena geboren. Nach dem Abitur und dem Wehrdienst bei der NVA studierte er ab 1973 Germanistik und Geschichte an der Jenaer Universität. Rathenow war Gründer und Leiter des oppositionellen Arbeitskreises „Literatur in Jena“, der nach zwei Jahren 1975 verboten wurde. 1976 wurde er kurz vor dem Examen mit einem Studiumsverbot belegt. Erst nach der Wende wurde ihm nachträglich das Abschlußdiplom verliehen. Anfang der 70er Jahre betätigte sich Rathenow als Leserbriefschreiber für verschiedene Medien, bis er 1980 seinen ersten Prosaband „Mit dem Schlimmsten wurde schon gerechnet“ in der BRD veröffentlichte. Den größten Erfolg erzielte er 1987 mit dem Band „Ost-Berlin – die andere Seite einer Stadt“. Rathenow veröffentlichte bis heute zahlreiche Prosa- und Lyrikbände, Hörspiele, Essays und Kinderbücher. Er ist Träger von Preisen und Auszeichnungen.
DW-Redakteur Werner Herzog sprach im Mai 1996 mit Lutz Rathenow unter anderem über die DDR-Zeiten und über die politische Wirkung von Literatur.

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März 24th, 2015

Interview mit Elfriede Jelinek

„Frauen sind ja gewöhnt, sich jeder Macht zu enthalten“ – die österreichische Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek spricht über die Stellung der Frauenliteratur.Elfriede Jelinek wurde 1946 in Mürzzuschlag in der Steiermark geboren. Ihre Kindheit und Jugend wurden durch das schwierige Verhältnis zu ihrer Mutter geprägt. Nach der Schule studierte sie Klavier und Komposition sowie Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte. 1967 erschien ihr erster Gedichtband „Lisas Schatten“. Jelinek zählt zu den meistbeachteten deutschsprachigen Gegenwartsautoren. Sie schreibt Lyrik, Prosa, Theaterstücke, Hörspiele und Drehbücher (u.a. „Die Klavierspielerin“ ’83, „Burgtheater“ ’85, „Die Kinder der Toten“ ’95). Ihre Arbeiten zeichnen sich durch bissige Analysen zu den Themen Sexualität, Gewalt und Macht aus und thematisieren immer wieder die gesellschaftliche Benachteiligung der Frau und deren private Unterdrückung durch den Mann. In Österreich wurde Jelinek jahrelang weitgehend ignoriert, während sie in Deutschland früh Anerkennung fand. Für viele überraschend, erhielt Elfriede Jelinek 2004 den Nobelpreis für Literatur. Die Schwedische Akademie der Wissenschaften würdigte dabei ihre „einzigartige sprachliche Leidenschaft“. Die öffentlichkeitsscheue Jelinek konnte den Preis aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst entgegennehmen und übermittelte ihre Dankesrede als Videobotschaft.
In einem Interview der Deutschen Welle anlässlich der Verleihung des Georg-Büchner-Preises spricht Elfriede Jelinek über ihre literarische Arbeit.

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März 24th, 2015

Interview mit Christoph Hein

„Ich beschreibe das, was ich gesehen habe“ – Christoph Hein spricht über seinen Roman „Der Tangospieler“.Christoph Hein wurde am 8. April 1944 in Heinzendorf in Schlesien geboren. Er besuchte zunächst als Internatsschüler ein humanistisches Gymnasium in West-Berlin, in das er von einem Elternbesuch in Ost-Berlin wegen des Baus der Berliner Mauer nicht mehr zurückkehren konnte. Das Abitur holte er 1964 nach und studierte anschließend Philosophie und Logik in Leipzig und Ost-Berlin. Nach dem Studium wurde Hein Dramaturg und schließlich Hausautor an der Ost-Berliner Volksbühne. Den ersten Erfolg erlangte er 1982 mit der Novelle „Der fremde Freund“, doch erst ein Jahr später gelang ihm der endgültige Durchbruch mit dem Stück “ Die wahre Geschichte des Ah Q“. Es folgten zahlreiche weitere Publikationen: Stücke und Essays, Romane, Kinderbücher, die auch in viele Sprachen übersetzt wurden. Christoph Hein ist auch Träger zahlreicher Auszeichnungen und Preise.
In einem Gespräch mit Andreas Rummler im Juni 1989 spricht der Autor über seinen Roman „Der Tangospieler“.

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März 24th, 2015

Interview mit Brigitte Burmeister

„Ich mußte mir ein paar Sachen vom Leibe schreiben“ – Brigitte Burmeister spricht über ihren Roman „Unter dem Namen Norma“.Brigitte Burmeister wurde am 25. September 1940 in Posen geboren. Nach dem Abitur und einem Jahr Berufstätigkeit studierte sie Romanistik in Leipzig. 1973 promovierte sie zum Dr. phil. Burmeister debütierte 1987 mit dem Roman „Anders oder Vom Aufenthalt in der Fremde“, der sehr große Beachtung fand. Seit dem publizierte sie weitere Romane – auch unter einem Pseudonym (sie benutzte die Pseudonyme: Franziska Saalburg, Liv Morten) – ferner betätigte sie sich als Übersetzerin und Herausgeberin. Brigitte Burmeister wurde 1995 unter anderem mit dem Kritikerpreis der deutschen Vereinigung für Kritiker ausgezeichnet.
In einem Gespräch mit Dunja Welke im Mai 1996 spricht die Autorin über ihr Literaturstudium in Leipzig und über ihre Arbeit.

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März 24th, 2015

Interview mit Ulrich Plenzdorf

„Eigentlich hatte ich nichts anderes vor, als Filmautor zu sein“ – Ulrich Plenzdorf beschreibt seinen Weg zur Schriftstellerei.Ulrich Plenzdorf wurde am 26. Oktober 1934 in Berlin geboren. Nach dem Abitur studierte er zunächst am Franz-Mehring-Institut in Leipzig und absolvierte schließlich die Filmhochschule Babelsberg. Im Anschluß an das Studium betätigte sich Plenzdorf als Drehbuchautor und Filmdramaturg. Seinen größten Erfolg als Schriftsteller erlangte er 1972 mit dem Stück „Die neuen Leiden des jungen W.“, das 1973 auch als Roman erschien. In der Bundesrepublik wurde dieses Stück 1976 verfilmt. Ulrich Plenzdorfs Werk umfaßt Romane, Erzählungen, zahlreiche Drehbücher und Theaterstücke. Er ist Träger vieler Auszeichnungen und Preise, unter anderem auch des Deutschen Jugendliteraturpreises.
In einem Gespräch mit DW-Mitarbeiter Volkhard App spricht Ulrich Plenzdorf im April 1993 unter anderem über seine Arbeit für das Fernsehen, sowie über die kulturelle Entwicklung in Deutschland.

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März 24th, 2015

Interview mit Dieter Kühn

„Fiktiv an den biographischen Texten ist nichts“ – Dieter Kühn erklärt das Wesen seiner biographischen Romane.Dieter Kühn wurde am 1. Februar 1935 in Köln geboren. Nach dem Abitur studierte er Anglistik und Germanistik in Freiburg, München und Bonn und promovierte 1964 zum Dr. phil. Kühn publiziert seit 1965, doch als Schriftsteller stellte er sich einem breiterem Publikum 1970 mit dem Buch „N“, einer Biographie Napoleons, vor. Seinen ersten Roman veröffentlichte er 1973 unter dem Titel „Die Präsidentin“, einem Buch über die Französin Marthe Hanau alias Emma Eckhert, die in Paris der 20er Jahre als Finanzakrobatin bekannt wurde. Dieter Kühns beträchtliches Werk umfaßt Romane, Erzählungen, Biografien, Kinderbücher, Essays, Gedichte, Theaterstücke und Hörspiele. Er ist auch Träger vieler Auszeichnungen und Preise.
In einem Interview mit DW-Mitarbeiter Andreas Rumler blickt Dieter Kühn im Juli 1997 auf sein Leben und seinen Schaffensweg zurück.

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März 24th, 2015

Interview mit Horst Bieneck

„Die verlorenen Provinzen sind die großen, lebendigen Provinzen der Literatur“ – Horst Bieneck beschreibt die Arbeit an seinen Oberschlesien-Romanen.Horst Bieneck wurde am 7. Mai 1930 in Gleiwitz geboren. Nach dem Abitur arbeitete er bei der „Tagespost“ in Potsdam als Redaktionsvolontär. Am 12. April 1952 wurde Bieneck wegen Agitation gegen die stalinistische Kulturpolitik zu 25 Jahren Zwangsarbeit in der Sowjetunion verurteilt. Nach seiner Amnestierung im Oktober 1955 siedelte er in die Bundesrepublik über. Als Schriftsteller debütierte Horst Bieneck 1957 mit dem Buch „Traumbuch eines Gefangenen“. Zahlreiche weitere Publikationen folgten aus der Feder des Autors: Romane, Gedichte und Essays, von denen einige auch verfilmt wurden. Horst Bieneck war Träger mehrerer Preise und Auszeichnungen. Er starb am 7. Dezember 1990 in München.
In einem Gespräch mit Wolfgang Tschuppik im November 1977 spricht Horst Bieneck über seine Arbeit und sein Leben.

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März 24th, 2015

Interview mit György Konrad

„Ich befreie mich in diesen Texten von mir selbst“ – György Konrad spricht über sein literarisches Werk.György Konrád wurde am 2. April 1933 Berettyonjfalu in der Nähe von Debrecen geboren. Bis 1956 studierte er in Budapest Literatur, Soziologie und Psychologie. Als Romanautor debütierte Konrád 1969 mit dem Buch „Der Besucher“, das 1973 auch ins Deutsche übersetzt wurde. In den Jahren 1978-1988 war er in Ungarn mit einem Publikationsverbot belegt, doch sowohl während dieser Zeit wie auch in den späteren Jahren erschienen weitere Publikationen des Autors. Im Mai 1990 wurde Konrád in das Amt des Präsidenten des Internationalen PEN-Clubs gewählt, 1997 zum Präsidenten der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Künste. In dieser Eigenschaft trieb er den Zusammenschluß der Ost- und West-Berliner Akademien voran. György Konrád ist Träger mehrerer Auszeichnungen und Preise, darunter des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels und des Internationalen Karlspreises zu Aachen.
In einem Interview, das Dunja Welke im Oktober 1997 mit György Konrád geführt hat, spricht der Literat über sein Leben und sein literarisches Werk.

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März 24th, 2015

Interview mit Adolf Muschg

„Ich habe das Glück beruflich das tun zu dürfen, was ich ohnehin gern täte“ – Adolf Muschg spricht über seinen Doppelberuf als Literaturprofessor und Schriftsteller.Adolf Muschg wurde am 13. Mai 1934 in Zollikon im Kanton Zürich geboren. Er besuchte zunächst Gymnasien in Schiers und Zürich und studierte schließlich an der Universität Zürich Germanistik, Anglistik und Psychologie. 1959 promovierte er zum Dr. phil. Unter dem Titel „Im Sommer des Hasen“ veröffentlichte Adolf Muschg 1965 seinem ersten Roman. In den Folgejahren entstand ein umfangreiches Gesamtwerk: Romane, Erzählungen, Theaterstücke, Hörspiele und Drehbücher, Reden, Aufsätze und Rezensionen. 2003 wurde er von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Künste zum neuen Präsidenten gewählt, trat jedoch 2005 von diesem Amt zurück. Für sein literarisches Werk wurden Muschg zahlreiche Auszeichnungen und Preise zuerkannt, darunter auch das Bundesverdienstkreuz.
In einem Gespräch mit Joseph Weishaupt im November 1983 nimmt Adolf Muschg Stellung zu seinem Doppelberuf als Literaturprofessor und Schriftsteller sowie zu seiner Auffassung von Literatur.

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März 24th, 2015

Interview mit Hans Magnus Enzensberger

„Die Literatur kann kein Monolog sein – es gehören auch andere Leute dazu“ – Hans Magnus Enzensberger spricht über seine Arbeit als Herausgeber der Buchreihe „Die andere Bibliothek“.Hans Magnus Enzensberger wurde am 11. November 1929 in Kaufbeuren geboren. Nach dem Abitur studierte er Literaturwissenschaften, Sprachen und Philosophie und promovierte 1955 zum Dr. phil. Enzensberger war auch Mitglied der legendären „Gruppe 47“. Hans Magnus Enzensbergers literarisches Debüt kam 1957 mit dem Band „Verteidigung der Wölfe“. Das von ihm bis heute veröffentlichte umfangreiche Werk beinhaltet vornehmlich Lyrik, aber auch Theaterstücke, Hörspiele oder Übersetzungen. Enzensberger trat ebenfalls mehrfach als Herausgeber auf. Er ist Träger mehrere Auszeichnungen und Preise.
In einem Gespräch mit DW-Redakteur Erhard Kluge im Oktober 1985 nimmt Hans Magnus Enzensberger unter anderem Stellung zur Bedeutung von Heinrich Böll und dessen moralischer und literarischer Präsenz, sowie zu seiner Arbeit als Herausgeber der Buchreihe „Die andere Bibliothek“.

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März 24th, 2015

Interview mit Michael Ende

„Für mich ist das Schreiben eines Buches ein totales Abenteuer“ – Michael Ende spricht über seine Arbeit.Michael Ende wurde am 12. November 1929 in Garmisch-Partenkirchen geboren. 1948 beendete er die Freie Waldorfschule in Stuttgart und nahm bis 1950 Schauspielunterricht an der Otto-Falckenberg-Schauspielschule in München. Den Durchbruch als Schriftsteller schaffte Ende mit dem Kinderbuch „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ im Jahre 1960. Es wurde auch in 20 Sprachen übersetzt. Weitere Publikationen erschienen in den Folgejahren, wobei zwei Bücher besonders erwähnenswert sind: „Momo oder Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte“ aus dem Jahre 1973 und die „Unendliche Geschichte“, die 1979 erschien. Beide Bücher wurden auch erfolgreich verfilmt. Die Gesamtauflage seiner Werke beläuft sich auf über 17 Millionen Exemplare. Für seine schriftstellerische Arbeit wurde der Literat mehrfach ausgezeichnet. Michael Ende starb am 28. August 1995 65jährig.
In einem Interview mit Elisabeth Bachtler im November 1984 spricht der Kinderbuchautor über seine Arbeit.

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März 24th, 2015

Interview mit Christa Wolf

„Wir sollen uns doch nicht so wahnsinnig wichtig nehmen“ – Christa Wolf spricht über ihr Verhältnis zu Deutschland.Christa Wolf wurde am 18. März 1929 in Landsberg an der Warthe geboren. Nach dem Abitur studierte sie bis 1953 Germanistik in Jena und Leipzig. In den Jahren 1953-1959 arbeitete sie in Ost-Berlin als Kritikerin, Lektorin und Herausgeberin in dem Verlag Neues Leben. Christa Wolf veröffentlichte ihr erstes Buch 1961 unter dem Titel „Moskauer Novelle“. Zahlreiche weitere Publikationen folgten: vorwiegend Romane, Erzählungen und Essays. Im Januar 1993 gab sie zu, unter dem Decknamen „Margarete“ in den Jahren 1959-1962 „Informelle Mitarbeiterin“ der DDR-Staatssicherheit gewesen zu sein. Wolf wurde mehrfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet.
In einem Interview mit DW-Redakteur Werner Herzog im März 1994 spricht die Autorin unter anderem über ihr Verhältnis zu Deutschland und ihre Sprachrohrfunktion als Schriftstellerin in der DDR.

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März 24th, 2015

Interview mit Peter Härtling

„Ich war wieder so gefesselt wie eh und je“ – Peter Härtling spricht über seine Beschäftigung mit Hölderlin.Peter Härtling wurde am 13. November 1933 in Chemnitz geboren. Nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums (abgebrochen 1946) besuchte er zunächst eine Bernstein-Schule. 1954 begann Härtling seine Berufstätigkeit als Journalist bei der „Heidenheimer Zeitung“. Dem Journalismus blieb er noch Jahre verbunden. Peter Härtling veröffentlichte zunächst Lyriksammlungen, sein erster Roman unter dem Titel „Im Schein des Kometen“ erschien 1959. Ein umfangreiches literarisches Werk folgte nach: darunter Gedichte, Erzählungen, Romane, Kinderbücher und Essays. Für sein literarisches Werk wurde Härtling mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Großen Bundesverdienstkreuz.
DW-Redakteur Hans Georg Schwark sprach mit Peter Härtling im Oktober 1984 am Rande der Frankfurter Buchmesse über seine Beschäftigung mit Hölderlin und über die Vorzüge einer Buchmesse.

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März 24th, 2015

Interview mit Walter Kempowski

„Unglaubliche Befreiung und Freude“ – Walter Kempowski spricht über die Deutsche Wiedervereinigung.Walter Kempowski wurde am 29. April 1929 in Rostock geboren. Ab 1935 begann für ihn die Schulzeit, die 1944 mit einer Einweisung in eine Strafeinheit der Hitlerjugend zunächst endete. Erst 1957 – nach vorzeitiger Entlassung aus dem Zuchthaus in Bautzen, in dem Kempowski wegen angeblicher Spionage eine Strafe zu verbüßen hatte – holte er sein Abitur nach und studierte anschließend bis 1963 an der Pädagogischen Hochschule in Göttingen. Walter Kempowski debütierte 1969 mit einem Bericht über seine Haftzeit in Bautzen unter dem Titel „Im Block“. Weitere zahlreiche Publikationen folgten: vornehmlich Romane, Kinderbücher und Hörspiele. Der Autor wurde auch mehrfach mit Auszeichnungen geehrt, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz I. Klasse.
In einem Gespräch im Januar 1996 mit DW-Redakteur Rüdiger Lentz blickt Walter Kempowski in die Vergangenheit und nimmt Stellung zur deutschen Gegenwart.

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März 24th, 2015

Interview mit Günter Grass

„Ich bin ein Nomade geworden“ – Ein ausführliches Interview mit Günter Grass über sein Leben und Werk.Günter Grass wurde 1927 in Danzig geboren. Die „Danziger Trilogie“ („Die Blechtrommel“ ’59, „Katz und Maus“ ’61, „Hundejahre“ ’63) belegten seine meisterhafte Erzählkunst und begründeten auch seinen Ruf als leidenschaftlicher politischer Moralist. Mit seinem politischen Engagement repräsentierte Grass den Typus des linksliberalen Intellektuellen und verweigerte sich jeglichen antidemokratischen Praktiken. Nach dem Zusammenbruch der DDR wandte er sich gegen eine „Ruck-zuck-Einheit“ und forderte eine langsam zusammenwachsende Kulturnation. 1999 erhielt Grass den Literaturnobelpreis. In der Begründung hieß es, er habe „in munterschwarzen Fabeln das vergessene Gesicht der Geschichte gezeichnet“ und dass „Die Blechtrommel“ zu den „bleibenden literarischen Werken des zwanzigsten Jahrhunderts gehören wird“. 2006 räumte Günter Grass erstmals öffentlich ein, dass er am Ende des Zweiten Weltkrieges zur Waffen-SS einberufen worden sei. Dieses späte Eingeständnis führte zu einer heftigen Debatte in deutschen und internationalen Medien.
DW-Redakteur Erhard Kluge interviewte Güter Grass im September 1997 in seiner Lübecker Wohnung anläßlich seines 70. Geburtstages.

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März 24th, 2015

Interview mit Gabriel Laub

„Zu Hause bin ich in Hamburg“ – Gabriel Laub spricht über sein Leben und Werk.Gabriel Laub wurde am 24. Oktober 1928 in Bochnia in Polen geboren. Nach dem Abitur 1946 in Krakau ging er nach Prag und studierte dort an der Hochschule für Politische und Soziale Wissenschaften. Als Schriftsteller trat Laub 1967 in Erscheinung mit einer Sammlung von Aphorismen. 1968 verließ er die Tschechoslowakei und kam in die Bundesrepublik Deutschland. Hier schrieb er in deutscher Sprache. Sein erster Roman, „Der Aufstand der Dicken“ erschien 1983. Es folgten weitere zahlreiche Publikationen, von denen einige mit Literaturpreisen ausgezeichnet wurden. Gabriel Laub starb im Alter von 69 Jahren am 3. Februar 1998 in Hamburg und wurde in Tel Aviv beigesetzt.
In einem Gespräch mit Petra Korn im September 1994 blickt der Autor auf seinen Lebens- und Schaffensweg zurück.

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März 24th, 2015

Interview mit Günter Kunert

„Das System ist fragil“ – Günter Kunert beschreibt den Zustand der DDR.Günter Kunert wurde am 6. März in Berlin geboren. Nach dem Abschluß der Volksschule trat er eine Lehre in einem Bekleidungsgeschäft an. Nach dem Krieg studierte Kunert einige Semester an der Hochschule für angewandte Kunst in Berlin-Weißensee. Seine ersten satirischen Gedichte und Kurzgeschichten erschienen 1947 in der Zeitschrift „Ulenspiegel“, doch als sein Debüt wird der Gedichtband „Wegschilder und Mauerinschriften“ von 1950 angesehen. 1949 trat Kunert der SED bei. 1979 siedelte er in die Bundesrepublik über. Sein Werk umfaßt u. a. Gedichte, Essays, Fotosatiren, Erzählungen u.a. Günter Kunert ist Träger zahlreicher Literaturauszeichnungen und Preise.
In einem Interview mit Ursula Deutschendorf im August 1984 spricht der Literat unter anderem über sein Leben in der DDR und der BRD und über Prosa und Lyrik in seinem Werk.

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März 24th, 2015

Interview mit Harry Mulisch

„Das ganze Buch ist ein Porträt von mir“ – Harry Mulisch beschreibt seinen Bestseller „Die Entdeckung des Himmels“.Harry Mulisch wurde am 29. Juli 1927 in Haarlem geboren. Als Schriftsteller debütierte Mulisch 1951 mit dem Roman „Archibald Strohalm“. Sein Gesamtwerk umfaßt über 60 Publikationen – darunter Romane, Novellen, Gedichtbände, Dramen, Opernlibretti und Reportagen. Den größten Erfolg erlangte Mulisch mit seinem Roman „Die Entdeckung des Himmels“, der 1992 erschien. Das Buch wurde von der Kritik als ein Meisterwerk gelobt. Harry Mulisch wurde in den Niederlanden mehrfach mit Preisen geehrt, in Deutschland ist er mit dem Bundesverdienstkreuz 1.Klasse ausgezeichnet worden.
In einem Gespräch mit Doris Stoisser im November 1993 spricht Harry Mulisch über sein erfolgreiches Buch „Die Entdeckung des Himmels“ und über sein Leben.

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März 24th, 2015

Interview mit Günther de Bruyn

„Ich habe mir beim Schreiben immer eingeredet, ich könne von der Zensur ganz absehen“ – Günther de Bruyn spricht über sein Leben und das Schreiben in der DDR.Günter de Bruyn wurde am 1. November 1926 in Berlin geboren. Nach dem Abitur wurde er 1943 zum Kriegsdienst eingezogen und besuchte schließlich ab 1949 die Bibliothekarschule in Ost-Berlin. De Bruyn debütierte als Schriftsteller bereits in den 50er Jahren, doch der große Erfolg kam erst 1963 mit seinem Roman „Der Hohlweg“, von dem er sich aber wenig später distanzierte. Während seiner schriftstellerischen Tätigkeit schrieb de Bruyn zahlreiche Erzählungen und Romane. In den Jahren 1974-1982 war er Präsidiumsmitglied im PEN-Zentrum der DDR, ab 1978 Mitglied der Akademie der Künste der DDR und wurde 1986 in die Westberliner Akademie der Künste aufgenommen. Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen gewürdigt, doch den „Nationalpreis der DDR“ lehnte de Bruyn 1989 ab.
In einem Interview mit Dunja Welke im August 1996 beschreibt der Schriftsteller einige Stationen seines Lebens und Schaffens.

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